Die amerikanische IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike hat zum ersten Mal eine Rangliste der schnellsten Hacker der Welt veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Besten, Schnellsten, Trickreichsten sind die Russen. Das überrascht unseren Netzreporter Andreas Noll nicht. Dass die Russen besonders gute Hacker sind, ist allgemein bekannt. Ihre Bestzeiten allerdings sind beeindruckend.

Nach den Zahlen aus dem Crowdstrike-Ranking brauchen die besten russischen Hacker im Schnitt nur 18 Minuten und 49 Sekunden, um ins Innere eines Rechners vorzudringen. Auf Platz zwei im Hacker-Ranking folgen die Nordkoreaner mit zwei Stunden, 20 Minuten und dann die Chinesen mit vier Stunden.

"Das liegen also schon extreme Unterschiede zwischen den ersten drei Medaillen-Plätzen. Und Nordkorea auf Platz 2 vor China finde ich doch sehr überraschend."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Der Cyberabwehr-Spezialist Crowdstrike hat die Zahlen für das Ranking nicht eigens ermittelt, sie fallen bei dem IT Sicherheitsunternehmen automatisch an. Crowdstrike hat es sich zur Aufgabe gemacht, Angriffe auf PCs weltweit mit Hilfe seiner Cloud-Software auszuwerten – allerdings nur Angriffe auf PCs und nicht auf Smartphones. 

Westliche Hacker müssten auch vorne im Ranking sein

Die Crowdstrike-Software ist bei Hunderten Unternehmen installiert und überwacht den Datenverkehr. Das ist allerdings auch gleichzeitig die Schwachstelle der Untersuchung, findet unser Netzreporter. Sie sei alles andere als repräsentativ, weil vor allem westliche Kunden auf die Software setzen. Und die werden eben auch vor allem aus Russland, China oder Nordkorea angegriffen.

Amerikaner, Briten und Israelis müssten sich also eigentlich auch unter den Spitzenplätzen befinden, meint Netzreporter Andreas Noll. Zudem würden viele geheimdienstliche Operationen von Crowdstrike womöglich gar nicht erst entdeckt. Und die Unternehmen werben mit der Veröffentlichung so eines Rankings auch um Kunden. 

"Unternehmen der Sicherheitsbranche profitieren ja auch davon, wenn ihre Auftraggeber das Gefühl haben: Da draußen lauern ganz viele böse Hacker, die nur an meine Daten wollen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Der Begriff Hacker ist außerdem hier im Zusammenhang mit einem Ranking von Einbrechern in IT-Sicherheitssysteme eigentlich irreführend. Denn Hacker sind von der ursprünglichen Bedeutung her "die Guten", die auf Sicherheitsprobleme aufmerksam machen.

IT-Schutz scheint sich verbessert zu haben

Immerhin lässt die Rangliste den groben Schluss zu, dass die westliche IT-Infrastruktur besser geschützt ist als noch vor zwei Jahren, findet unser Netzreporter. Im Ranking sind nämlich die beiden vergangenen Jahre im Vergleich aufgelistet. Und da fällt positiv auf, dass die digitalen Einbrecher 2017 durchschnittlich eine Stunde und 58 Minuten für einen erfolgreichen Einbruch brauchten. Und 2018 waren es schon vier Stunden 37 Minuten.

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