45 Millionen Küken werden jedes Jahr getötet +++ Amazon wird Dienstleister +++ Die Schweiz sucht ihre neue Hymne +++ Die Bundeswehrwaffe G36: Ein Mängelexemplar +++ Jeder zweite Syrer ist auf der Flucht +++ Das Ende der Milchquote +++ Politiker fordern ein Ende der Schweigepflicht +++ Fracking in Deutschland

Thomas Ruscher·

Wir sind alle ein wenig zerzaust: Es ist stürmisch, kalt und nass. Till Haase und Tina Kießling stehen im Studio und versprechen eine ebenso stürmische und ruppige Sendung. Habt trotzdem einen guten Morgen!

Thomas Ruscher·

Gute Nachrichten für uns: Wir wissen endlich, wo wir arbeiten! Damit wir nie wieder im Studio unseren Namen vergessen und uns irgendwas zurecht stottern müssen.

...und alle so: Yeah!

Moderator Till Haase versteckt sich hinter einem DRadio-Wissen-Schriftzug
© dpa
Till hat immer das Wesentliche im Blick.
Thomas Ruscher·

Bei Amazon gibt's eh schon alles, bis hin zum Toilettenpapier. Nun will Amazon auch noch Dienstleistungen vermitteln. Haareschneiden zum Beispiel. Oder Ziegen zum Rasenmähen. Zuerst startet der Amazon Homeservice in ausgewählten Städten in den USA.

"Wenn es erfolgreich ist, wird der Service auch irgendwann nach Deutschland kommen", vermutet DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat. "Ich glaube aber nicht, dass das neue Angebot megamäßig durchstarten wird." Dienstleistungen sind eben nicht so standardisiert wie Produkte.

Jeff Bezos bei einer Pressekonferenz
© dpa
Jeff Bezos ist der Boss von Amazon.
DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über Amazon als Dienstleister
"Übers Netz vermittelte Dienstleistungen sind nichts Neues. Aber Amazon hat den Vorteil, dass es bereits diese riesige Reichweite hat."
Thomas Ruscher·

Bis zu 45 Millionen Küken werden jedes Jahr lebendig zerschreddert. Weil sie keine Eier legen können. Man muss kein Tierschützer sein, um das widerlich zu finden. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat nun versprochen, dass Ende 2016 keine männlichen Küken mehr getötet werden.

Das Problem: "Es ist einfach billiger, die Küken zu schreddern, als die männlichen Eier technisch auszusortieren", sagt Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens. Vielversprechend sei aber eine neue Methode, die das Geschlecht noch in der Eierschale bestimmen kann - damit das geschlüpfte Küken nicht geschreddert oder vergast werden muss.

Hier noch ein Video, wie Küken behandelt werden ...es gibt auf Youtube noch ein paar, nun ja, deutlichere Videos. Aber die müsst ihr euch selbst raussuchen.

Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens über Alternativen zum Küken-Schredder
"Eine funktionierende Alternative zum Küken-Schreddern muss sehr schnell und sehr billig sein. Das ist technisch und wissenschaftlich eine große Methode."
Thomas Ruscher·

Das G36 taugt nichts. Meint jedenfalls Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das Sturmgewehr soll ungenau schießen, wenn die Waffe warm geschossen wird oder wenn das Klima zu heiß ist.

Der Waffenproduzent Heckler&Koch sieht das hingegen recht anders und ist ziemlich angefressen: Der Vorwurf, das G36 habe Präzisionsfehler, stimme schlichtweg nicht. Seit einem halben Jahr kommuniziere die Bundeswehr nicht mehr mit dem Unternehmen, so sei es nicht möglich, die Vorwürfe adäquat aufzuklären.

Ein Soldat hält das G36 im Anschlag, das Standardgewehr der Bundeswehr.
© dpa
Waffenporno-Fans sagen: Sieht gut aus! Ursula von der Leyen sagt: Taugt irgendwie nix!
Thomas Ruscher·

Thomas Jarzombek von der CDU fordert, die ärztliche Schweigepflicht bei Piloten und Berufen wie Zugführern oder Fernbus-Fahrern zu prüfen. Das soll für mehr Sicherheit sorgen.

Arbeitnehmer mancher Berufe werden bereits jetzt verpflichtet, alle ein oder zwei Jahre eine Tauglichkeitsprüfung beim Arzt zu machen. Dieser Arzt soll nun verpflichtet werden, die sensiblen Infos rauszugeben. Dieser Plan sei mit unseren Gesetzen nicht vereinbar, sagt der Rechtsanwalt und Lawblogger Udo Vetter: "Die Schweigepflicht ist ein ganz elementares Recht der Bürger."

"Was würde eine Schweigepflicht denn bringen? Jeder Arbeitnehmer in so einem Beruf müsste vor jedem Arztbesuch Angst haben. Ich glaube, dadurch würde es viel mehr unentdeckte Problemfälle geben."
Thomas Ruscher·

Unser Techniker Max stellt fest: Der besten Song, den die DRadio-Wissen-Playlist zu bieten hat!

Der Screenshot zeigt die Playlist von DRadio Wissen am 31.03.2015.
© DRadio Wissen
Lieblingssong! <3
Thomas Ruscher·

Seit fünf Jahren herrscht Bürgerkrieg in Syrien. Es gab bisher mehr als 200.000 Tote, circa neun Millionen Menschen sind auf der Flucht. In Kuwait sammeln die Politiker auf einer Geberkonferenz Geld für die Menschen - denn natürlich ist immer viel zu wenig Kohle da.

"Die Flüchtlinge brauchen Lebensmittel, Decken, Zelte, sie brauchen Schulbildung", sagt unser Kuwait-Korrespondent Jürgen Stryjak. Zwar gebe es Schulen in den Flüchtlingscamps, aber die schiere Masse der Geflohenen macht es unmöglich, allen Kindern etwas Bildung zu ermöglichen. "Das Flüchtlingskommissariat fürchtet, dass damit eine ganze Generation von Syrern verloren ist."

In einem syrischen Flüchtlingslager sitzen zwei Kinder vor einem Zelt und sind mit Lebensmitteln beschäftigt.
© dpa
Fast neun Millionen Syrer sind auf der Flucht.
Kuwait-Korrespondent Jürgen Stryjak über die Flüchtlingssituation in Syrien
"Ich befürchte, es wird noch viel mehr Syrien-Flüchtlinge geben, bevor dieses Drama irgendwie ein Ende findet. Und dafür müsste es eine politische Lösung geben."
Thomas Ruscher·

Die Schweizer suchen gerade eine Nationalhymne. Und das ist der Grund:

Fährst im wilden Sturm daher
Bist du selbst uns Hort und Wehr
Du, allmächtig Waltender, Rettender!
In Gewitternacht und Grauen
Lasst uns kindlich ihm vertrauen!

Jetzt gibt es sechs Vorschläge für die neue Hymne, auf der Seite Chymne kann die ausgewählt werden. Der Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz urteilt: "Die Vorschläge sind eher traditionell, so unbedingt aufregend ist das alles nicht." Macht aber auch nichts. Ist halt 'ne Hymne.

Die Flagge der Schweiz vor blauem Himmel.
Ein Land, das eine so einprägsame Flagge hat, braucht auch eine entsprechende Hymne!
Musikwissenschaftler Volkmar Kramarz über die Schweizer Hymnen-Vorschläge
"Wenn eine Nationalhymne völlig übergreifend alle und jeden ansprechen soll, dann ist die Idee gar nicht so verkehrt, dass man da auf traditionelles Material zurückgreift."
Thomas Ruscher·

DDos-Attacken sind ein billiger, aber wirkungsvoller Trick, um eine Internetseite plattzumachen. Jüngstes Opfer ist die Programmierer-Seite Github. Die setzt sich auch mit Zensur in China auseinander - nun vermuten User und Seiten-Betreiber, dass eben China für die DDos-Attacke verantwortlich ist.

Die Hacker gehen ungewöhnlich professionell vor, im Prinzip kann sich Github kaum gegen die Attacke wehren. Und DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat stellt fest: Im Prinzip lässt sich so jede kritische Seite recht simpel ausknipsen.

Disclaimer: Wir finden die China-Firewall und Zensur übrigens super. Bitte nicht hacken. :-)

Thomas Ruscher·

...

Thomas Ruscher·

Deutschland könnte Fracking-Land werden. Demnächst soll entschieden werden, ob Fracking in Deutschland erlaubt oder verboten wird. Im Moment sieht es nach einer Mischform aus.

"Formal soll es ein Fracking-Verbot geben, aber nur für bestimmte Tiefen", erklärt der Wissenschaftsjournalist Jürgen Döschner. Außerdem gebe es Hintertürchen: Bis zu 16 Probebohrungen soll es pro Jahr geben. Außerdem soll eine Expertenkommission im Jahr 2021 entscheiden, ob die Einschränkungen weiter gelten sollen.

Ein Transparent mit Totenkopf und der Aufschrift "Kein Fracking!" steht am 06.03.2015 an der Ortsgrenze von Dudensen.
© dpa
Erdgas schön und gut, aber durchs Fracking könnte dem Trinkwasser geschadet werden.
Wissenschaftsjournalist Jürgen Döschner übers Fracking
"In Deutschland wurde bereits ungefährliches Fracking ohne Chemie betrieben. Das haben die Förderunternehmen aber auch erstmal auf Eis gelegt, weil Fracking so ein sensibles Thema ist."
DRadio Wissen
Für alle Verpasser und Zu-spät-Einschalter: Best of Schaum oder Haase!
Thomas Ruscher·

Es ist gleich auch schon 10 Uhr, wir machen Schluss und sagen: Bis Morgen! Dann vielleicht wieder mit besserem Wetter. Ohne Stürmen, Regen und in manchen Ecken sogar Schnee. Es soll Leute geben, die das Frühling nennen.

Dit is' Berlin, wa?