Zwei Geschichten über mutige Menschen, die zu etwas stehen: Günther ist seit 20 Jahre katholischer Priester. Als seine heimliche Freundin schwanger wird, steht er zu seiner neuen Familie. Stephan ist nach der Trennung von seiner Ex-Freundin einsam. Deshalb kauft er sich Liebespuppen - nicht zum Sex, sondern um jemandem nahe zu sein. Die Einhundert mit Paulus Müller.

Stephan kauft sich Liebespuppen, um nicht mehr einsam zu sein. Er hat keinen Sex mit ihnen. Vielmehr bezeichnet er sie als Begleiterinnen.
© Christoph Bockisch
Liebespuppen

Stephan ist nicht mehr allein

Acht Jahre war Stephan mit Maria zusammen. Nach der Trennung ist er erst erleichtert, dann fühlt er sich einsam. Eine neue Beziehung kann er sich aber im Moment nicht vorstellen. Gegen die Einsamkeit helfen Stephan zurzeit acht Liebespuppen. Wie die seine Sehnsucht nach Nähe stillen und warum er keinen Sex mit ihnen haben kann, hört ihr in der Einhundert.

"Das sind für mich Kuscheltiere 2.0. Sie sind eine dauerhafte Präsenz bei mir in der Wohnung. Das heißt, auch wenn sie bei mir auf dem Gästebett liegen, und ich sie zudecke, damit sie nicht frieren, sind sie trotzdem da. Also ich empfinde es so, als ob trotzdem jemand da ist."
Stephan steht zu seiner Puppenliebe und weiß, dass er damit ein Tabu bricht.

Wenn Deutschlandfunk-Nova-Autorin Nora Große Harmann ihren Freunden von der Recherche erzählt, dann sind die irritiert oder fasziniert. Genau das macht für Nora auch den Reiz an dem Thema aus. Also sucht sie einen Liebespuppen-Besitzer. Über ein Online-Forum lernt sie dann Stephan kennen. Er hat Nora zu sich eingeladen, weil er zu seinem Hobby steht und darüber offen sprechen will.