400 Australierinnen haben Nacktfotos von sich gemacht - und sind Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Fotos sind im Netz gelandet. Als ob das noch nicht schlimm genug gewesen wäre, sind die auch noch beschimpft worden: "Wann lernen Frauen endlich, wie man mit Nacktfotos umzugehen hat." Selbst Schuld?

Das ist natürlich eine Straftat: Die Hacker haben Nacktfotos der 400 Frauen, darunter auch viele Teenager, gestohlen und auf einschlägigen Internetseiten, Porno-Seiten und so weiter, veröffentlicht. Dort können die Bilder runtergeladen und kommentiert werden. Die Frauen haben sich dagegen gewehrt, allerdings ohne großen Erfolg: Die Bilder liegen auf US-Servern, die australische Justiz kann kaum etwas ausrichten.

Die Opfer wehren sich gegen Schuldzuweisungen

Auch die Betreiber der Seiten zeigen sich wenig hilfsbereit: Man werde sich nicht stoppen lassen und weitere Fotos veröffentlichen, hieß es stattdessen. Die Frauen mussten sich sogar beschimpfen lassen, von Usern, auf Facebook und von Medien. Weil ihre Fotos geklaut worden sind, fragt der australische TV-Sender Channel 7: "Wann lernen Frauen endlich, wie man mit Nacktfotos umzugehen hat." So wird den Opfern die Schuld zugeschoben. "Victim Blaming" nennt sich das auch - das haben schon Jennifer Lawrence und andere Prominente für ihre privaten Fotos erleben müssen.

Get fucked

Die Betroffenen lassen das nicht auf sich sitzen und wehren sich. Bekannt geworden ist vor allem der Protest von Facebook-Nutzerin Clementine Ford. Die Zeitungskolumnistin hat ein Foto von sich mit nacktem Oberkörper gemacht auf dem geschrieben steht: "Hey sunrise - get fucked". Sunrise ist der Name der Channel-7-Sendung.

Die Diskussion läuft: Unter diesem Facebook-Post stehen mehr als 21.000 Kommentare. Viele Unterstützer sind darunter, aber auch aggressive Hater und User, die sich über die Frau und ihren Körper lustig machen. Ein Ende ist nicht abzusehen, die nächsten gestohlenen Nacktbilder kommen bestimmt.

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