"Vier Jahre nach der Biene stirbt auch der Mensch", soll Einstein gesagt haben. Die Erklärung ist einfach: Ohne Bienen gibt es keine Bestäubung mehr, kein Obst und keine Pflanzen und irgendwann auch keine Menschen mehr. Wenn wir die Biene retten wollen, dann müssen wir sie erst einmal besser kennenlernen. Wir sprechen heute über Bienenhotels, Stadtimker und über die Wildbiene - den Lonesome Cowboy unter den Bienen. Auch die Gefahren, die ganze Bienenstöcke dahinraffen können, interessieren uns. Denn die Varroa-Milbe ist nur einer von vielen Feinden der Biene.

Eine Redaktionskonferenz mit Kaline Thyroff.

Wir könnten lange nicht so viel Obst und Früchte ernten, wenn es keine Bienen gäbe
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Insekten

Geldmaschine Biene

Emsige Bienen bringen der europäischen Wirtschaft über eine Milliarde US-Dollar Umsatz mehr pro Jahr ein. Nicht nur Naturschützer auch Ökonomen sorgt der Schwund der Bienen.

Bienen produzieren Honig und sie sind wichtig für die Artenvielfalt. Wenn sie an den Nektar von Blüten rankommen wollen, bestäuben sie diese automatisch. Diplom-Biologe Björn Klatt hat den Wert der Arbeit einer Honigbiene in einer Studie der Universität Göttingen erforscht. Fazit: Die Landwirtschaft produziert mithilfe der Insekten nicht nur mehr Obst, sondern die bestäubten Früchte sind auch qualitativ besser als diejenigen, die durch Selbstbefruchtung entstehen.

"Die durch Bienen bestäubten Früchte waren schwerer, hatten weniger Missbildungen und erreichten eine höhere Handelsklasse."

Im Feldversuch stellte sich heraus, dass zwei Drittel der Blüten von Wildbienen und nur ein Drittel von Honigbienen bestäubt wurden. Es gibt verschiedene Faktoren, die wohl die Dezimierung der Bienenbestände verursachen: Neben Pestiziden und Pilzvernichtungsmitteln schaden auch Klimaveränderungen und fehlende Pflanzenvielfalt den Insekten und somit in letzter Konsequenz dem Menschen.