Der heute präsentierte Verfassungsschutzbericht 2016 warnt unter anderem davor, dass deutsche Parteien oder Politiker "Ziel russischer Einflussnahme" werden könnten.

Es gibt Menschen, die ein Interesse daran haben, dass die Wahl in Deutschland nicht regulär abläuft. Das zumindest lässt sich aus dem heute von Innenminister Thomas de Maizière vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2016 schließen. Er sagte, dass auch deutsche Parteien und Politiker "das Ziel russischer Einflussnahme" werden könnten. 

Ziel: die Demokratie schwächen

Nach Ansicht von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen geht es den Urhebern der Angriffe weniger darum, die eine oder andere Partei stärker werden zu lassen, sondern eher darum, die Demokratie insgesamt zu schädigen.

In der Vergangenheit sind Russland und China mehrfach als Angreifer bei Zauberattacken erkannt worden. Aber auch andere Nachrichtendienste werden verdächtigt, über die notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten zu verfügen, zum Beispiel staatliche Stellen im Iran.

"Wir haben keine Wahlcomputer. Da direkt reinzuhacken - das ist fast unmöglich. Und eigentlich geht auch niemand davon aus, dass das versucht werden wird."
Falk Steiner, Korrespondent in Berlin

Unser Hauptstadtkorrespondent Falk Steiner erklärt, dass es verschiedene Möglichkeiten für die Hacker gibt, in die Bundestagswahl einzugreifen. Zum einen könnten sie sich Informationen beschaffen oder selber falsche Informationen verbreiten - also Desinformationskampagnen starten.

Die zweite Möglichkeit wäre ein Angriff auf die eigentliche Wahl, auf den Wahlvorgang. Falk Steiner glaubt, dass so ein Eingriff eher unwahrscheinlich ist, weil unser Wahlsystem noch sehr analog funktioniert. Die Ergebnisse werden händisch ausgezählt und die Ergebnisse werden auf drei unterschiedlichen Wegen weitergegeben.

Für potenzielle Desinformationskampagnen spielen die sozialen Medien natürlich eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel könnten Politiker durch solche Kampagnen in Misskredit gebracht werden, sagt Falk Steiner. 

"Was Du nicht schaffen wirst, ist über 50 Prozent für den einen oder anderen herzustellen und damit dieses Ergebnis so richtig zu verfälschen."
Falk Steiner, Korrespondent in Berlin

Inzwischen gibt es auch schon ein paar Strategien, um mit potenziellen Hackerangriffen umzugehen. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik hat den Parteien schon vor Monaten angeboten, ihre IT sicher zu machen. Außerdem liegen Strategien bereit, wie man mit potenziellen Leaks umgehen könnte. Ob das ausreicht und ob das funktioniert, wird sich in den kommenden drei Monaten zeigen.