Frank-Walter Steinmeier in der Ukraine +++ Wie sich der DFB finanziert +++ Warum Dax-Unternehmen Kunst kaufen +++ Wenn Mobber zu Opfern werden

Markus Frania ·

Schaum oder Haase mit Thilo Jahn. Sebastian Sonntag ist auch dabei und im Liveblog schreibt wieder Markus Frania. Wieder eine Jungsrunde. Schön, dass ihr dabei seid.

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Weiß er, wo es in der Ukraine lang geht? Frank-Walter Steinmeier reist heute auf jedem Fall erneut nach Kiew. Kein ganz einfacher Termin für den Außenminister: Er wird sich mit Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk treffen und nach eigenen Worten versuchen, in der zugespitzten Lage "Brücken zu schlagen".

Wie das gelingen soll und was das Treffen für eine Bedeutung hat, erklärt uns Stephan Laack, unser Korrespondent in der Ukraine. Steinmeiers wichtigstes Ziel: ein runder Tisch mit Vertretern aus dem Osten und Süden des Landes.

Allerdings gebe es viele Fragezeichen, weil sich die Regierung in Kiew weigere, mit Separatisten zu sprechen. Es sei also fraglich, ob bei dem runden Tisch wirklich die Personen zusammenkommen, die in der Ukraine das Sagen haben.

Frank-Walter Steinmeier  in Brüssel
© dpa
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Ob sich Jogi Löw heute Abend beim Testspiel gegen Polen selbst aufstellt, ist noch nicht bekannt. Vielleicht aber gar keine schlechte Idee, denn besonders viele Spieler stehen ihm nicht zur Verfügung. Der Grund: Die Kicker von Bayern München und Borussia Dortmund werden geschont, weil sie am Samstag noch beim Pokalfinale ran müssen.

Warum das Spiel dann nicht abgesagt wird? Weil der DFB mit Länderspielen viel Geld verdient, erzählt Philipp May aus der Sportredaktion des Deutschlandfunks. Überhaupt ist die Nationalmannschaft die Cash Cow des Sportverbandes. Über 100 Millionen Euro setzt der DFB im Jahr mit der Elitemannschaft um.

Fussball Training der Deutschen Nationalmannschaft am 12.05.2014 im Millerntor-Stadion in Hamburg Joachim Jogi Löw
© dpa
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Der Europäische Gerichtshof fällt heute ein Urteil zum "Vergessenwerden im Internet". Dabei geht es um die Frage, ob Google dazu verpflichtet werden kann, persönliche und vielleicht auch unangenehme Daten aus seinem Suchindex zu streichen.

Allerdings stehen, die Chancen schlecht, dass das passiert, sagt Jakob Müller aus der Nachrichtenredaktion. Der Grund: Im Juni vergangenen Jahres habe der Generalanwalt des EuGH sein Gutachten zu dem Fall vorgelegt und dem folgten die Richter meistens.

Bei dem Urteil geht es um einen Spanier, dem eine amtliche Bekanntmachung aus dem Jahr 1998 nachhängt. Damals wurde ein Haus von ihm zwangsversteigert, weil er Schulden bei der Sozialversicherung hatte. Die Bekanntmachung dazu tauchte dann vor wenigen Jahren wieder auf - weil eine große spanische Zeitung ihr Archiv online gestellt hat – und damit auch die Mitteilung zur Zwangsversteigerung.

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Wir müssen über nackte Haut reden. Nackte Haut, die keiner sehen will, zumindest nicht die Stadtverwaltung in Palma de Mallorca. Hier wurde gestern ein Gesetz zur Kleiderordnung in der Hauptstadt der Insel Mallorca verabschiedet. Mit dem Bikini oder der Badeshorts ins Restaurant ist nicht mehr.

Damit sich jetzt niemand an seiner Sangria verschluckt - das Verbot gilt nicht für die Strände und auch nicht für die Strandbars oder Restaurants, die an der Strandpromenade liegen. Dort kann man sich, wenn man möchte, nach wie vor in Bikini und Aldiletten gemütlich machen, beruhigt Sebastian Sonntag aus der DRadio-Wissen-Redaktion.

Zwei Damen im Biki am Ballermann
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Am 25. Mai ist Wahlstress in Deutschland: Europawahlen und Kommunalwahlen in mehreren Bundesländern. Da ist dann wieder die Faltkunst gefragt. Allein auf dem Wahlzettel für die Europawahlen stehen mehr als zwei Dutzend Parteien. Und dann auch noch der mühsame Gang ins Wahllokal oder die Beantragung der Briefwahl.

Das könnte im Internetzeitalter doch alles viel einfacher gehen. Geht es auch, wie die Esten seit Jahren beweisen. Als erstes und bislang einziges Land ist dort die Stimmabgabe bei Wahlen per Internet zulässig. Aber, so sagt unser Netz-Autor Andreas Noll, dort könnte bald eine Rolle rückwärts angesagt sein. Der Grund: Unabhängige IT-Experten empfehlen den Esten die Rückkehr zur Papierwahl. Denn die Risiken im Internet-Voting-System der Esten seien einfach zu groß. Bei der Europawahl bleibt jetzt allerdings erst einmal alles so wie es ist.

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"Nummer 5" (Elegant Lady), ein Werk des Expressionisten Jackson Pollock. Entstanden 1951, eine Leinwand 145 auf 139 Zentimeter, die in der Pollock-typischen Action Painting-Manier mit Lackfarbe bemalt wurde: geschätzer Wert 14 Millionen Euro.

Bisher gehört die elegante Dame noch dem größten deutschen Energiekonzern Eon. Bisher, denn heute kommt es unter den Hammer, bei Christie's in New York. Warum das Bild verkauft wird? Weil Eon Geld braucht, sagt Elke Buhr, stellvertretende Redaktionsleiterin des Kunstmagazins Monopol.

Viele Dax-Konzerne sammeln Kunst. Die größte Sammlung habe die Deutsche Bank. Bis zu 300 Millionen Euro soll sie wert sein. Warum die Konzerne auf Kunst setzen? Die Mitarbeiter sollen flexibel im Kopf bleiben und sich mit moderner Kunst auseinandersetzen. Kunst dürfe durchaus aufregen. Vielleicht auch ein Grund, warum sich Eon von seinem Pollock trennt. Die elegante Dame schockt im Jahr 2014 niemanden mehr.

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Prost? Am meisten trinken die Menschen in Russland. 12,5 Liter reinen Alkohol im Jahr. In Europa scheinen die Portugiesen besonders tief ins Portweinglas zu schauen. Überraschend: In Italien wird vergleichsweise wenig getrunken. Die WHO hat einen Report zum Thema erstellt und die Kollegen von Mashable eine Weltkarte der Trinker zusammengestellt.

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Peitschenhiebe für Blogger - am Wochenende sind wir über diese Meldung gestolpert. Es geht um einen Blogger aus Saudi-Arabien, der wegen "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde. Klar ist: Im Rechtssystem von Saudi-Arabien ist Folter eine Bestrafungsmethode. Und damit steht das Land leider nicht alleine da.

Gestern hat Amnesty International einen Bericht zur Folter weltweit vorgelegt. Das Erschreckende: Es gibt allein 27 verschiedene Formen von Folter, erzählt unser Reporter Julian Kuper. In Deutschland sind keine Fälle von Folter verzeichnet, aber durchaus Misshandlungen durch die Polizei. Die Kritik von Amnesty: Es gibt bei uns keine Stelle, an die sich Opfer wenden können.

Julian Kuper, Reporter DRadio Wissen
"Oft bleibt Folter verborgen."
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Tattoo einmal anders: Matt hat sich eine Schablone mit einem Häschen den Arm gelegt und sich von tausend Bettwanzen beißen lassen. Mich juckt es jetzt schon.

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Mobbing ist sehr übel. Und zurecht wehren sich die Opfer. Der Mobber bekommt also auch etwas ab. Geschieht ihm recht, könnte man sagen. Aber klar ist: Auch Mobbing-Täter tragen ihr Leid mit sich rum.

So bekommen sie zum Beispiel Druck am Arbeitsplatz. Häufig sei es auch so, dass aus Mobbingopfern später Täter würden, sagt Christian Dormann, Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität Mainz, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.

"Die Wahrscheinlichkeit Mobbingtäter zu werden, steigt wenn man vorher Opfer war."
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Er war die rechte Hand von Edward Snowden und derjenige, der bis heute Zugriff auf die Enthüllungsdaten des früheren Geheimdienstmitarbeiters hat: der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald. Über die Zusammenarbeit mit Edward Snowden, die Umstände der Flucht und die Überwachung hat Greenwald ein Buch geschrieben, das heute veröffentlicht wird.

Greewalds größtes Problem bis zur Veröffentlichung: zu verhindern, dass das Buch des Enthüllers vorvorzeitig enthüllt wird, erzählt unser Netzautor Andreas Noll.

War das jetzt alles was von den Snowden-Enthüllungen zu erwarten ist? Im Moment sorgt ein Interview von Greenwald mit der GQ für Aufregung. Und da sagt er: "Wir werden mit den großen Enthüllungen aus den Snowden-Papieren im Juni oder Juli 2014 abschließen. Und ich stelle mir das wie ein Feuerwerk vor: Das Beste kommt ganz am Schluss."

Der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald spricht am 10.04.2014 in Berlin mit Journalisten der dpa.
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Wir sind durch für heute. Uns hat es viel Spaß gemacht. Thilo Jahn, Sebastian Sonntag, Markus Frania uns das Team von Schaum oder Haase verabschieden sich bis morgen.