Wie die Kurden bei uns den Kampf gegen den IS wahrnehmen +++ Kobane: Interview mit dem Chili-Feld-Twitterer Cahit Storm +++ Nordkorea: Wo ist Kim Jong-Un? +++ Ebola: Wie werden die DRK-Helfer ausgebildet? +++ Michelle Hunziker heiratet Trussardi: Lohnt sich das (modetechnisch)?

Niko Fischer ·

Guten Morgen! Es ist der 10.10., es ist Freitag, es ist Schaum oder Schaum-Tag, wir sind alle da (keiner hat verschlafen), es kann also losgehen. Natürlich schauen wir auch heute nach Kobane - und wie die Kurden hier bei uns den Kampf gegen den IS wahrnehmen. Wir beschäftigen uns mit dem aktuellen Stand der Ebola-Helfer-Ausbildung. Und: Wir suchen Kim Jong-Un in Nordkorea. Nebenbei heiratet heute noch Michelle Hunziker den Mode-Erben Tomaso Trussardi. Für Abwechslung ist also gesorgt... let's go.

Niko Fischer ·

Warum wohnen wir eigentlich nicht in den USA!? Dort gibt es nämlich ein Gesetz, das es einem sehr leicht macht zu klagen. Und deshalb muss jetzt Red Bull zahlen, weil - Achtung - der Energy Drink doch tatsächlich keine Flügel verleiht. Ist nicht wahr. Doch.

Eine Gruppe von Amis hat eine Sammelklage vors Bundesgericht in New York gebracht - wegen irreführender Werbung - und Red Bull hat einen Vergleich akzeptiert: 13 Millionen Dollar wird das Unternehmen an die Kläger auszahlen. Und alle, die in den USA zwischen 2002 und 2014 eine Dose Red Bull gekauft haben, dürfen 10 Dollar Entschädigung beantragen.

Wart ihr zu der Zeit auch da? Dann aber Geduld... Das alles muss noch vor Gericht bestätigt werden: Bis Mai 2015 müssen die Kläger und alle anderen Dollar-Wütigen noch warten.

Niko Fischer ·

Wir haben mit Shirin, 28, aus Berlin gesprochen, die in Deutschland geboren wurde. Ihr Vater ist Kurde aus dem Nordirak, ihre Mutter Kurdin aus dem Libanon. Shirin ist in der kurdischen Community gut vernetzt und geht bei den Demos der Berliner Kurden mit. Sie selbst war mit dem Verband Kurdischer Ärzte in Deutschland Ende August im Nordirak, um den Flüchtlingen dort zu helfen.

In und um Kobane sei die Lage dramatisch, hat uns Shirin erzählt. Ein guter Freund von ihr hat Familie an der türkisch-syrischen Grenze und so bekommt sie quasi täglich mit, wie diese Menschen das Drama um Kobane und die Stimmung in der Türkei erleben. Allein 80.000 Flüchtlinge seien mittlerweile allein in die türkische Stadt Suruç gekommen - bei einer Einwohnerzahl von 60.000. Die Rolle Deutschlands sieht Shirin zwiespältig. Die Hilfe sei zwar gut und wichtig, allerdings komme sie an der falschen Stelle an.

Eine Frau hält am 09.10.2014 in der Nähe des Hauptbahnhofs in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Rahmen einer kurdischen Demonstration gegen die islamistische Terrormiliz IS und die bedrohlichen Entwicklungen in der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit für Kobane" in die Höhe.
© dpa
Einsatz für die syrischen Kurden am 9.10.2014 in Stuttgart
Shirin, Kurdin aus Berlin
"Deutschland schickt leider seine Waffen in die falsche Region. Da, wo sie gebraucht werden, gehen die Waffen aus. Und da sollte man keine Waffen in den Nordirak schicken."
Niko Fischer ·

Wir bleiben in Kobane: Von der türkischen Seite berichtet seit ein paar Tagen ein ganz spezieller Experte: Ein kurdischer Computeringenieur postet unter dem Twitteraccount @cahitstorm aus einem Chilifeld. Er lädt Fotos von Explosionen und von amerikanischen Kampfjets hoch und informiert seine mittlerweile fast 7000 Twitter-Follower aus aller Welt über Truppenbewegungen oder Statements von kurdischen Kämpfern aus Kobane.

Unsere Netzreporterin Martina Schulte hat mit Cahit Storm sprechen können: Er sei Anfang 30, sei in der Nähe von Kobane geboren worden und lebe mittlerweile eigentlich in Paris. Von dort engagiere er sich schon lange für seine kurdischen Landsleute, sammle Geld und helfe Flüchtlingen.

Cahit Storm bei DRadio Wissen
"I don’t think there are many journalists here. And most of them don’t have any clue about what happened here. So I decided to report myself the situation."
Niko Fischer ·

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un ist und bleibt seit Wochen verschwunden. Bei den Feierlichkeiten zur Gründung der Arbeiterpartei vor 69 Jahren trat er nicht öffentlich auf. Sein Name war auf der Gästeliste der Feierlichkeiten, die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht wurde, nicht zu finden.

An der Zeremonie (Militärparade, Soldatenaufmarsch und so weiter und so fort) nahm die nordkoreanische "Nummer 2" teil: Hwang Pyong So, der Vizechef der zentralen Militärkommission. DRadio Wissen Reporter Sebastian Sonntag hat sich für uns auf die digitale Suche nach Kim Jong Un gemacht.

Sebastian Sonntag, DRadio Wissen Reporter
"Kim Jong Un ist zuletzt am 03. September öffentlich aufgetreten. Der nordkoreanische UN-Botschafter sagt, Un hätte andere wichtige Sachen im Terminkalender stehen. Alles andere seien nur Gerüchte."
Niko Fischer ·

(Nicht nur) in den Klatschblättern ist es heute überall zu lesen: Promi-Hochzeit! Michelle Hunziker und Tomaso Trussardi geben sich das Ja-Wort. Trussardi ist der Erbe des Luxus-Mode-Labels Trussardi. Daher wollten wir wissen: Lohnt sich diese Hochzeit auch modetechnisch? Oder hätte sich Michelle dafür besser jemand anderen angeln sollen? Antworten darauf hat uns die Modejournalistin Gesine Kühne gegeben.

Tomaso Trussardi und Michelle Hunziker, eine Kusshand verschickend
© dpa
In Zukunft schickt sie ihre Küsschen NUR NOCH an ihren Tomaso...
Gesine Kühne, Modejournalistin
"Als die Interview-Anfrage kam, dachte ich: Hey, Trussardi kenn' ich ja noch aus den Neunzigern. Wusste ich gar nicht, dass die modisch noch relevant sind. Und ehrlich: Sind sie auch nicht."
Niko Fischer ·

Freiwillige sollen in Westafrika bei der Bekämpfung von Ebola helfen:
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will in Sierra Leone und Liberia ein mobiles Krankenhaus und eine Behandlungs-Station für Ebola-Kranke aufbauen. Dafür werden Englisch sprechende Ärzte, Pfleger, Hebammen, Physiotherapeuten, Pharmazeuten, Labortechniker und Röntgenfachkräfte gesucht.

Von fast 1500 Menschen, die sich gemeldet haben, waren bislang aber nur etwa 100 geeignet für den Einsatz in Westafrika, sagt Andreas Fabricius, der Koordinator für die Ausbildung der Ebola-Freiwilligen beim DRK. Der erste Kurs zur Schulung der freiwilligen Helfer hat gerade in Würzburg stattgefunden.

Zwei Männer stehen vor einer Ebola-Informationstafel.
© dpa
Ebola-Aufklärung vor Ort in Afrika
Andreas Fabricius, Koordinator für die Ausbildung der Ebola-Freiwilligen beim DRK
"Die Freiwilligen sollten Spezialist auf ihrem Gebiet sein und Erfahrung haben. Und Englisch sprechen. Es ist auch nicht jedermanns Sache, in einem Vollanzug mit zugeklebtem Gesicht zu arbeiten. Nach einer halben Stunde kollabiert manch einer schon fast."
Niko Fischer ·

"Ich habe Ebola!" Brüllte ein Fluggast, der von Philadelphia in die Dominikanische Republik unterwegs war, durchs Flugzeug. Und sorgte verständlicherweise gehörig für Aufregung. Nach der Landung kamen dann vier Leute mit blauen Schutzanzügen und Atemschutzmasken ins Flugzeug und nahmen den mutmaßlichen Patienten in Gewahrsam. Fast 10 Minuten dauerte die ganze Aktion - die anderen Fluggäste mussten währenddessen sitzen bleiben.

Erst als der vermeintliche Spaßvogel - eine Flugbegleiterin wählte die Vokabel "Idiot" - negativ auf Ebola getestet wurde, war der Alptraum vorbei. Welche Folgen das alles für den "Patienten" hat, ist noch nicht klar. Allein wenn er die Kosten für den Einsatz der Seuchenspezialisten zahlen muss, wird der "Spaß" sicherlich ziemlich teuer.

Jakob Vogel, ​unser Nachrichtenmann, zu seinen noch anstehenden Aufgaben
"Ich bin mein eigener O-Ton!"
Niko Fischer ·

Wir sind auch unsere eigenen O-Töne und sagen: "Danke für's Zuhören und Mitklicken!" Bleibt uns treu und habt einen schönen Tag, am besten mit DRadio Wissen und Paulus Müller, der jetzt hier übernimmt. "Tschööö!" zitiere ich das gesamte Frühteam, das jetzt die heiligen Sendehallen verlässt.