Dumm gelaufen - Hacking Team, ein Hersteller von Überwachungssoftware, wurde selbst gehackt. Jetzt ist das Gelächter groß - auch weil Hacking Team ziemlich umstritten ist. Das Unternehmen soll Software unter anderem an autoritäre Regime liefern.

Hacking Team hat es erwischt. Der Hersteller von Überwachungssoftware wurde gehackt. Jetzt zeichnet sich ab, mit wem das Unternehmen zusammengearbeitet hat. Und die Security-Community reibt sich die Hände, weil Hacking Team als Beispiel für eine Überwachungsindustrie gilt, die sich an jeden verkauft, der genügend Geld auf den Tisch legt.

Autoritäre Regime unter den Kunden

Am vergangenen Wochenende hatten die Angreifer den Webserver und das Twitter-Konto von Hacking Team unter Kontrolle gebracht. Seitdem verteilen sich Links, Downloads und Auszüge von Mails im Netz.

Besonders brisant: Wenn die geleakten Dokumente echt sein sollten, dann zählen Organisationen wie Reporter ohne Grenzen Hacking Team zurecht zu den Feinden des Internets. Die Rechnungen belegen offenbar, dass das Unternehmen seine Software auch an autoritäre Regime liefert. Auf der Kundenliste stehen Kasachstan, Sudan, Saudi Arabien, Russland, Ägypten und Äthiopien. So gibt es zum Beispiel ein Dankesschreiben des Regimes in Äthiopien. Mit Hilfe von Software aus dem Hause Hacking Team sei es gelungen, oppositionelle Ziele schnell zu identifizieren. Natürlich gehören auch Nachrichtendienste demokratischer Regierungen zu den Kunden des Softwareherstellers.

Hacking Team hat immer beteuert, ihre Software sei keine Waffe. Genau das ist in Zeiten des Cyberwar umstritten. Einige Experten betrachten Hacking-Team-Produkte wie Da Vinci durchaus als Cyberwaffe, weil sich damit Geräte von Einzelpersonen gezielt abhören und angreifen ließen. Bleibt die Frage, wer hinter der Attacke auf Hacking Team steckt. Dazu bekannt hat sich ein Hacker, der bereits Finfisher gehackt hat. Ein Unternehmen, das ebenfalls dafür berüchtigt war, Überwachungssoftware an Schurkenstaaten zu liefern.