+++ Charlie Hebdo: Reaktionen auf die erste Ausgabe nach den Attentaten +++ Studie zur Persönlichkeit: Du bist so wie dein Stadtteil +++ Nigeria: Warum Boko Haram immer mächtiger wird +++ Fail: Freunde, die Pegida liken +++ Alles, was heute wichtig ist! +++

DRadio Wissen
Das Beste aus mehr drei Stunden Schaum oder Haase in weniger als drei Minuten.
Daniel Stender·

Und das war der Mittwochmorgen mit Schaum oder Haase. Mit Thilo Jahn am Mikrofon. Nilofar Elhami als Reporterin. Und Daniel Stender am Liveblog. Bis morgen!

Andreas Noll, Netzautor
"Cloud-Systeme haben bei Datenschützern einen zweifelhaften Ruf. Man sollte seine Dateien dort allenfalls verschlüsselt ablegen."
Daniel Stender·

Es ist so einfach: Alle Dateien sind überall und auf einen Klick verfügbar. Wenn Ihr sie in der Cloud speichert. Allerdings kann das Speichern von Dateien in der Cloud ungewünschte Folgen haben. Ein Mandant von Internet-Rechtsanwalt Udo Vetter bekam Besuch von der Polizei, weil er eine fragwürdige Datei in die One Cloud von Microsoft hochgeladen hatte. Diese Datei wurde von Microsoft als kinderpornografisch eingestuft - die US-Behörden informierten daraufhin das Bundeskriminalamt. Im Netz wird nun diskutiert, ob die automatisierte Suche nach strafbaren Inhalten in der Cloud auch Eltern treffen könnte, die Bilder ihrer Kinder dort speichern. Ob davon viele deutsche Eltern betroffen sein könnten, ist fraglich. Denn hierzulande benutzen noch immer nur wenige User Cloud-Dienste.

Cloud-Computing
© dpa
Daniel Stender·

Ihr kennt das: Auf Partys gibt es immer wieder diese Leute, die sich und anderen diese Glitzerschmiere ins Gesicht schmieren. Das ist lustig und bei manchen Menschen sieht das sogar gut aus. ABER: Spätestens am nächsten Morgen folgt der Glitzerkater. Denn das Zeug geht einfach nicht mehr weg. Ein australischer Unternehmer will daraus ein Geschäft machen - bei ihm könnt Ihr das Glitzerzeug per Post an Leute verschicken, denen Ihr nichts Gutes wünscht... Glitterrache!

Beatrix von Zedtwitz, Mediatorin
"Man gewinnt nichts dadurch, dass man sagt: "Was du postest, ist scheiße. Du hast hier nichts zu suchen mit deiner Meinung. Hau am besten ab!""
Daniel Stender·

Manchmal sind auch wir von der Lügenpresse uns nicht ganz einig, wie wir etwas bewerten sollen. Nilofar zum Beispiel folgt Pegida auf Twitter - aus journalistischen Gründen. Thilo folgt Pegida nicht. Tja. Gestern bei Facebook wollten wir wissen, wie ihr reagieren würdet, wenn Eure Freunde Pegida liken. Große Kontroverse! Manche würden die Freundschaft aufkündigen. Andere raten zu mehr Besonnenheit. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf Jan Böhmermann:

Wiebke Bleidorn, Persönlichkeitspsychologin von der Uni Tilburg in Holland
"Übertragen auf Berlin: Man wird dort vielleicht finden, dass Personen, die offener sind, sich in Neukölln wohler fühlen als in Adlershof."
Daniel Stender·

Sag mir, in welchem Stadtteil du wohnst - und ich sag Dir, wer Du bist. Laut einer britischen Studie lohnt es sich, bei der Wahl eines Wohnorts Rücksicht auf die eigene Persönlichkeit zu nehmen. Denn: Die Autoren haben herausgefunden, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in bestimmten Wohnorten vermehrt vorkommen. Vielleicht ist es also mehr als ein Klischee, dass Hipster in Neukölln wohnen und Öko-Eltern im Prenzlauer Berg...

Stefan Ehlert, Korrespondent
"Die Aktion #Bringbackourgirls hatte zunächst dazu geführt, dass sich die USA engagiert haben. Mehr als 200 Mädchen sind aber weiter verschwunden. Nun haben sich die Amerikaner offiziell zurückgezogen."
Daniel Stender·

Mitte Februar sollen in Nigeria Wahlen stattfinden - und Boko Haram hat ihre Attacken in dem Land verstärkt. Unterdessen greift die Terrorgruppe auch in Nachbarländern an: In Kamerun hat die Armee nach eigenen Angaben einen Attacke der Islamisten zurückgeschlagen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. "Bei der Bekämpfung von Boko Haram wurden viele Fehler gemacht", sagt Korrespondent Stefan Ehlert. Vor allem sei die wirtschaftliche Lage der Menschen im islamisch geprägten Norden des Landes so verheerend, dass sich viele der Terrorgruppe anschließen würden.

Szene nach einem Attentat in der nigerianischen Stadt Gombe.
© dpa
Pariser Kioskbesitzer über die neue Charlie-Hebdo-Ausgabe
"Wir haben so viele Reservierungen. Wir wissen gar nicht mehr, wer uns schon bezahlt hat."
Daniel Stender·

"Wo sind denn nun die 70 Jungfrauen?", fragen die Attentäter von Paris als sie ins Paradies kommen. "Beim Team von Charlie Hebdo, ihr Deppen." So in etwa lautet der Dialog zum Comic in der neuen Ausgabe der Zeitschrift (siehe unten).

"Charlie Hebdo" ist wieder da: traurig und spöttisch zugleich. Mit einem weinenden Mohammed auf dem Titelblatt und vielen Zeichnungen der ermordeten Redaktionsmitglieder. Dabei ist es auch in Frankreich gar nicht so einfach, die Zeitschrift zu bekommen, erklärt Korrespondentin Christine Kaess. Bisher lag die Auflage bei 60.000 Exemplaren, nun erscheinen drei Millionen Titel in 16 Sprachen. "Die Nachfrage ist gigantisch, es gibt teilweise lange Schlangen vor den Kiosken", erklärt Kaess. Und auf Ebay werden Ausgaben mittlerweile für knapp 70 Euro vertickt.

Joachim Gauck, Bundespräsident
"Die Terroristen wollen uns spalten. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren."
Daniel Stender·

Merkel, Gauck, Lammert. Viele wichtige Politiker und Vertreter von Religionsgemeinschaften waren gestern bei der vom Zentralrat der Muslime organisierten Mahnwache in Berlin dabei. "Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft von Extremisten, die nur das Ziel haben, Hass und Zwietracht zu stiften, auseinandergerissen wird", sagte Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime. Auch Deutschlandradio-Korrespondent Theo Geers fand die Veranstaltung mit 6.000 Teilnehmern beeindruckend. Wichtig: der Bundespräsident hat ganz klar gesagt, dass in Deutschland etwas schief gelaufen sein muss, wenn sich junge Muslime von hier den IS-Terroristen anschließen. "Es gibt also noch viel zu tun", findet Theo Geers.

Bundestagspräsident Norbert Lammer (CDU - l-r), Bundespräsident Joachim Gauck, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hacken sich am 13.01.2015 bei einer Mahnwache für die Opfer der Anschläge in Frankreich vor dem Brandenburger Tor in Berlin unter.
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Andreas Noll, Netzautor
"Es lohnt sich auf jeden Fall, mal in das Blog "wasmachendieda" reinzulesen."
Daniel Stender·

Tatatataa! Das Blog des Jahres 2014 ist wasmachendieda.de. Und was machen die da? "Die stellen wildfremde Menschen bei der Arbeit oder beim Hobby vor. Mit großer Ruhe und Liebe zum Detail", sagt Netzautor Andreas Noll. Zum Beispiel eine Seekartenexpertin aus Ostwestfalen. Eine Fußpflegerin. Einen Helgoland-Marathonläufer. Weitere Preisträger: Der Postillon als Satireblog. Jan Böhmermann hat den besten Twitter-Account. Newcomer des Jahres ist das Familienblog Kaiserinnenreich.de.

Zum Sterbefall 2014 wurde die Kommentarfunktion der Süddeutschen Zeitung gewählt. Nur noch ausgewählte Artikel dürfen hier kommentiert werden. Die SZ liegt damit im Trend - viele Zeitungen haben die User-Kommentare eingeschränkt. Warum? Vielleicht haben die Kollegen keine Lust mehr auf die vielen Trolle, die sich da herumtreiben. Fazit vom Journalisten Richard Gutjahr: We're fucked.

Daniel Stender·

"Unser Mohammed ist in erster Linie ein Mann, der weint." Das sagte der sichtlich aufgewühlte Karikaturist Luz gestern bei der Vorstellung der neuen Ausgabe von "Charlie Hebdo". In dieser Sendung werfen wir einen Blick in das Satire-Magazin.

Ach so: Guten Morgen allerseits! Thilo Jahn ist Moderator im Studio. Nilofar Elhami Reporterin. Daniel Stender tippt dieses Liveblog.