Das Blog Ikea-Hackers zeigt eigentlich, was man für coole Sachen mit Ikea-Möbeln anstellen kann. Dafür hat der Möbelkonzern die Macherin der Seite nun abgemahnt. Sie ist bitter enttäuscht über diesen Schritt

Schon vor acht Jahren hat Jules Yap die Seite Ikea-Hackers gegründet. Sie zeigt, wie sie aus normalen Ikea-Möbeln neue und originelle Kreationen baut: bequeme Sessel mit Laptop-Halterung und Spielekonsolen im Lack-Tisch, aus einem billigen Beistelltisch wird mit etwas Stoff und Heißkleber ein neureicher Luxus-Hocker. Jahrelang war das für Ikea auch kein Problem - und dann trudelte plötzlich die Abmahnung bei Jules ein. Sie darf den Namen "Ikea-Hackers" nicht mehr benutzen. Die Gründe sind unklar.

"Ikea hat sich nicht öffentlich zur Abmahnung von Ikea-Hackers geäußert. Vielleicht wollen die selber so eine Hack-Seite machen. Vielleicht stört sie, dass dort auch Werbung geschaltet wird, um die Seite zu finanzieren."
DRadio-Wissen-Reporterin Martina Schulte über die Ikea-Abmahnung

Die Blogs laufen sich schon mal warm und sind der Meinung, die Abmahnung könnte sich zum PR-Desaster für Ikea entwickeln. "Ob sich Ikea mit dem Schritt einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen", kommentiert heise.de. "In der Regel reagiert die Community bei derartigen Ansinnen von groß gegen klein empört."

Proteste gegen die Ikea-Abmahnung

DRadio-Wissen-Netzreporterin Martina Schulte ist skeptisch, dass die Blog-Proteste etwas bringen: "Ob die Blogs groß und wichtig genug sind, um Ikea dazu zu bringen, seine Meinung zu ändern, das bezweifele ich." Denn obwohl die Abmahnung rechtlich fragwürdig sei, habe eine Privatperson selten den finanziellen Atem, sich gegen so einen fetten Konzern zu stellen und vor Gericht sein Recht durchzusetzen.