Das war so nicht geplant: Als Hanna mit 15 schwanger wird, muss sie sich entscheiden. Steve hingegen hat keine Wahl. Als er in den USA aus dem Gefängnis entlassen wird, kommt er direkt in Abschiebehaft. Nach 33 Jahren in den USA hatte er längst vergessen, dass er auf dem Papier Deutscher ist. Anne versucht, den Traum ihres Vaters vom eigenen Biohof weiterzuleben - bis sie die Geschäftsbücher sieht. Und Jens trifft es überraschend: Nach einem Unfall muss ihm ein Teil der Schädeldecke entfernt werden. Vier Geschichten über krasse Änderungen im Leben.

Hanna mit ihrem Sohn Jonny 1988. Hanna wurde mit 16 Mutter.
© Hanna und Jonny
Hanna und Jonny

Schwanger mit 15

Hanna wird früh schwanger. Mit 16 bekommt sie Jonny. Ihre Eltern sind Professoren - und ihre Familie steht voll und ganz hinter ihr. Der Leitsatz: Ein glückliches Kind braucht eine glückliche Mutter. Das Wort Rabenmutter wird Hanna im Laufe ihres Lebens öfter hören, aber Hanna steckt es weg, denn es kommt nicht aus ihrem engsten Kreis. Es sind die Menschen auf der Straße, die Nachbarn, die die Nase rümpfen. Hanna macht ihr Abitur, studiert, promoviert und gründet eine erfolgreiche Firma. Nicht trotz, sondern mit Jonny.

Die junge Mutter Hanna mit ihrem Sohne Jonny in den frühen 80ern.

Autorin Rebekka Endler erzählt Paulus Müller von ihrer Begegnung mit Hannas Mutter Anneliese. Sie sagt: Nach meinem Interview mit Anneliese haben wir beide noch zusammengesessen und Kaffee getrunken. Und plötzlich hörte ich hinter verschlossenen Türen so ein leises Trapsen. Da ging jemand auf die Toilette - das hat mich erstaunt, weil Anneliese hatte mir erzählt, sie habe eine Mitbewohnerin, aber die sei zur Zeit gar nicht da. Dann hab ich gefragt, wer das sei, und da meinte Anneliese: Ja ja, Jonny sei zu Hause. Er sei zufällig gestern Abend gekommen, weil er was in Konstanz abholen wollte, sei dann aber mit seinen Freunden feiern gewesen, weswegen er bestimmt nicht vor drei oder vier Uhr in der Lage wäre ein Interview zu geben. Wie so ne Oma halt ist, meinte sie dann: ne, wir müssen den auf jeden Fall erst mal schlafen lassen. Und weil ich dann eine Zugverbindung hatte, die ich erreichen musste, konnte ich ihn nicht mehr persönlich sprechen, sondern wir haben das Interview dann über Skype nachgeholt.