Beim Eisessen, bei der Jobauswahl, bei der Urlaubsplanung: Ständig müssen wir Entscheidungen treffen. Manche davon bewusst andere unbewusst. Wie wir uns entscheiden und warum es auch ok sein kann, unentschieden zu sein.

Ein Autowrack liegt am 02.02.2015 auf einer Leitplanke an der Bundesstraße B3 bei Adensen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Bei dem Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen kam ein Mensch ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
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Notarzt

In fünf Sekunden entscheiden

Malte Issleib arbeitet seit zehn Jahren als Notarzt in Hamburg und muss seit zehn Jahren überlebenswichtige Entscheidungen treffen. Beim Ankommen am Einsatzort braucht der Notarzt dafür gerade mal fünf Sekunden.

Der Notarzt sieht sofort, was passiert ist. Hatte jemand einen Herzinfarkt? Oder ist etwas anderes passiert? Der Notarzt muss zum Beispiel checken, ob der Zustand eines Unfallopfers so gut ist, dass das Autodach vorsichtig entfernt werden kann. Gleichzeitig muss ein guter Notarzt in der Lage sein, Entscheidungen jederzeit umzuwerfen. Dabei ist er sich bewusst, dass seine Entscheidung immer in Unsicherheit stattfindet.

"Nach ein paar Jahren Erfahrung kann man fast schon sofort beim Handschütteln sehen, ob ein Patient einen Herzinfarkt hatte."
Malte Issleib, Notarzt

Der ABC-Algorithmus

Das wichtigste für die Arbeit eines Notarzts sind Training und Ausbildung von Entscheidungsalgorithmen. Ein Behandlungsalgorithmus kann zum Beispiel sein: Ich kümmere mich zuerst um das, was den Patienten am meisten gefährdet. Dafür orientiert sich Malte Issleib am ABC-Algorithmus:

  • A steht für Atmung
  • B für Brustkorb
  • C für Circukalation - also die Kreislauffunktion