Wo wohnt eigentlich der Geistesblitz? In den grauen Zellen von Henning Beck scheint er sich jedenfalls wohl zu fühlen, denn der Neurobiologe ist nicht nur Wissenschaftler, er ist auch leidenschaftlicher Science Slammer und sprudelt vor Ideen.

2012 hat Henning Beck abgeräumt - und zwar den Doktorhut mit Krönchen bei den Deutschen Meisterschaften im Science Slam. "Speed up your mind" hieß sein Vortrag. In nur zehn Minuten erklärt er, wie das Gehirn Geistesblitze verarbeitet.

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Das ist allerdings nicht nur reine Unterhaltung, denn die Wissenschaftler dürfen nur Themen vorstellen, an denen sie selber geforscht haben. Allerdings ist Henning Beck das Forschen allein längst nicht genug. Er liebt die Bühne, er liebt den Applaus und er liebt es, seine Forschung aus dem Labor heraus in die Welt zu tragen.

"Ich kann jeden Wissenschaftler nur ermuntern, die Science Slam Bühnen dieser Republik zu entern, weil es macht einfach unheimlich viel Spaß."
Henning Beck, Deutscher Meister im Science Slam 2012

Vom Nerd zum Neuroentertainer

Naturwissenschaften fand Henning Beck schon während seiner Schulzeit derartig spannend, dass ihm die normalen Bio-, Chemie- und Physik-Stunden längst nicht genug waren. Deshalb hat er parallel zur Schule eine Akademie besucht, um sich dort in die Biochemie zu vertiefen. Die vereint so ziemlich alle Naturwissenschaften miteinander - genau das Richtige für einen wissensdurstigen Schüler wie Henning.

Als Henning Beck dann 2003 Abitur macht, beginnt gerade so der Hype um die Neurowissenschaften. Perfektes Timing - zumindest für Henning, denn der findet schnell seine Leidenschaft für alle Vorgänge rund um die graue Masse unter der Schädeldecke und schreibt sich an der Universität Tübingen ein. 2012 - da ist Henning Beck gerade mal 29 - hat er nicht nur sein Diplom in der Tasche, sondern auch schon den Doktorhut auf. Und weil das alles noch nicht genug ist, macht er so ganz nebenbei im Frühjahr 2013 seinen International Diploma Abschluss in Projektmanagement an der Universität von Kalifornien.

Kopfbälle und Saufen machen dumm

Seit 2011 steht Henning Beck mit den Themen seiner Forschungsarbeiten auf der Bühne. Regelmäßig ist er zu Gast bei Science Slams. Und neuerdings ist der Neurobiologe und Biochemiker auch Buchautor. In "Hirnrissig - die 20,5 größten Hirnmythen - und wie unser Gehirn wirklich tickt", erklärt er, warum Profi-Kicker keine Angst vor Kopfbällen haben müssen und dass der gelegentliche Vollrausch nicht zwingend zur Verblödung führt.

"Ich hab das Buch geschrieben, weil es mir ein Anliegen war. Es ging mir wirklich darum, das Hirn mal zu verteidigen. Immer wird über das Gehirn alles mögliche behauptet, da wollte ich mal zurückschlagen - im Namen der Hirnforschung zeigen, was wirklich stimmt und was eben nicht."
Henning Beck über sein Buch "Hirnrissig"