Der Kampf gegen Mexikos Drogenkartelle +++ Indiens erste Fußballliga für echte Helden +++ Nach der Wahl in Bolivien +++ Der knallharte Markt der Fernbusanbieter +++ Jetzt reicht's aber auch mal mit der Prokrastination! +++ Und alles, was heute sonst noch wichtig ist...

Thomas Ruscher·

Alle haben das Wochenende gut überstanden! Till Haase und Anna Kohn sowieso, die beiden stehen im Studio und machen sich für den ersten Schaum oder Haase der Woche warm. Und an der Liveblog-Tastatur sitzt Thomas Ruscher. Einen wunderbaren guten Morgen euch allen!

Thomas Ruscher·

Einer der berühmtesten Bosse eines mexikanischen Drogenkartells ist festgenommen worden: Vicente Carrillo Fuentes vom Kartell Juarez. Das kann man als harten Schlag gegen die Drogenclans bezeichnen. Aber eigentlich ist die Festnahme für den Drogenkrieg herzlich egal.

Die Gangster würden sich nun gegenseitig um die Nachfolge ihres Bosses bekämpfen, sagt der Politikwissenschaftler Karl-Dieter Hoffmann von der KU Eichstätt. Ansonsten gilt: "Bisher war es so, dass diese Festnahmen nicht dazu geführt haben, dass auch nur ein einziges Gramm Kokain weniger in die USA geschleust wird."

Schuld ist die riesige Nachfrage: "So lange der Drogenhunger in USA und in Europa so groß ist, werden die Kartelle liefern", urteilt Hoffmann.

Eine Gruppe von Polizisten in Kampfausrüstung patroullieren durch die Straßen in Mexiko am 13.09.2012.
© dpa
Für alle, die es nicht auf den ersten Blick erkannt haben: Diese schwer bewaffneten Männer sind Polizisten. In Mexiko. Darum die Sturmgewehre.
Politikwissenschaftler Karl-Dieter Hoffmann über den Drogenkrieg in Mexiko
"Mexiko befindet sich seit Jahren in einer Situation, wo vieles versucht wird, um dem Übel der Drogenkartelle beizukommen. Aber die Gewalt in Mexiko hat so ein hohes Level erreicht, dass Reformen überhaupt nicht greifen können."
Thomas Ruscher·

Eigentlich müsste ich jetzt diesen Blog-Eintrag schreiben. Ach, keine Lust. Lieber erstmal im Netz rumsurfen, Mails beantworten, aus dem Fenster gucken. Irgendwas wird wichtiger sein. Das ist die hohe Kunst der Prokrastination.

Die Lösung für diese Verbummelei heißt: Go Fucking Do It!

Auf dieser Seite gebt ihr die Aufgabe an, die ihr unbedingt erledigen wollt - und wenn ihr die Deadline vertrödelt, müsst ihr zahlen.

Unter 25 Dollar geht da gar nichts, maximal sind es 1000 Dollar. Die Strafen sollen halt richtig weh tun. Das Unternehmen, dass die Idee für "Go Fucking Do It" hatte, kassierte immerhin schon 45.000 Dollar.

DRadio-Wissen-Reporterin über die Anti-Prokrastinationsseite "Go Fucking Do It"
"Im Netz wurde diskutiert, ob die Strafen bei 'Go Fucking Do It' nicht besser an Charities gehen sollten. Das Unternehmen sagt aber: Dann fänden Leute es nicht so schlimm, das Geld zu zahlen."
Thomas Ruscher·

Gestern war der erste Spieltag einer Fußballliga für echte Helden: die Hero Indian Super League. Es gibt nur acht Mannschaften, die Saison läuft zwei Monate lang, aber die Inder sind schon richtig heiß drauf. Beim ersten Spiel Atlético de Kolkata gegen Mumbai City waren mehr als 100.000 Fans im Stadion. Ein Spektakel.

Die ganze Liga ist extrem professionell aufgezogen, sagt der Chefredakteur von 11 Freunde Philipp Köster. Auch internationale Altstars spielen mit, zum Beispiel der Ex-Dortmunder Manuel Friedrich, der Italiener Alessandro Del Piero oder der Franzose David Trezequet.

Suvasish Roychowdhury feiert am 12.10.2014 den Sieg seines Team  Atlético de Kolkota gegen Mumbai City.
© dpa
Der freut sich: Torwart Suvasish Roychowdhury hat das erste Spiel der Hero Indian Super League mit seinem Team Atlético de Kolkota gegen Mumbai City gewonnen.
Philipp Köster, Chefredakteur von 11 Freunde, über die neue Fußballliga Indiens
"Man kann mal feststellen, dass das Niveau der Hero Indian Super League, na ja, auf dem Niveau der dritten deutschen Liga ist."
Thomas Ruscher·

Unser DRadio-Wissen-Moderator Christoph Sterz ist gerade in Südamerika, mitten in Bolivien, und hat sich dort in die Präsidentenwahl gestürzt. Kurz gesagt: Der amtierende Präsident Evo Morales hat mit riesigem Vorsprung gewonnen.

Spannend ist vor allem, wie in Bolivien gewählt wird. Traditionell verboten ist etwa:

  • Nicht wählen - sonst drohen hohe Geldstrafen
  • Auto oder Bus fahren am Wahltag
  • Waffen bei sich tragen
  • 48 Stunden vor der Wahl Alkohol trinken
Boliviens Präsident Evo Morales gibt am 12.10.2014 seinen Stimmzettel ab.
© dpa
Boliviens Präsident Evo Morales gibt seine Stimme ab, ein paar Stunden später weiß er: er bleibt im Amt.
DRadio-Wissen-Moderator Christoph Sterz aus Bolivien über die Präsidentenwahl
"Ein bolivianischer Journalist hat ausgerechnet, dass Evo Morales im letzten Jahr um die 100 Millionen Dollar an Regierungsgeldern in reine Eigen-PR gesteckt habe - zehnmal mehr als seine Vorgänger."
Thomas Ruscher·

Das ist mal ein richtiger Wahlkäse! Christoph hat in Bolivien diesen Käse gekauft, der dem amtierenden Präsidenten einen gewissen Werbeeffekt verschafft. "Evo hält seine Versprechen" steht auf der Packung. Es ist halt ein staatlicher Käse.

DRadio-Wissen-Reporter Christoph Sterz hat einen Käse in Bolivien gekauft, auf dem steht: Evo hält seine Versprechen.
© Christoph Sterz | DRadio Wissen
Glauben Sie Ihrem Käse! Evo hält seine Versprechen!
Thomas Ruscher·

Nach dem Fappening kommt nun das Snappening: Wieder kursieren tausende intime Fotos im Netz. Dieses Mal aber nicht von Prominenten, sondern von allen möglichen Leuten, die ihre Bilder über Snapchat verschickt haben. Darunter Nacktbilder von Minderjährigen.

DRadio-Wissen-Netzreporter Michael Gessat erklärt: Snapchat hat ein grundsätzliches technisches Problem. Eigentlich verspricht der Dienst, dass gesendete Bilder sofort wieder gelöscht werden. Aber die Bilder-Empfänger müssen nicht mit der Original-App auf den Dienst zugreifen, sondern können auch andere Apps benutzen - und die können die Löschfunktion dann aushebeln.

Thomas Ruscher·

Fernbusse sind beliebt, die Fahrten sind billig, für 16 Euro kommt man von Köln nach Hamburg. Das Problem: Die Konkurrenz ist riesig. So groß, dass einer der 40 Fernbus-Anbieter jetzt aufgibt. Die Busse von City2City fahren heute das letzte Mal.

Der Druck in der Branche ist offenbar heftig. Und darunter leiden die Busfahrer. Raoul Machalet vom Verein Mobifair erklärt, dass Bestimmungen oft nicht eingehalten werden, die Fahrer machen zu kurze Pausen, können zwischen zwei Fahrten nicht richtig ausruhen.

Ein Linienbus von city2city, eine Tochter der britischen National Express Group, kurz NX Group, aufgenommen am 24.09.2014 in Köln.
© dpa
Das Fernbus-Unternehmen City2City ist raus aus dem Spiel: zu viel Konkurrenz, zu niedrige Preise.
"Wir stellen fest, dass die Verstöße gegen Fahrt- und Ruhezeiten flächendeckend bei allen Anbietern von Fernbusreisen immer wieder auftauchen."
Thomas Ruscher·

Seit 2002 ist Prostitution in Deutschland legal. Seitdem gibt es die Kritik, dass das Gesetz auch die Zwangsprostitution fördere. Nun haben sich CDU und SPD auf eine neue Regelung geeinigt, die Zwangsprostituierten helfen soll: Ihre Freier sollen bestraft werden.

Eine Ausnahme gibt es: Sex-Kunden, die Zwangsprostituierten helfen, sollen keine Strafe befürchten.

Und ein Video dazu. Weil's so gut passt.

Thomas Ruscher·

Beamten haben ja nicht den allerbesten Ruf. Aber geradezu legendär aufgeblasen, ineffizient und korrupt ist der Beamtenapparat in Indien. Der neue Premierminister Narendra Modi hat faulen Beamte den Kampf angesagt: Mit der Seite Attendance kann jeder live gucken, wie viele Beamte es gerade an ihren Arbeitsplatz geschafft haben.

Halten wir mal den ganz aktuellen Stand fest: Von 50650 registrierten Beamten sind im Moment 27849 anwesend. Ob das jetzt gut oder schlecht ist? Keine Ahnung.

Oh, jetzt sind es 27862 Anwesende...

DRadio-Wissen-Netzreporter Michael Gessat über das Beamtentum in Indien
"Das Problem mit Beamten wird in Indien als so gravierend empfunden, dass Pro-Transparenz-Offensiven sehr populär ist. Premier Modi punktet auch mit Kloputz-Iniativen, die auch für höhere Amts-Würdenträger gelten."
Thomas Ruscher·

Falls ihr noch ein paar Smalltalk-Themen für den spontanen Flirt braucht, bitte:

  • Am Wochenende wurde in Ludwigsburg der schwerste Kürbis Europas gekürt: 1054 Kilogramm bei einem Umfang von 5,7 Metern.
  • Die zwei sexiesten Menschen, die derzeit auf der Welt rumlaufen, sind laut dem Esquire-Magazin: Penelope Cruz und Maroon-5-Sänger Adam Levine.
  • Whistleblower Edward Snowden ist nicht mehr alleine in Moskau, seine Freundin Lindsay Mills wohnt jetzt bei ihm. Sie machen: Pärchenkram.

...und falls ihr noch Lust auf ein Aufregerthema habt: "Der Tatort gestern mit Ulrich Tukur war ja wohl genial / eine Frechheit!"

DRadio Wissen
"Ein kleiner Audio-Überblick über die vergangenen 3,5 Stunden: Best of Schaum oder Haase."
Thomas Ruscher·

Das war's auch schon mit dem Montagmorgen und Schaum oder Haase. Und während das Team schon munter die nächste Sendung plant, macht im Studio Sebastian Sonntag mit dem Grünstreifen weiter. Viel Spaß dabei und bis morgen um 6:30 Uhr!