Was hat Obama im Kampf gegen den Rassismus erreicht? +++ Spionage-Apps: Überwachung zum Selbermachen +++ Verlängerung der Waffenruhe im Nahen Osten +++ Immer mehr Flugausfälle: Welche Ansprüche habe ich? +++ Macht das Wetter uns müde?

Niko Fischer ·

Guten Morgen! Dienst am Dienstag, das macht Sinn - und sogar Spaß: Till Haase und Sebastian Sonntag werden euch mit ihren Stimmen beglücken und informieren, ich versuche das an den Tasten, die das Web bedeuten, und geplant hat das Ganze unsere Redakteurin Anne Bohlmann. Wie immer bekommt ihr bei uns alles, was ihr heute wissen müsst. Starten wir in Tag zwei der Haasigen Woche, in Kürze geht's los...

Niko Fischer ·

Dank Edward Snowden wissen wir: Die NSA hört die halbe Welt ab, vielleicht sogar die ganze. Der britische GCHQ macht mit - und wie wir jetzt erfahren haben auch der BND. Offenbar spioniert jeder jeden aus - warum machen wir da eigentlich nicht mit? Wäre ja schon nicht uninteressant zu erfahren, was Freunde oder Kollegen so über einen denken oder wo sich der Freund oder die Freundin gerade so rumtreibt. Einfach schnell die App auf dem Smartphone des Partners installieren (wenn er oder sie gerade nicht hinschaut), und schon ist man im Klub der Hobby-Spione. Sebastian Sonntag hat nützliche Tipps gesammelt...

Fotograf versteckt sich hinter Grashalmen, das Objektiv auf den Betrachter gerichtet
Ich seh dich!
Ausschnitt aus dem Werbespot einer Spionage-App
"Sehen Sie, ob Ihr Partner Sie betrügt. Schreiben sie normale oder sogar erotische SMS? Bleiben sie ungewöhnlich lang oder sogar über Nacht an einem bestimmten Ort?"
Niko Fischer ·

Die Kleinstadt Ferguson in den USA kommt nicht zur Ruhe, vor gut einer Woche ist dort ein schwarzer 18-Jähriger von einem weißen Polizisten erschossen worden. Seitdem gibt es wieder eine hitzige Rassismus-Debatte in den USA.

Eine der Hauptursachen für die Unzufriedenheit der schwarzen Bevölkerung sei ihre häufig schlechtere wirtschaftliche Situation, sagt Sabrina Fritz in Washington D.C. Jede zweite alleinerziehende Frau in den USA sei schwarz. Die Kinder hätten schlechtere Startbedingungen - und dann setze sich der ganze Kreislauf in Gang von erhöhter Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Armut.

Barack Obama, nachdenklich nach unten schauend
© dpa
Kampf gegen den Rassismus: Er muss sich anhören, dass er in seiner Amtszeit noch nicht viel erreicht hat.
Sabrina Fritz, Korrespondentin Washington D.C.
"Nein, ein rassistisches Land sind die USA nicht, das wäre übertrieben. Aber Afro-Amerikaner sind in den USA benachteiligt."
Niko Fischer ·

Social Media im Netz: Da sind Facebook und Twitter die Platzhirsche - und liefern sich ein nettes Rennen um neue Mitglieder und um die Frage, wie man am meisten Geld aus der Sache herausschlagen kann. Eigentlich können die beiden Dienste ganz gut nebeneinander existieren, weil sie bislang vom Ansatz her grundverschieden sind. Deswegen nutzen ja auch sehr viele User sowohl Facebook als auch Twitter.

Nur sieht es mittlerweile so aus, als kämen sich die beiden Hirsche ins Gehege: Twitter führt Facebook-ähnliche Konzepte ein und Facebook Twitter-ähnliche, berichtet Netzreporter Michael Gessat. Die User finden das gar nicht toll.

Facebook und Twitter Icon auf Smartphone
© dpa
Nähern sich immer weiter an...
Michael Gessat, DRadio Wissen Netzreporter
"Seit dem Wochenende tauchen bei Twitter plötzlich auch Tweets auf, die von den Leuten, denen man folgt, favorisiert worden sind. Und bei Facebook tauchen jetzt plötzlich Hashtags und @-Erwähnungen auf, genau wie bei Twitter."
Niko Fischer ·

An den fünf größten deutschen Airports sind im vergangenen Jahr 28.115 Flüge ausgefallen oder mehr als drei Stunden verspätet gestartet oder gelandet. Das war ein Zuwachs um zwölf Prozent im Vergleich zu 2012, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". 4,8 Millionen Passagiere waren betroffen. Welche Ansprüche man bei Flugausfällen oder Verspätungen hat, hat uns Jonas Swarzenski verraten, er ist Anwalt und Leiter der Rechtsabteilung von flightright, einem Portal für Fluggastrechte.

Ein Fluggast wartet auf dem Flughafen Berlin Tegel vor einer Anzeigetafel, auf der die Lufthansa-Flüge mit dem Vermerk "cancel" versehen sind.
© dpa
Warten, umbuchen... oder ausrasten?
Jonas Swarzenski, Anwalt für Fluggastrechte
"Wir gehen davon aus, dass der Anstieg der Verspätungen mit dem Anstieg der generellen Flugverbindungen zu tun hat. Außerdem kommt es zu Überlastungen von Flughäfen, gerade auch in Berlin."
Niko Fischer ·

Es war ein Hoffen und Bangen heute Nacht im Nahen Osten – denn dort sollte um Mitternacht die seit einer Woche andauernde Kampfpause zwischen Israelis und Palästinensern ablaufen. Wenige Minuten vor Mitternacht einigten sich die Konfliktparteien darauf, die Waffenruhe um 24 Stunden zu verlängern, berichtet Jakob Müller aus der DRadio Wissen Nachrichtenredaktion.

Gazakrieg 2014: Zerstörungen in Beit Hanun
© dpa
Die Verhandlungen um eine dauerhafte Waffenruhe gehen weiter, die Zerstörungen in Beit Hanun bleiben.
Jakob Müller, DRadio Wissen Nachrichtenredaktion
"Eine Feuerpause von mehreren Wochen, von der die palästinensische Seite mal gesprochen hatte, war offenbar zu optimistisch. Es scheint noch erhebliche Differenzen zu geben, die man erst mal überwinden muss."
Niko Fischer ·

Also dieser Sommer... der ist irgendwie keiner. Seid ihr auch so müüüüüüüüüüde? Ich meine, jetzt nicht wegen der Uhrzeit (okay, es ist mittlerweile 9 Uhr...) , sondern so allgemein? Das kann doch eigentlich nur... am WETTER liegen, oder? Haben wir uns gestern gedacht... und Eva Wanka-Pail angerufen, ob das denn auch stimmt. Ja, sagt die Medizinmeteorologin von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Wetter kann durchaus müde machen.

Schlafender Hund liegt auf der Straße
Der hat's gut. Kann sich einfach hinlegen... und liegen bleiben.
Eva Wanka-Pail, Medizinmetereologin an der LMU München
"Die ständigen Wetterwechsel belasten den Organismus: Er muss sich ständig an etwas Neues anpassen, um den Normalzustand zu halten. Dafür braucht er Energie. Und deshalb sind wir müde."
Niko Fischer ·

In der amerikanischen Kleinstadt Ferguson ist immer noch keine Ruhe eingekehrt – inzwischen ist die Nationalgarde vor Ort und versucht, die nächtliche Ausgangssperre durchzusetzen. Auch tagsüber versuchen die Sicherheitskräfte zu verhindern, dass sich Menschenansammlungen bilden – ganz offenbar mit schlechtem Augenmaß, denn es häufen sich Berichte über Verhaftungen von Journalisten.

Betroffen war zum Beispiel ein Team, das für die deutsche Zeitung "Die Welt" arbeitet, ebenso wie der bekannte Fotojournalist Scott Olsen, der für Getty Images vor Ort ist – in allen Fällen wurden die Journalisten festgenommen, weil sie angeblich der Aufforderung, auf der Straße weiterzugehen, nicht oder nicht schnell genug Folge geleistet haben. Das führt zur Vermutung, man wolle die Berichterstattung bewusst behindern. Netzreporter Michael Gessat hat den aktuellen Stand der Diskussion zusammengefasst.

Soldaten im Einsatz in der amerikanischen Kleinstadt Ferguson
© dpa
Einsatz in der amerikanischen Kleinstadt
Michael Gessat, DRadio Wissen Netzreporter
"Wenn man bei Welt.de den Bericht 'Der Tag, an dem die US-Polizei mein Feind wurde' von Ansgar Graw liest, kann man sich vorstellen, wie schnell das Verhältnis eines Bürgers zu seinen angeblichen Freunden und Helfern zerrüttet ist."
Niko Fischer ·

Das war's für heute... Weiter geht's mit einem anderen Till: Auf den Haasen folgt Till Opitz. Viel Spaß im Grünstreifen und bis morgen!