Wir riechen. Und zwar im doppelten Sinne. Wir strömen Düfte aus und nehmen Gerüche wahr. Das ist Teil unserer Kommunikation. In bestimmten Situationen kann der Geruchssinn über Leben und Tod entscheiden, bei einem Brand zum Beispiel. Und wir können einiges dafür tun, dass wir besser riechen: nicht nur indem wir Deo verwenden, sondern auch indem wir unsere Nase trainieren.

Eine Redaktionskonferenz mit Sven Preger.

Überfüllter Mülleimer in eimem Hinterhof
Geruchsprotokoll

Der Duft der Stadt

Asphalt, Bäckereien, Hundescheiße, Dönerbuden und überquellende Mülleimer. Der Duft der Stadt besteht aus vielen Nuancen, die wir im Alltag gar nicht so richtig wahrnehmen. Unsere Reporterin Julia Möckl ist darum durch die Stadt gelaufen und hat mal ganz bewusst hin-geschnüffelt.

Die Baustelle riecht nach Staub und Dreck, nach feuchtem Dreck, wenn man genauer riecht, ein bisschen erdig. Auf der Straße steigen die Abgase der Autos besonders stark in die Nase und die Dönerbuden riechen nach frischem Fladenbrot und orientalischen Gewürzen. Wer schnell von A nach B rennt, nimmt die Gerüche, die uns jeden Tag umwehen kaum wahr.

Kirschblüte und Hundehaufen

Bei manchen Berufen ist das vielleicht von Vorteil, zum Beispiel für Mitarbeiter der Müllabfuhr. Den Müllmann, den Julia getroffen hat, der fand seinen Job vor allem am Anfang gewöhnungsbedürftig: "Man sieht das ja auch, wenn wir am Wagen sind, wir riechen das fast gar nicht mehr – und wenn die Leute vorbei gehen, die halten sich die Nase zu. Denkt man auch: Also stinkt es doch." Er nimmt es nur noch dann wahr, wenn der Gestank extrem wird, so wie im Sommer, wenn die Sonne die Mülltüten mit Essensresten aus den Restaurants aufwärmt.

Fazit: Julia war enttäuscht, dass der blühende Kirschbaum nach nichts gerochen hat. Und beim Hundehaufen hat sie sich verweigert. Sie musste sich ziemlich konzentrieren, um die verschiedenen Gerüche zu identifizieren. Und: Sie reagiert eher auf unangenehme Gerüche als auf Wohlgeruch. Daran will sie jetzt arbeiten.