Wenn drei Sprinter ihre Podestplätze nutzen, um gegen Rassismus zu protestieren und dafür das Ende ihrer Karriere in Kauf nehmen. Wenn ein israelischer Schiedsrichter nicht mehr nur ein Schiedsrichter ist, weil auf dem Platz eine Mannschaft aus Deutschland spielt. Wenn es der Fußball sein soll, der zum Weihnachtsfrieden 1914 zwischen den Deutschen und Briten geführt hat... Dann ist Sport nicht mehr nur ein Spiel, sondern Politik, bei der es um Interessen geht.

Eine Einhundert mit Paulus Müller.

Bei der Siegerehrung für den 200-m-Lauf der Männer demonstrieren die Amerikaner Tommie Smith (M, Goldmedaille) und John Carlos (r, Bronzemedaille) mit hochgereckter geballter Faust in schwarzem Handschuh für die "Black Power"-Bewegung. Links der Gewinner der Silbermedaille
© dpa
Black-Power-Bewegung

Diese Geste beendete ihre Karriere

Tommie Smith und John Carlos belegten beim 200-Meter-Sprint bei den olympischen Spielen 1968 erwartungsgemäß Medaillenplätze. Den Australier Peter Norman hatte niemand auf dem Schirm, und die Überraschung war riesig, als er den zweiten Platz holte. Doch dafür interessierte sich schnell niemand mehr. Denn er beteiligte sich am Protest der beiden US-Amerikaner - und für alle drei war ihre Karriere danach beendet.

Eine Wandmalerei in New York zeigt schwarze Sportler, die für die Rechte der Schwarzen eingestanden sind.
© Thomas Reintjes
Bei einem Spaziergang durch sein Viertel ist Deutschlandfunk-Nova-Autor Thomas Reintjes auf diese Wandmalerei gestoßen. Neben Tommie Smith und John Carlos sind darauf noch andere berühmte schwarze Sportler zu sehen: die Boxer Muhammad Ali und Jack Johnson, der Baseballer Edinson Vólquez und die Sprinterin Wilma Rudolph.