Russland ist erstmal raus aus der G8 +++ Deutschlands dienstältester Lokalblogger schmeißt hin +++ Kein Wiedersehen passiert aus Zufall +++ Menschengemachte Infektion: Ebola in Guinea +++ Y-Titty und die Schleichwerbung auf Youtube +++ Wo ist eigentlich Kony?

Thomas Ruscher·

Ein Tipp kurz vor der Sendung: eiskalter Orangensaft. Tut an den Zähnen weh, macht aber wach und schmeckt ganz ok. Till Haase ist schon im Studio, ohne Saft, trotzdem hellwach. Nilofar Elhami bereitet sich nebenan vor und Thomas Ruscher tippt ins Liveblog. Guten Morgen!

Thomas Ruscher·

Oh: Anscheinend ist zum ersten Mal ein Mensch außerhalb von Afrika an Ebola erkrankt. Siehe Nachrichten. Mehr zum Virus gibt's später bei uns.

Thomas Ruscher·

Das geht raus an alle Heddesheimer: Willkommen bei DRadio Wissen! Wir bieten uns gerne als eure neue journalistische Heimat an.

Gerade erst hat Deutschlands dienstältester Lokalblogger Hardy Prothmann sein Heddesheimblog auf unbestimmte Zeit dicht gemacht - er will warten, bis seine User genügend Geld zur Blog-Finanzierung gespendet haben.

Wer Lust auf gebloggten Lokaljournalismus hat, wird übrigens immer noch fündig: vom Blickpunkt Bordesholm im Norden bis hin zur Tegernseer Stimme im Süden und den vielen Angeboten dazwischen.

DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll über Lokalblogs
"Die Euphorie ist verflogen: In Deutschland blüht die hyperlokale Blog-Landschaft nicht mehr ganz so farbenprächtig. Es gibt viele Klagen von Bloggern, dass man vom Bloggen nicht leben kann."
Thomas Ruscher·

Aus der Internationalen Sicherheitskonferenz ist ein G7-Sondertreffen und viel politisches Theater geworden. Unser Korrespondent Ralph Sina fasst die ersten Ergebnisse zusammen:

  • Es wird keine G8-Treffen mehr mit Russland in Moskau geben
  • Es gibt verschärfte Sanktionen, falls russische Truppen weitermarschieren

Immerhin: Der russische Außenminister hat gegenüber der Ukraine betont, dass Russland nicht in die Ost-Ukraine einrücken wird.

Barack Obama und Angela Merkel sitzen am 24.03.2014 in Den Haag am Tisch des G7-Treffens.
© dpa
G7 scheint Spaß zu machen.
Ralph Sina, Korrespondent in Den Haag
"Neben dieser Polit-Inszenierung hier in Den Haag gibt es eine Arbeitsebene, auf der Russland und die USA ganz normal miteinander arbeiten - deswegen muss man vorsichtig sein mit allzu apokalyptischen Kriegsgemälden."
Thomas Ruscher·

Ausschließen kann man bei Putin eigentlich gar nichts, meint unser Korrespondent Henryk Jarczyk. Aber der Rest der Ukraine ist eine ganz andere Sache als die Krim. Denn es gibt:

  1. 315 Kilometer Grenze, die Putin überqueren müsste.
  2. Eine Bevölkerung, die ihn nicht mit offenen Armen empfangen würde.
  3. Eine Polizei und ein Militär, das loyal zu Kiew ist.
Thomas Ruscher·

Oder einfach so:

Thomas Ruscher·

Seufz. Unsere Welt ist viel kleiner als gedacht. Ja, wir haben 50, 100 oder 400 Freunde auf Facebook, aber richtig enge Kontakte haben wir nur zu einer Handvoll.

Das hat nun eine Studie vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin erforscht. Nilofar Elhami fasst das Fazit der Studie so zusammen: Menschen, an die wir oft denken, die treffen wir auch oft. Oder anders: Aus den Augen aus dem Sinn. Und wen habt ihr schon wieder vergessen?

Thomas Ruscher·

Ebola verbreitet sich in Guinea, eine Erkrankung gibt's nun auch in Kanada. Und wir Menschen sind selbst schuld dran: Wir halten hygienische Standards nichts ein.

Der Virologe Herbert Pfister erklärt, dass Ebola gar keine Epidemie ist: Es ist eine lokale Krankheit, bricht alle vier Jahre aus, meist sind Gemeinden mit bis zu 300 Bewohnern betroffen - das sind übrigens zu wenige Menschen für die Pharmaindustrie, ein Impfstoff lohnt sich nicht und dürfte noch eine ganze Weile auf sich warten lassen.

Herbert Pfister, Leiter des Instituts für Virologie der Kölner Uniklinik
"Richtig infektiös wird der Ebola-Patient für seine Umwelt erst, wenn Blutungen einsetzen. Die Patienten bluten letztlich aus allen Körperöffnungen und auch in die inneren Organe hinein."
Thomas Ruscher·

Wir haben diskutiert, ob fünf Tage ausreichen, um den Steuerfall Hoeneß vor Gericht zu verhandeln - und in Ägypten dauert es drei Tage, um 529 Menschen zum Tode zu verurteilen. Menschenrechtlich und juristisch eine Katastrophe, meinen Beobachter.

Viele Ägypter finden das Urteil ok: "Das Urteil ist sehr gut, zum ersten Mal sehen wir unsere Richter richtig schnell handeln, ich bin sehr zufrieden mit diesem Urteil", zitiert Cornelia Wegerhoff einen Mann.

Die Korrespondentin sagt, es könnte noch mehr Todesurteile geben, der nächste Massenprozess steht für heute an.

DRadio-Wissen-Reporterin Cornelia Wegerhoff
"Viele Ägypter freuen sich über das harte, schnelle Urteil. Das ist Volkes Stimmung, da herrscht eine Hass-Atmosphäre gegen die Muslim-Brüder. Andere Stimmen fragen: Wie kann man so ein Urteil fällen, damit stellt man sich selbst ins Abseits."
Thomas Ruscher·

Sanktionen (zum Beispiel gegen Russland) sind übrigens nicht unbedingt der ganz effektive Weg, um einen Staat zum Einlenken zu bringen Julia Grauvogel vom Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien erklärt, dass nur ein Drittel aller Sanktionen gegen souveräne Staaten erfolgreich sind. Negativbeispiel: Kuba oder Nordkorea. Ziemlich gut geklappt hat es allerdings in Südafrika.

"Befürworter von Sanktionen argumentieren, dass politische Führer delegitimiert werden und einlenken, Skeptiker verweisen darauf, dass Sanktionen die Bevölkerung hinter der Regierung vereinen können."
Thomas Ruscher·

Wo ist Kony? Die USA wollen die Suche nach dem ugandischen Rebellenführer und Kriegsverbrecher verstärken. Seit 2005 wird er gesucht - richtig bekannt ist Kony aber vor zwei Jahren mit diesem umstrittenen Film geworden. Wenn ihr mal 30 Minuten Zeit habt, könnt ihr mal klicken.

Thomas Ruscher·

Es geht weiter...

Thomas Ruscher·

Sehr wahrscheinlich ist die Maschine der Malaysian Airlines mit 239 Menschen an Bord abgestürzt. Anstelle von Hoffnung tritt nun die Wut: In Peking haben sich vor der malaysischen Botschaft Angehörige mit der Polizei angelegt. Malaysias Regierung sei für den Tod der Menschen an Bord verantwortlich. Mehr dazu in unseren Nachrichten.

Nachrichten und Botschaften: Hoffen und Bangen für die Menschen an Bord der Malaysian Airlines MH370.
© dpa
Die Hoffnungen der Menschen haben sich am Montag zerschlagen.
Thomas Ruscher·

Y-Titty sind coole Jungs. Schleichwerbung ist eher so mittelcool. Und wie passt das nun zusammen? Eben.

Mirko Drotschmann von der ARD-Sendung Report Mainz hat recherchiert und festgestellt: Die Youtube-Videos von dem Comedy-Trio sind vollgestopft mit Schleichwerbung, für die Kohle kassiert wird. Von einer kommerziellen Zusammenarbeit ist aber keine Rede.

Das ist ein Problem, sagt Mirko: "Weil diese Youtube-Stars so authentisch rüberkommen, glaubt man ihnen, wenn sie etwas sagen - und genau das nutzen die Unternehmen aus."

Gerne würden wir hier noch ein lustiges Y-Titty-Video ranpappen, geht aber nicht.(Schleich-)Werbung und so. Doof.

"Als wir verdeckt angefragt haben, sind wir an Zahlen gekommen: Rund 50.000 Euro kostet es, wenn man als Unternehmen bei Y-Titty Werbung machen will. Dafür werden einem dann 650.000 Klicks innerhalb von vier Wochen garantiert."
Thomas Ruscher·

Till stellt fest: Morgen müssen wir alle wiederkommen. Pünktlich um 6:30 Uhr zu Schaum oder Haase. Na gut, wenn der Till das sagt, dann halten wir es auch so, und wenn ihr auch dabei sein, umso besser! Habt einen schönen Dienstag, tschüss!