Anas ist selbst aus Syrien geflüchtet – und hilft seit sechs Monaten im Katastrophengebiet im Ahrtal. Warum er das macht und wie sein Engagement ihm geholfen hat, sich als Teil Deutschlands zu fühlen, klären wir in der Ab21.

Im Sommer hat die Flut die Lebensgrundlage vieler Menschen im Ahrtal und anderen Regionen in Deutschland zerstört. Tausende Menschen sind in die betroffenen Regionen gefahren, um ihren Familien, Freunden und Bekannten zu helfen. Doch auch Menschen, die vorher keinen Bezugspunkt hatten, haben mitangepackt – und helfen bis heute.

"Was wir vor Ort gesehen haben, war unbeschreiblich. Kein Bild in den Medien kann solche Emotionen hervorrufen, wie die Lage tatsächlich mit den eigenen Augen zu sehen."
Anas Alakkad, hilft seit Monaten im Ahrtal

Einer von ihnen ist Anas Alakkad. Er hat sich kurz nach der Flutkatastrophe mit anderen, hauptsächlich syrischen Geflüchteten zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Anfangs haben sie Informationen auf arabisch übersetzt und in Sozialen Medien verbreitet, damit auch arabisch sprechende Menschen informiert sind und mithelfen können.

Durch diese Wissensbrücke haben sie viel von der Lage vor Ort erfahren und eine Anfrage erhalten, ob sie helfen könnten. Anas und sein Freund Faris haben sich am nächsten Tag von Saarbrücken auf den Weg ins Ahrtal gemacht und sind bis heute vor Ort.

Den Schmerz der anderen fühlen

Im Flutgebiet angekommen, war Anas schockiert: Das war nicht zu vergleichen mit den Bildern in den Medien. Er selbst kennt solche Situationen. Doch für ihn gibt es bei der Flutkatastrophe im Ahrtal einen großen Unterschied zu der Situation in Syrien: Hier ist Hilfe möglich.

Anas erzählt, dass viele ihrer Helfer*innen in ihrer Heimat gerne die Hilfe geleistet hätten, die sie hier geben können. Doch oft war das nicht möglich, weil die Orte gar nicht erreichbar waren. Er sagt, die Erfahrung zu machen, helfen zu wollen aber nicht zu können, sei auch eine Motivation gewesen im Ahrtal mitanzupacken.

"Einwohner und Helfer sind durch ein gemeinsames Ziel zu einer Familie geworden."
Anas Alakkad, hilft seit Monaten im Ahrtal

Die sechs Monate die seit der Flutkatastrophe vergangen sind, haben Anas und sein Leben verändert. Er berichtet von vielen schönen Begegnungen, von Situationen voller Menschlichkeit und davon, dass das Engagement auch dazu geführt hat, dass er und einige der syrischen Helfer sich deutlicher als Teil von Deutschland begreifen als zuvor.

Das liegt vor allem an dem engen Kontakt und der Hilfsbereitschaft von Privatpersonen, den Helfenden eine Unterkunft zu ermöglichen und mit Essen zu versorgen. Denn die Gruppe von Anas ist kein Verein und kann deshalb auch keine öffentlichen Gelder beantragen.

Von der Reporterin zur Helferin

Verändert hat sich auch Theresa Breuer. Sie hat viele Jahre in Krisengebieten als Reporterin gearbeitet – heute ist sie Mitinitiatorin von Kabul Luftbrücke.

"Ich bin mitnichten der Typ, der sich schon immer für andere eingesetzt und sofort angepackt hat. Das war ein gewisser Prozess."
Theresa Breuer, Reporterin und Mitinitiatorin "Kabul Luftbrücke"

Theresa Breuer hat zwei Jahre in Afghanistan gelebt. Als Filmemacherin hat sie eine Gruppe afghanischer Bergsteigerinnen begleitet. Als die Taliban im August 2021 die Herrschaft im Land wieder übernahmen, waren auch diese Frauen in Gefahr – und Theresa wurde von der Journalistin zur Helferin.

Wie ihr Engagement entstanden ist, was es mit ihr gemacht hat und was Anas heute im Ahrtal noch macht, das erfahrt ihr in der Ab21.


Hörenswert

Gut zu wissen

  • In Deutschland üben mehr als 30 Millionen Menschen irgendeine Art des Ehrenamts aus. Damit engagieren sich fast 40 Prozent der Bevölkerung, die über 10 Jahre alt sind.
  • Im Ehrenamt ist das Geschlechterverhältnis ziemlich ausgewogen: In Deutschland engagieren sich 40,2 Prozent der Männer und 39,2 Prozent der Frauen.
  • Es werden immer noch dringend Helfer*innen im Ahrtal gebraucht (Stand: 28.12.2021). Der Helfer-Shuttle beispielsweise fährt Freiwillige immer noch in die betroffenen Gebiete.

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