Heute heißen die Städte Bagdad, Donezk oder Homs. Vor 70 Jahren waren es Köln, Dresden und Nürnberg, fast alle größeren deutschen Städte. Nach dem 2. Weltkrieg waren diese Städte nur noch Ruinen. Mit den Flächenbombardements wollten die Alliierten den Widerstand der Bevölkerung brechen. Tausende Menschen kamen bei dabei ums Leben - auch bei dem Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 vor 70 Jahren.

Nürnberger Bürger, die ihre während des Krieges zerstörten Häuser verlassen mußten, haben sich inmitten der zerstörten Stadt aus Trümmern eine behelfsmäßige Unterkunft errichtet.
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Nürnberg

"Man kann die Angst riechen"

Als Nürnberg am 2. Januar 1945 bombardiert wurde, war Erich noch ein Kind. Er hat den Angriff gemeinsam mit seinem Vater überlebt - im Keller unter ihrem Haus. Drei Tage und drei Nächte lang waren sie dort mit anderen Menschen eingeschlossen.

An das Geräusch und vor allem an das Gefühl, wenn die Sirenen losgehen, erinnert sich Erich bis heute: "Die Angst ist einfach so groß." Am 2. Januar 1945 hat der Angriff der Engländer um 19:30 Uhr begonnen. Er erfolgt in drei Wellen: Während der ersten beiden Wellen sollen Sprengbomben, während der dritten Brandbomben abgeworfen werden.

"Jetzt sind wir verschüttet"

Die Nürnberger wurde in dieser Nacht zu 90 Prozent zerstört, 1800 Menschen wurden getötet, 3300 Menschen verletzt, 100.000 wurden obdachlos. Erich und sein Vater hatten Glück: Er saß in dieser Nacht mit seinem Vater und vielen Nachbarn im befestigten Keller unter ihrem Haus.

Und da saßen wir da unten im Keller, 40 Mann, 50 Mann. Und da war nichts mit Strom. Irgendwann waren die Kerzen vorbei, die Tür ging nicht mehr auf."
Erich über die Bombennacht in Nürnberg

Stunde Null für Erich

Drei Tage und drei Nächte hat Erich in dem Keller verbracht, bis sie irgendwann Klopfzeichen von außen hören.

"Ich habe sehr viele Situationen erlebt, wo ich sage: Du hast das damals überlebt, das andere ist doch ein Klacks."
Erich über sein Leben
Erich in seinem Wohnwagen
© Christian Rex | DRadio Wissen
Erich hat als Kind den Bombenangriff auf Nürnberg überlebt. Heute ist er fast 80 Jahre alt und lebt in einem Wohnwagen.