Was vom Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan übrig bleibt +++ Was tun mit neuen, freien Funkfrequenzen? +++ Die geheimen Botschaften im Arbeitszeugnis +++ Gewalt in Jerusalem, Eskalation in Israel +++ Verzweifelter Kampf gegen Hunger in der Welt +++ Deutschland gegen Spanien: Doch noch erfolgreich aus dem WM-Jahr +++ Was heute sonst noch wichtig ist

Thomas Ruscher ·

Da sind sie wieder: Marlis Schaum und Sebastian Sonntag im Studio, Thomas Ruscher an der Tastatur. Wir wünschen euch einen guten Mittwoch. Mit der Gewissheit, dass wir eben doch wirklich weltmeisterschaftlich sind!

Thomas Ruscher ·

Deutschland hat gegen Spanien gespielt und 1:0 gewonnen. Toni Kroos hat das Tor auf den letzten Drücker geschossen. Sowieso ist Toni das Beste aus Deutschland seit Claudia Schiffer. Schreibt die "Marca". Achso.

Sami Khedira und Ignacio Camacho im Spiel Deutschland gegen Spanien am 18.11.2014.
© dpa
Sami Khedira und Ignacio Camacho nennen das Fußball. Ok, war aber auch glitschig.
Thomas Ruscher ·

Bleiben wir beim Fußball: Die Uefa hat das Maskottchen für die Europameisterschaft 2016 vorgestellt. Ein kleiner, namenloser Junge. Auf Ecstasy.

Namensvorschläge bisher:

  • Driblou
  • Goalix
  • Super Victor

Der kleine Superheld wird nicht unser Freund. Schaum oder Haase bleibt offiziell unbeeindruckt.

Das undatierte Handoutfoto der UEFA zeigt das bisher namenlose Maskottchen für die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich.
© dpa
Man hört ihn förmlich "HAHAHAHAHA" keckern. Bin jetzt schon genervt.
Thomas Ruscher ·

"Er hat sich stets bemüht" klingt gut, ist im Arbeitszeugnis aber ein ziemlich lausiges Urteil. Das Bundesarbeitsgericht hat sich jetzt mit solchen Bewertungen beschäftigt: Ein Arbeitgeber muss begründen, wenn im Zeugnis unterdurchschnittliche Leistungen bescheinigt werden.

Zeugnisse sind vollgestopft mit geheimen Codes - obwohl sie verboten sind.

  • "Er arbeitete mit größter Genauigkeit" - langsamer Erbsenzähler
  • "Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit" - war andauernd krank
  • "Gutes Einfühlungsvermögen" - hat mehr geflirtet als gearbeitet

...und wenn der Arbeitgeber seine Durchwahl aufs Zeugnis schreibt, bedeutet das: Ruf' mich um Himmels Willen an, bevor Du den einstellst!

Auf einem Blatt Papier sind typische Aussagen aus Arbeitszeugnissen markiert.
© dpa
"Zufriedenheit" ist einfach nicht genug. Sie muss "stets" und "zur vollsten" sein.
DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag über Arbeitszeugnisse
"Im Arbeitszeugnis kommt es auch auf die Satzzeichen an. Gibt’s nach einem Satz zwei Punkte statt einem, ist das kein Tippfehler. Das heißt: 'Hier könnte ich noch eine Menge mehr erzählen, was so alles passiert ist.'"
Thomas Ruscher ·

Nächstes Jahr werden neue Mobilfrequenzen frei. Nun wird gegrübelt, was man mit ihnen anstellen könnte. Drei Möglichkeiten gibt es:

  • Die Bundesnetzagentur versteigert die neuen Frequenzen so wie immer an die drei großen Player Telekom, Vodafone und Telefonica
  • Die Agentur bevorzugt kleine Anbieter mit innovativen Konzepten
  • Die Frequenzen könnten umsonst angeboten und für ein freies Super-WiFi genutzt werden
DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über neue Mobilfrequenzen
"75 Millionen Euro ist das Mindestgebot für zwei Frequenzblöcke. Da überlegt ein Betreiber: Was kann er über seine Preise gewinnbringend reinholen und was will er seiner Konkurrenz überlassen."
Thomas Ruscher ·

2017 eröffnet in Orlando die größte und höchste Achterbahn der Welt. Sie ist um ein Hochhaus gewickelt und 150 Meter hoch.

Nä, ich geh da nicht rein!

Thomas Ruscher ·

Bis Jahresende ziehen fast alle Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan ab. Ihr Kampfeinsatz ist beendet, ab Januar sollen nur noch 850 Soldaten dort sein, um das afghanische Militär zu beraten und auszubilden.

Seit 13 Jahren ist Deutschland in Afghanistan. Der Einsatz ist eher so, halberfolgreich. "Afghanistan war vor dem Einsatz ein völlig zerstörtes Land", sagt unser Korrespondent Jürgen Webermann, "im Vergleich zu heute hat sich dort sehr viel getan." Wirtschaftleben in Kabul, ganz normale Jobs zum Beispiel.

Frieden, Sicherheit und eine funktionierende Demokratie gibt es aber immer noch nicht. In manchen Wochen sterben bis zu 150 afghanische Soldaten im Land, viele ländliche Regionen sind fest in den Händen der Taliban.

Heute will das Kabinett das neue Mandat beschließen. "Resolute Support", heißt es dann, "Entschlossene Unterstützung".

Bundeswehrsoldaten warten am 15.04.2010 im Feldlager Feisabad der Bundeswehr.
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Wir sind dann mal weg. Ab 2015 sitzen in Afghanistan nur noch 850 deutsche Soldaten.
Korrespondent Jürgen Webermann über den Afghanistan-Einsatz
"In Afghanistan gibt es jetzt so etwas wie eine neue Regierung, aber wie stabil die sein wird, weiß man auch nicht so genau. In der politischen Unsicherheit kann sich Afghanistan nicht weiter entwickeln."
Thomas Ruscher ·

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert. Gestern gab es zum ersten Mal einen Anschlag in einer Synagoge, vier Juden wurden ermordet. Christian Wagner, unser Korri in Tel Aviv, sagt, dass die Stimmung weiter angeheizt wird: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht etwa von einem Kampf um Jerusalem.

Orthodoxr Juden trauern am 18.11.2014 bei dem Begräbnis von Rabbi Moshe Twersky, der bei einem Anschlag gestorben ist.
© dpa
Beim ersten Anschlag in einer Synagoge in Jerusalem starben gestern vier Juden.
Thomas Ruscher ·

800 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Und 500 Millionen Menschen gelten als fettleibig. Auf der Welternährungskonferenz in Rom wird ab heute diskutiert, wie wir auf der Welt weniger Hunger und bessere Ernährung hinbekommen. Bis 2030. Eine ziemlich, nun ja, fette Aufgabe.

"Das ist natürlich höchst komplex und das Thema hat viele Facetten", sagt unser Rom-Korri Jan Christoph Kitzler. Darum waren auch vier Jahre Vorbereitung für die Konferenz nötig. Und bei 190 Ländern, 100 Ministern, zahlreichen Hilfsorganisationen und Produzenten wird es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinauslaufen.

Am 07.11.2014 stehen Menschen in Tharparkar an, um Lebensmittel zu bekommen.
© dpa
800 Millionen Menschen haben nicht genug zu Essen.
Jan Christoph Kitzler, Rom-Korrespondent, über die Welternährungskonferenz
"Wenn man den Hunger weltweit angehen und ihn bis 2030 gegen Null reduzieren will, muss man sich wirklich anstrengen. Dafür ist die Konferenz ein Hoffnungsschimmer."
Thomas Ruscher ·

Sportlich geht Katar gerade ganz nach vorne: Schwimm-WM 2014, Handball-WM 2015, WM im Straßen-Radsport 2016, Turn-WM 2018, Fußball-WM 2022 - und jetzt auch die Leichtathletik-WM 2019. Sportfans in Katar finden das super. Alle anderen sind verwundert oder stinksauer. Der Präsident des spanischen Leichtathletikverbandes meint: Katar habe die WM ganz bestimmt gekauft.

Amelie Fröhlich aus unseren Nachrichten sagt: "Katar will einfach weltweit Werbung für sich machen, bekannter werden und das Geld für solche Großevents hat der Erdöl-Staat ja."

Thomas Ruscher ·

WhatsApp führt eine End-zu-End-Verschlüsselung ein - und die ist sogar ziemlich gut. Bisher gibt es sie nur für Android und auch nur für Textnachrichten.

The Register schreibt schon über die 600 Millionen WhatsApp-User: "You are all TERRORISTS now!" Für die Behörden ist das nämlich ein Problem, weil sie vermeintliche Kriminelle nicht mehr überwachen können. Tatsächlich ist so eine End-zu-End-Verschlüsselung für alle ernsthaften Nutzer ein absolutes Muss, weil ja nicht nur Geheimdienste bislang mitlauschen können, sondern auch Internet-Kriminelle oder Geschäfts-Konkurrenten.

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über WhatsApp
"TextSecure, das WhatsApp nun nutzt, ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der komplette Weg vom Sender zu Empfänger wird verschlüsselt. Da kann also der Betreiber nicht mitlesen oder an Behörden rausgeben, selbst wenn er wollte."
Thomas Ruscher ·

Es tut sich was im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn - nur irgendwie nichts Gutes. Gestern haben die Bahn und die beiden Gewerkschaften EVG und GDL diskutiert, aber niemand war bereits auch nur ein kleines Stückchen von seinem Standpunkt abzuweichen. Freitag wird weiter verhandelt. Dann aber nicht mehr gemeinsam.

Thomas Ruscher ·

Deutschland hat 1:0 gegen Spanien im Freundschaftsspiel gewonnen. Juhuu. Philipp May aus der Sportredaktion meint: Damit kann die Kritik am deutschen Team beendet werden.

Es gebe überhaupt viele gute Gründe für die zuletzt vermurksten Spiele

  • Der Rücktritt von Philipp Lahm
  • Die Spieler hatten keine Sommerpause
  • Das Team hat viele Verletzte

Die Deutschen stehen damit übrigens nicht alleine, die Holländer, der WM-Dritte, hat gerade auch ganz massive Probleme. Da kann man doch sehr zufrieden sein, den Angstgegner Spanien geschlagen zu haben.

Joachim Löw, Trainer der deutschen Nationalmannschaft, am 18.11.2014 im Spiel gegen Spanien.
© dpa
Na, es geht doch!
Deutschlandradio-Sportredakteur Philipp May zieht Bilanz
"Wir haben gegen Spanien gewonnen und sind Weltmeister. Da kann man sagen: Jetzt hören wir wirklich auf zu moppern, das war durch und durch ein gutes Fußball-Jahr."
Thomas Ruscher ·

Falls euch jemand blöd anquatscht mit "...und sonst so?", könntet ihr mit folgenden Fakten auftrumpfen:

  • In Hildesheim kann man nun auf Ampel-Displays mit dem Menschen auf der anderen Straßenseite Pong spielen
  • DHL hat die letzten Wochen eine Paket-Drohne getestet, die die Insel Juist mit Medikamenten versorgt hat
  • Sieben deutsche Unis sammeln Spenden - es geht aber nicht um alte Kleider oder Geld, sondern um WhatsApp-Nachrichten. Für die Sprachforschung. Hier geht's zum Spenden.
  • Endlich kommt Dog-TV nach Deutschland! Fernsehprogramm für Hunde! Ziemlich... entspannend. Irgendwie.
DRadio Wissen
Das Beste aus Schaum oder Haase am Mittwoch zum Nachhören. Schön schnuffig zusammengefasst!
Thomas Ruscher ·

Das war der Mittwoch bei Schaum oder Haase. Lieben Dank fürs Zuhören und Mitlesen, und wer morgen wieder einschaltet, kommt in unser Buch der coolen Leute! Ab 6:30 Uhr geht's los.