Wer eine FFP2-Maske vorschriftsmäßig trägt, hat ein sehr geringes Risiko sich mit dem Coronavirus anzustecken, das hat eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts gezeigt.

Ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist inzwischen Teil unseres Alltags, wenn wir mit Bus und Bahn fahren, im Supermarkt einkaufen gehen, im Café an unseren Platz geführt werden. Denn dass sie uns vor Viren schützen, die sich durch Aerosole oder eine Tröpfcheninfektion übertragen können, daran besteht schon lange kein Zweifel mehr.

Bisher haben wir vielerorts noch die Wahl zwischen einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz und einer FFP2-Maske. Und viele von uns entscheiden sich dann eher für eine sogenannte OP-Maske, weil sie etwas dünner ist, nicht ganz so eng anliegt und das Atmen nicht so stark einschränkt.

Dass wir grundsätzlich öfter zu einer FFP2-Maske greifen sollten, legt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen nahe.

FFP2-Maske: Infektionsrisiko um fast 100 Prozent verringert

In dieser Studie wurde simuliert, wie sich Virenpartikel im Raum ausbreiten, wenn Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, eine Maske tragen oder dies nicht tun.

In einem Versuchsaufbau befand sich ein ungeimpfter Mensch fünf Minuten lang in einem Raum mit einem Covid-19-Infizierten. Die beiden Personen hatten einen Abstand von drei Metern zueinander. Die infizierte Person trug den Coronavirus der Deltavariante in sich.

Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung lag in diesem Fall bei fast 100 Prozent. Trugen beide Personen hingegen eine gut sitzende FFP2-Maske, dann lag das Infektionsrisiko laut Studie nur bei 0,1 Prozent. Dieser Wert bezieht sich auf eine Dauer von 20 Minuten, den beide Proband*innen im gleichen Raum verbracht haben.

"Deswegen weisen die Forschenden auch noch mal darauf hin, dass Maske tragen auch in Schulen eine gute Idee ist."

Eine eng anliegende FFP2-Maske schützt dieser Studie zufolge 75-mal besser als eine gut sitzende OP-Maske. Aber selbst schlecht sitzende medizinische Masken schützen immer noch besser als keinen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Deswegen empfehlen die Forschenden FFP2-Masken in geschlossenen Räumen wie zum Beispiel in Schulgebäuden zu tragen.

Keinen Einfluss auf Denkvermögen und Lungenfunktion

Auch wenn wir das Tragen der Maske als lästig empfinden, das Gefühl haben, dass wir uns schwerer konzentrieren oder dabei nicht so gut atmen können, scheinen Masken nicht wirklich einen Effekt auf körperliche Funktionen zu haben.

Das zeigt zumindest eine aktuelle, wenn auch kleine, Studie von zwei Forschenden an der Technischen Uni Berlin. Dabei wurden allerdings nur 44 erwachsene Proband*innen untersucht.

Keinen Unterschied beim Kopfrechnen

Die Studienergebnisse ergaben, dass es keine Rolle gespielt hat, ob die Teilnehmenden beim Kopfrechnen unter Stress eine FFP2-Maske (beziehungsweise KN95-Maske) getragen haben oder nicht. Denn in beiden Fällen rechneten sie gleich gut. Außerdem ließ sich auch kein Effekt auf die Herzfrequenz oder die Sauerstoffsättigung im Blut nachweisen.

Laut den Forschenden steht diese Erkenntnis nicht im Widerspruch dazu, dass Menschen das Tragen einer Maske als unangenehm empfinden können, weil sie beispielsweise unter einer Maske warme Luft einatmen.

Auch andere Studien wiesen darauf hin, dass die Lungenfunktion nicht beeinträchtigt wird und gesunde Menschen selbst bei körperlicher Aktivität und beim Sport mit Masken genügend Sauerstoff bekommen.