Immer mehr Geräte lassen sich daheim vernetzten. Aber unser smartes Home ist ein willkommenes Einfallstor für Hacker. Die missbrauchen unsere Haushalts- oder Unterhaltungsgeräte, um ganze Server lahmzulegen.

Wer hätte gedacht, dass Twitter, Netflix, Paypal und Amazon mal durch Babyfones und Drucker lahmgelegt werden könnten? Vor ein paar Jahren wahrscheinlich niemand. Ist aber erst kürzlich passiert. Durch massenhafte Anfragen brachten Hacker die Websites zum Zusammenbruch - mithilfe von Haushaltsgeräten.

Das Problem: Die meisten internetfähigen Geräte sind von Haus aus ziemlich unsicher. Fernseher, Drucker, Netzwerkkameras, der Kühlschrank oder die Kaffeemaschine sind nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

"Viele der Geräte haben nur die Standardpasswörter, wenn überhaupt, und damit sind dann Tür und Tor für den Hackerangriff geöffnet."
DRadio-Wissen-Reporter Jörg Sauerwein

Selbst wenn der Kühlschrank im Gegensatz zum PC keine eigene Rechenleistung hat, können Hacker sich die Geräte zunutze machen. Die Angreifer geben den Geräten das Kommando, eine Anfrage an einen Dienst oder Server zu stellen. "Allein aufgrund der Masse dieser Anfragen, die von den Geräten, die in ihrem Netz hängen, gestellt werden, überlastet das den Dienst", sagt Elmar Padilla vom Fraunhofer Institut für Kommunikation. "Und schon ist das Ziel erreicht, nämlich diesen Dienst vom Netz zu nehmen."

Standard-Passwort: 0000

Um dagegen vorzugehen, fordert das BSI auch von den Herstellern, die ein- und ausgehende Kommunikation der Geräte ausreichend zu verschlüsseln. Oder die Verbraucher technisch dazu zu zwingen, Standard-Passwörter wie "0000" nach dem ersten Gebrauch zu ändern.

Ähnlich wie unser Computer dürften auch die vernetzte Kaffeemaschine oder der Kühlschrank in Zukunft regelmäßige Updates brauchen, damit das Risiko vor Angriffen zumindest eingedämmt wird.

"Absolute Sicherheit gibt's da nicht, das sagen alle Experten unisono."
Jörg Sauerwein

Je mehr Geräte der Wohnung ans Netz gehen, umso mehr Angriffsflächen bieten sich für Hacker, sagt Jörg Sauerwein. Und das spüren wir am eigenen Leib spätestens dann, wenn der Kühlschrank dazu genutzt wird, den Netflix-Server lahmzulegen und wir uns überlegen müssen, wie wir unsere Lieblingsserie gucken können.