Hackerslist.com macht es möglich: Auf der Seite werden Hacking-Dienste angeboten. User können sich einen Hacker mieten und Hacker ihre Leistungen anbieten. Alles wie bei einer ganz normalen Handwerker-Börse im Netz. Bislang haben ihre Hacker ihre Dienste im Darknet angeboten. Das scheint sich jetzt zu ändern.

Vor gut zwei Monaten ist Hackerslist.com an den Start gegangen. Auf der Seite legen sich Hacker und Hacker-Suchende aus der ganzen Welt Profile an. Die potenziellen Auftraggeber stellen dann eine Anfrage, wie zum Beispiel: Prüfe meine Webseite auf Sicherheit. Oder: Wie vermeide ich Spam-Kommentare auf meiner Website. Die User geben auch an, wie viel sie für den Job zahlen wollen.

Konstruktives Hacking

Klingt super und alles ganz legal. Doch auf HackersList gibt es auch ganz andere Anfragen. Ein Student aus den USA zum Beispiel möchte, dass seine Noten innerhalb des Uni-Intranets aufgebessert werden. Jemand anderes möchte das Navigationsgerät seiner Freundin hacken, um herausfinden, ob sie fremdgeht.

Screenshot der Startseite von hackerslist.com, zeigt rund 40 Porträtfotos von Männer und Frauen.
Sieht alles ganz nett aus. Screenshot von Hackerslist.com. Hier kommen Hacker und Hacker-Suchende zusammen.

HackersList ist in Neuseeland registriert. Die Initiatoren bleiben bislang anonym. Laut der AGB der Seite verpflichten sich die Mitglieder, sich an geltendes Recht zu halten. Doch die Anfragen auf HackersList verlangen teils klar illegale Dienste. Und diese Anfragen werden nicht entfernt.

Screenshot einer Seite von hackerslist.com zeigt die Useranfragen, wie zum Beispiel: "Need access to a girlfriends cell phone texts and photos."
Mal das Mobiltelefon der Freundin oder des Freundes hacken lassen? Auch so etwas findet sich auf HackersList. Geht gar nicht.

1300 Hacker haben sich auf der Seite angemeldet. Doch viele sind gar nicht aktiv. Sie bieten nicht auf Projekte, noch wurden in den vergangenen Wochen Aufträge abgeschlossen. Ob Hacker und Hacker-Suchende ihre Projekte doch lieber abseits von HackersList durchführen, ist unklar. Das könnte ein Grund sein, das wenig los ist. Oder aber, das Darknet bleibt erst einmal der Ort, an dem sich die Hacker-Szene mit ihren Auftraggebern trifft.

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