Am Wochenende entscheidet sich die Nachfolge von Bürgermeister Klaus Wowereit +++ Ikea-Möbel im Design-Check +++ Welches Schmerzmittel ist für welchen Zweck geeignet? +++ Tischmanieren weltweit: Ein Feld für Fettnäppchen +++ Ukraine-Krieg: Wladimir Putin und Petro Paroschenko auf dem EU-Asien-Gipfel +++ ...was heute sonst noch alles wichtig ist.

Thomas Ruscher·

Wir wünschen euch einen wunderbaren Freitagmorgen! Till Haase, Anna Kohn und Thomas Ruscher haben sich zur letzten Sendung Schaum oder Haase der Woche zusammen gerottet. Schön, dass ihr mithört und mitlest!

Thomas Ruscher·

Bei Ikea kauft so ziemlich jeder. Und das ist auch schon das Problem: Die dort gekauften Möbel stehen bei jeden Zweiten in der Wohnung rum. Da muss man schon fingerspitzenfühlig auswählen.

Marilen Hoffstädter ist Bloggerin auf Saustarkdesign und pimpt Ikea-Möbel. Sie erklärt, welche Stücke man bei Ikea noch kaufen kann: Ihr Favorit ist der Regal-Klassiker Billy, obwohl der nun wirklich überall vollstaubt. Und die Ikea-Betten gehen auch: "Angeblich wurde jeder zehnte Westeuropa in einem Ikea-Bett gezeugt." Erschütternd.

Oh, Ikea feiert heute übrigens seinen 40. Geburtstag in Deutschland.

Ein Stapel von Ikea-Tüten.
© dpa
Ohne Ikea geht scheinbar nichts in deutschen Wohnungen.
"Wenn ein Möbel von Ikea ist, erkennt man das direkt. Die Farbe und das Design der Möbelstücke ähneln sich sehr - da hat Ikea nicht so viel Auswahl."
Thomas Ruscher·

In Mailand läuft gerade der EU-Asien-Gipfel, Asem genannt. Und dort treffen sich auch der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko. Ein gemeinsames Frühstück steht an.

"Dass die beiden Präsidenten sich treffen, ist seit ein paar Monaten nicht mehr vorgekommen", sagt ARD-Korrespondent Tilmann Kleinjung, "das darf man also als wichtiges Entspannungssignal nehmen." Zu besprechen gibt es viel:

  • Lokalwahlen in der Ostukraine
  • Abzug der russischen Truppen
  • Überwachung der russisch-ukrainischen Grenze

Ein Treffen zwischen Putin und Angela Merkel gestern Abend habe zu nichts geführt. Heißt es aus russischen Quellen.

Thomas Ruscher·

Weltenbummler haben's auch nicht immer leicht, gerade wenn es bei Gastgebern an den Tisch geht. Die Welt ist voll von kulinarischen Fettnäpfchen. Anna hat sich ein paar überlebenswichtige Etikette-Regeln angesehen:

  • USA: Legt die linke Hand in den Schoß! Zwei Hände auf dem Tisch sehen für Amerikaner komisch aus
  • China: Es gibt immer so viele Gänge wie Personen am Tisch liegen! Also nicht voreilig satt futtern.
  • Russland: Vor dem Essen werden 100 Milliliter Wodka auf Ex getrunken! Dann wartet man fünf Minuten, dann kommt noch ein Glas Wodka.
  • Japan: Gebt bloß kein Trinkgeld! Die Kellner wären schwer beleidigt.
  • Deutschland: Auf der Rechnung ist alles ganz kleinteilig festgehalten und die Rechnung wird penibel aufgeteilt! Ziemlich kleinkariert, findet die Welt.

Eine hübsche Übersicht gibt's auch auf der Seite Restaurant Choice.

DRadio-Wissen-Reporterin Anna Kohn über internationale Tischmanieren
"Wenn du keine Ahnung von den Tischmanieren hast, wartest du und guckst, was das Gastgeber macht. Oder: Du fragst einfach. Das ist nicht unhöflich, sondern zeigt Interesse."
Thomas Ruscher·

Was machen gegen Ebola? In EU ist darüber gesprochen, in den USA eher ziemlich derb drüber gestritten worden.

  • Republikaner schimpfen: Alle aus Westafrika sollen draußen bleiben!
  • Demokraten antworten: Dann schleichen sie sich unkontrolliert rein!
  • Republikaner behaupten: Obama und seine Gesundheitspolitik sind schuld!
  • Demokraten kontern: Zu wenig Geld fürs Gesundheitssystem tötet!

Obama hat inzwischen entschieden, dass mehr als 4000 Soldaten nach Westafrika ziehen und dort helfen sollen.

Am 16.10.2014 trainieren Studenten in den USA, wie sie sich gegen Ebola schützen können.
© dpa
Erinnert an Breaking Bad, ist aber ein Training, mit dem sich Studenten auf Ebola vorbereiten.
Thomas Ruscher·

Crowdworking liegt im Trend. Die Rede ist von digitalen Dienstleistungen übers Netz, die dann pro Minute oder pro Stunde abgerechnet werden. Diese Arbeitskräfte lassen sich zum Beispiel prima für wissenschaftliche Studien heranziehen, erklärt DRadio-Wissen-Netzreporter Michael Gessat.

  • Crowd-Arbeiter sind immer verfügbar und billig
  • Studienteilnehmer aus dem Netz sind die besseren Versuchspersonen

Übers Netz erreichen die Unis nämlich alle möglichen Menschen - nicht nur Studenten, die sich sonst typischerweise in Versuchsgruppen zusammenrotten. Kurz gesagt: Versuchspersonen aus dem Netz sind "normaler" als Uni-nahe Personen.

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat übers Crowdworking
"Wenn man etwa die Amerikaner ansieht, die ihre Arbeit auf der Crowdworking-Plattform Amazon Mechanical Turk anbieten, liegen sie sehr nahe am Durchschnitt der US-Bevölkerung - viel besser als die typische Personenauswahl von Uni-Versuchen."
Thomas Ruscher·

Die Berliner SPD wählt, morgen kommt dann heraus, wer Klaus Wowereits Nachfolger als Bürgermeister wird. Drei Kandidaten gibt's: SPD-Chef Jan Stöß, SPD-Fraktionschef Raed Saleh und Stadtentwicklungssenator Michael Müller.

Wer hat das Zeug zum Nachfolger? Der DRadio-Wissen-Bürgermeister-Check, Wir haben den Chefredakteur des Berliner Stadtmagazins Zitty, Stefan Tillmann, nach seiner Meinung zu den allerwichtigsten Punkten gefragt.

Wer bekommt den Flughafen fertig?

Michael Müller - weil er die meiste Erfahrung hat.

Wer hat das Zeug zum Party-Musiker?

Raed Saleh - der trinkt zwar keinen Alkohol, steht aber auf Udo Jürgens und Helene Fischer.

Wer hält Berlin arm, aber sexy.

Schwierig - arm können alle, sexy kann keiner.

Wer haut das Zitat für die Ewigkeit raus?

Alle sind potentiell gefährdet und betonen, nicht abgehoben zu sein. Schwierig, wenn es um den Flughafen geht.

Stefan tippt: Michael Müller wird es schaffen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), aufgenommen am 16.10.2014 bei der 54. Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses in Berlin.
© dpa
Das mit Wowereit ist auch so langsam durch. Kann er gucken, wie er will.
"Eine Aussage eines Berliner Bürgermeisters wie 'Ich bin nicht abgehoben' ist im Zusammenhang mit dem Flughafen ziemlich gefährlich."
Thomas Ruscher·

Nach einer Studie ist Ibuprofen das beliebteste Schmerzmittel in Deutschland und hat Aspirin abgelöst. Die Formel: Schmerzen = Ibuprofen funktioniert aber nicht.

"Warum Ibuprofen so nach vorne gekommen ist, lässt sich medizinisch gar nicht erklären", sagt Schmerzarzt Hartmut Göbel. "Die Wirksamkeit ist nicht besser und die Verträglichkeit ist ungünstiger als bei Aspirin." Ob der Ibuprofen-Trend also sinnvoll sei, bleibe fraglich. Je nach Gebrechen taugen andere Mittel, erklärt Göbel.

Hartmut Göbel, Chefarzt an der Schmerzklinik in Kiel, über Schmerzmittel
"Es gibt sehr, sehr, sehr viele Firmen, die Ibuprofen vertreiben. Darum ist die Kommunikation viel dichter und Ibuprofen ist darum mehr im Bewusstsein. Medizinisch hat das keinen Grund."
Thomas Ruscher·

Seit April sind zwei Deutsche Geiseln der Terrorgruppe Abu Sayyaf auf den Philippinen. Eine 55 Jahre alte Frau und ihr 74 Jahre alter Lebensgefährte. Die Terroristen warten nach eigenen Angaben auf die Zusage Deutschlands von vier Millionen Euro Lösegeld. Außerdem solle Deutschland den Kampf gegen die IS-Terroristen einstellen.

Die Geiselnehmer sind offenbar zu Verhandlungen bereit - setzten den 74-jährigen Entführten aber bereits in sein eigenes Grab.

Mehr dazu gibt's in den DRadio-Wissen-Nachrichten.

Die 74 Jahre alte Abu-Sayyaf-Geisel, aufgenommen am 15.10.2014
© dpa
Die 74 Jahre alte Abu-Sayyaf-Geisel. Das Bild ist vom 15. Oktober.
Thomas Ruscher·

Bei der Bahn wird weitergestreikt: Ab 15 Uhr wird der Güterverkehr platt gemacht. Ein paar Stunden später geht's dem Personenverkehr an den Kragen: Von Samstagnacht um 2 Uhr bis Montagmorgen um 4 Uhr werden die Mitglieder der Lokführergesellschaft GDL streiken.

Thomas Ruscher·

Wir werden ausgeschnüffelt und überwacht im Netz. Wissen wir. Darum läuft auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter seit Anfang der Woche die Kampagne für die Anonabox, mit dem man problemlos über das Verschleierungsnetzwerk Tor ins Netz kommt. Das soll anonymes Surfen auch für IT-Laien garantieren. Fast 600.000 Dollar haben die Entwickler schon eingesammelt.

Klingt erstmal ziemlich cool. Aber DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat muss uns leider den Spielverderber machen: Tor verschlüsselt nur die IP-Adresse, nicht aber den Datenverkehr. Der wird grundsätzlich exzessiv von Geheimdiensten überwacht. Will heißen: Wer nicht damit umgehen kann, präsentiert sich bei Tor eher im Rampenlicht als im Schutz des Darknets.

DRadio Wissen
"210 Minuten Schaum oder Haase: das Best of"
Thomas Ruscher·

Es ist 10 Uhr... und wir sind raus! Das Schaum-oder-Haase-Team verbeugt sich ganz tief vor euch, sagt lieb "Danke fürs Zuhören und Mitlesen!" und wünscht euch ein grandioses Wochenende! Nächste Woche ab 6:30 Uhr geht's dann weiter mit einer Marlis-Schaum-Woche.