Das war so nicht geplant: Als Hanna mit 15 schwanger wird, muss sie sich entscheiden. Steve hingegen hat keine Wahl. Als er in den USA aus dem Gefängnis entlassen wird, kommt er direkt in Abschiebehaft. Nach 33 Jahren in den USA hatte er längst vergessen, dass er auf dem Papier Deutscher ist. Anne versucht, den Traum ihres Vaters vom eigenen Biohof weiterzuleben - bis sie die Geschäftsbücher sieht. Und Jens trifft es überraschend: Nach einem Unfall muss ihm ein Teil der Schädeldecke entfernt werden. Vier Geschichten über krasse Änderungen im Leben.

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Abgeschoben

Fuck, auf einmal Deutscher

Steve ist ein typischer Amerikaner. Er spricht breites Englisch, hat mit seinen Eltern als Kind in allen möglichen US-Bundestaaten gelebt. Mit 34 Jahren wird er plötzlich abgeschoben - wegen des mehrfachen Besitzes von Marihuana, in den USA eine schwere Straftat. Da hatte er schon fast vergessen, dass er gar kein amerikanischer Staatsbürger ist.

"Ich dachte, das geht irgendwie automatisch. Ich hatte sogar eine Sozialversicherungsnummer. Kein Arbeitgeber hat je etwas gesagt, noch nicht einmal die US-Armee. Ich hab sogar in meinen Steuererklärungen geschrieben, dass ich Amerikaner sei."
Steve

Als Deutschlandfunk-Nova-Reporter Pascal Fischer mit Steve über seine Abschiebung nach Deutschland und sein Leben in Frankfurt spricht, fällt ihm auf, dass er immer von seinem "Socialist" spricht. Damit meint er seinen Sozialarbeiter. Das ist aber nicht nur ein Versprecher zu Socialworker, erklärt er. Für ihn ist es ein bisschen wie Sozialismus, denn bisher hat er immer alles alleine gestemmt. Das war ihm fremd. Und auch, dass in Deutschland alles so ruhig war, als er in Deutschland landete: An einem Feiertag, dem 1. Mai.