Auf der arabischen Halbinsel herrscht Krieg +++ Ein kleiner Fußball-Triumph +++ Uber will echtes Taxi-Unternehmen werden +++ Nigeria nach der Wahl +++ Belohnung für Handy-Verzicht: Pocket Points +++ Frankreich nach der Wahl +++ Was heute sonst noch wichtig ist...

Thomas Ruscher·

Na willkommen in der neuen Woche! Nur für den Fall, dass ihr es gestern wirklich nicht mitbekommen haben solltet (weil ihr den Tag im Bett verbracht habt oder was auch immer): Gestern war Zeitumstellung, die Uhren eine Stunde vorgestellt. Tina Kießling und Till Haase kümmert's nicht und stehen fit im Studio, Thomas Ruscher sitzt an der Liveblog-Tastatur, zusammen sagen wir: Moin!

Thomas Ruscher·

Deutschland hat gegen Georgien gespielt und 2:0 gewonnen. "Die erste Halbzeit können wir als mutig brasilianisch bezeichnen", sagt DRadio-Wissen-Reporter Jens Jörg Rieck. Danach hat das Team das Ergebnis eher verwaltet.

Viel spannender aber als das Spiel war die hohe Dichte an Flitzern, die das Spielfeld gestürmt haben. Jörg hat mitgezählt: Elf Flitzer rannten aufs Feld, um die Schuhe der deutschen Spieler zu knutschen. Jörg etwas irritiert: "Das war eine regelrechte Invasion."

Juhu, gewonnen.
© dpa
Mesut Özil und Marco Reus feiern sich für ihren 2:0-Sieg gegen Georgien im EM-Qualifikationsspiel am 29.03.2015.
Thomas Ruscher·

Ein Flitzer fängt schon beim Training an, die anderen machen's später beim Spiel nach...

Thomas Ruscher·

Im Jemen auf der Arabischen Welt laufen gerade mehrere Kriege: Schiitische Huthi-Rebellen wollen die Macht im Jemen übernehmen, radikal-islamistische Kämpfer terrorisieren Syrien, im Irak und so weiter. Nun trifft sich die Arabische Liga in Sharm El Sheikh und plant eine gemeinsame Armee mit 40.000 Soldaten.

Wie diese Einsatztruppe aussehen soll, ist noch nicht klar: "Wahrscheinlich wird Saudi-Arabien oder Ägypten die Führung übernehmen", sagt unser Korrespondent Björn Blaschke.

Ein Mann steht am 24.03.2015 in Jemen vor einer brennenden Stelle.
© dpa
Im Jemen droht die Gewalt weiter zu eskalieren,
Björn Blaschke über die Planung einer arabischen Einsatztruppe
"Auch wenn nicht immer mit einer Stimme gesprochen wird, herrscht auf dem Treffen der Arabischen Liga letztlich große Einigkeit für die gemeinsame Armee."
Thomas Ruscher·

Nigeria wählt seinen Präsidenten. Was in Deutschland oft ein wenig lahm und vorhersehbar ist, kann in Nigeria schnell in Katastrophen mit vielen Toten enden: Bei der letzten Wahl sollen mehr als 800 Menschen gestorben sein.

Nun hat der Amtsinhaber Goodluck Jonathan gesagt: Es soll Wahlfälschungen gegeben haben. "Es ist übliches Vorgehen der große Parteien in Nigeria, dass sie einfach irgendwelche Behauptungen über Wahlergebnisse in die Welt setzen", sagt Jens Borchers, der für DRadio Wissen die Wahl beobachtet. Die unabhängige Wahlkommission hat dazu noch keine Angaben gemacht - trotzdem sorgt das natürlich für hitzige Diskussionen.

Goodluck Jonathan winkt seinen Wählern am 28.03.2015 in Nigeria zu.
© dpa
Goodluck Jonathan will in Nigeria Präsident bleiben.
Nigeria-Korrespondent Jens Borchers über die Präsidentenwahlen
"Im Süden von Nigeria hat es bei der Wahl erhebliche Schwierigkeiten gegeben. Es soll auch Tote gegeben haben und das Militär muss die Lage unter Kontrolle halten."
Thomas Ruscher·

Punkte für Handy-Abstinenz? Das gibt's jetzt an der der California State University. Die App Pocket Points macht's möglich, die registriert, wenn die Studenten auf dem Campus ihr Handy ausschalten. "Alle 12 Minuten gibt es einen Punkt", erklärt DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling. "Die gesammelten Punkte kannst du dann beim Pizzamann oder im Bagel-Laden in der Stadt einlösen."

Das ist eigentlich eine Win-Win-Win-Situation:

  • Die Studenten bekommen nette Rabatte
  • Die Unternehmen eine nette Zielgruppe
  • Die Profs sehen endlich wieder nette Studentengesichter, die nicht mehr aufs Handy starren

Die Pocket-Points-Erfinder wollen ihre App nun an allen Unis in den USA anbieten.

DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling über Pocket Points
"Es gibt wegen Pocket Points auf Twitter schon Tweets von Studenten: 'Sorry Mom, hör auf, mich anzurufen, ich versuche Punkte zu sammeln.' Prinzipiell scheint Pocket Points also richtig Erfolg zu haben."
Thomas Ruscher·

Jay! Wir haben ein Geburstagskind! Tina hat zwar gestern schon gefeiert, trotzdem bekommt sie heute noch einen leckeren Kuchen. Und Kuchen zum Frühstück geht sowieso immer.

DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling lässt sich am 30.03.2015 einen Kuchen schmecken. Woah.
© Thomas Ruscher | DRadio Wissen
Herzlichen Glückwunsch!
Thomas Ruscher·

Uber wird zum stinknormalen Taxi-Dienst. Eigentlich steht Uber ja für die Shared Economy, eine hippe Mitfahrzentrale. Tatsächlich geht es aber um das Herumkutschieren von Passagieren in Privat-Autos. Damit Uber legal weitermachen kann, müssen seine Fahrer nun den Taxi-Schein machen. Mit Prüfung bei der IHK und allem drum und dran. Uber will seine Fahrer mit bis zu 400 Euro dafür unterstützen.

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über den neuen Taxi-Kurs von Uber
"Den Taxi-Schein zu bekommen ist ein erheblicher Aufwand, den wahrscheinlich nicht mehr als 10 Prozent der bisherigen Uber-Fahrer auf sich nehmen werden."
Thomas Ruscher·

Frankreich hat in seinen Departements gewählt. Das ist vergleichbar mit unseren Kreistagswahlen. Unsere Frankreich-Korrespondentin Ursula Welter fasst die Ergebnisse zusammen:

  • Die regierenden Sozialisten um François Hollande sind für die miese wirtschaftliche Lage abgestraft worden
  • Die UMP von Nicolas Sarkozy hat abgeräumt und regiert zwei Drittel der Departements
  • Der rechtsextreme Front National von Marine LePen hat kein Departement gewonnen, aber einen Fuß in die politische Tür bekommen
Jeder vierte Wähler entschied sich für den Front National.
© dpa
Marine LePen, Chefin der Front National in Frankreich, gibt am 29.03.2015 ihre Stimme ab.
Ursula Welter über die Frankreich-Wahlen
"Nicolas Sarkozys UMP wird von dem rechtsextremen Front National unter Druck gesetzt: Beide Parteien fischen teilweisen im selben Wählerbecken."
Thomas Ruscher·

Das klingt wie ein Polit-Thriller: Eine 20-jährige Zeugin im Stuttgarter NSU-Ausschuss ist plötzlich tot. Sie war die Ex-Freundin des bekannten Neo-Nazis Florian H., der 2014 aus unbekannten Gründen in einem Auto in Stuttgart verbrannte. Florian H. wiederum ist an dem Tag verbrannt, an dem er von der Polizei verhört werden sollte. Er sollte über eine erschossene Polizistin aussagen, angeblich kannte er den Täter.

Das gibt viel Stoff für Verschwörungstheorien..

DRadio-Wissen-Redakteurin Kathrin Sielker über die tote NSU-Zeugin
"Am Wochenende ist eine Zeugin im Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss gestorben. Die Ursachen sind unklar, der Leiter des Ausschuss warnt davor, wild rumzuspekulieren."
Thomas Ruscher·

Übrigens:

Thomas Ruscher·

Meinungsfreiheit ist grundsätzlich super. In den USA planen einige Staaten aber nun ein "Religionsfreiheitsgesetz", das Unternehmern erlaubt, aus religiösen oder Gewissensgründen, Kunden abzulehnen. Schwule könnten dann etwa kein Hotelzimmer bekommen, Lesben keine Hochzeitstorte und so weiter.

Die Big Player der IT- und Netz-Unternehmen protestieren nun dagegen und haben sich gegen jedwede Diskriminierung ausgesprochen. Apple-Chef Tim Cook etwa, selbst schwul, hat in der Washington Post geschrieben: "Das ist keine politische Frage, es ist keine religiöse Frage. Es ist die Frage, wie wir miteinander als menschliche Wesen umgehen."

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über die Religionsfreiheitsgesetze
"Die in den USA geplanten 'Religionsfreiheitsgesetze' sind der Versuch, höchstrichterliche Vorschriften gegen Diskriminierung wieder durch die Hintertür auszuhebeln."
Thomas Ruscher·

Es folgen Informationen, mit denen ihr jeden Smalltalk rocken könnt:

  • Es gibt keine Steaks mehr in Mumbai, sogar die Tiger im Zoo sind auf Hühnchen-Diät
  • Der dänische Fußball-Verein Midtjylland stürmt die Liga - weil er mathematisch analysiert, welche Spieler gerade besonders gut, aber auch besonders unterschätzt und damit besonders günstig zu kaufen sind
  • Der Berliner Senat will auch kleine Mengen Haschisch rund um den Görlitzer Part nicht mehr tolerieren
  • Die Romanze "Pretty Woman" feiert heute ihren 25. Geburtstag. Eigentlich sollte das ein ganz unromantischer Film über Drogenabhängigkeit ohne Happy End werden. Aber egal, Liebe ist ja auch schöner
DRadio Wissen
Für alle, die die Sendung verpasst haben: Das Beste von Schaum oder Haase!
Thomas Ruscher·

Das war's mit dem haasigen Montag! Wir entschleunigen jetzt ein wenig, lassen Steffi Orbach an den Grünstreifen ran und planen nun munter die nächste Sendung. Bis morgen um 6:30 Uhr!