Nun ist es den US-Behörden doch gelungen, das iPhone eines islamistischen Attentäters zu knacken - offenbar ohne Hilfe von Apple. "Vermutlich wurde ein existierender Bug genutzt", sagt Andreas Bogk vom Chaos Computer Club.

Der Streit zwischen Apple und dem FBI ist vorerst beendet: Nach eigenen Angaben ist es dem FBI nämlich inzwischen gelungen, das iPhone eines islamistischen Attentäters zu hacken. Genauer: Ein iPhone 5c mit iOS 9 - das Smartphone des Attentäters Sayed Farook, der im Dezember in Kalifornien zusammen mit seiner Frau 14 Menschen tötete.

Streit vorerst beigelegt

Das FBI verzichtet damit auf den Versuch, Apple zum Entsperren des iPhones zu zwingen. Der Konzern hatte sich geweigert, die Daten herauszugeben - obwohl ein Gericht das so angewiesen hatte. Nun wird viel darüber spekuliert, wie dem FBI dieser Coup gelungen ist.

"Es ist nicht im Detail bekannt, wie das FBI an die Daten herangekommen ist. Die Vermutung ist, dass es eine Attacke gegen das Betriebssystem gab. Vermutlich wird einer der existierenden Bugs genutzt worden sein."
Andreas Bogk, Chaos Computer Club

Ein Hacker kann einen Computer dazu bringen, kontrolliert abzustürzen und ein Programm auszuführen, das vorher aufgespielt wurde, erklärt Andreas Bogk vom Chaos Computerclub. Über einen Fehler im Betriebssystem kann man den Passwortzugang umgehen.

FBI holte sich Hilfe

Doch ohne fremde Hilfe hat das FBI dies sicherlich nicht geschafft, meint Andreas Bogk. Im Gespräch ist eine Firma namens Cellbrite, die bereits im Markt etabliert ist und mit dem FBI zusammenarbeite.

"Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit über eine externe Sicherheitsfirma gelaufen."
Andreas Bogk, Chaos Computer Club

Ob es wirklich eine Sicherheitslücke war, die das FBI nutzte - und ob diese im Zweifelsfall dem Konzern offen gelegt würde - bleibt abzuwarten.

Neues Betriebssystem ist sicherer

Andreas Bogk sagt, dass schon das iPhone 6 vor diesem einen Angriff sicher sei - man würde zwar den Passwortschutz aushebeln können, nicht aber an die Daten herankommen.

Apple meldete sich unterdessen in einem Statement selbst zu Wort und betonte noch einmal, wie wichtig dem Unternehmen die Datensicherheit seiner Kunden sei:
"Apple believes deeply that people in the United States and around the world deserve data protection, security and privacy. Sacrificing one for the other only puts people and countries at greater risk."

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