+++ Frankreich ist Charlie: Fast vier Millionen Menschen demonstrieren gegen Terror +++ Golden Globes: Alle Filme, alle Schauspieler, alle Gewinner +++ Was wäre wenn? Welchen Anti-Terror-Plan die deutsche Polizei hat +++ Vatikan: Warum der Papst nach Sri Lanka reist +++ Alles, was heute wichtig ist +++

Daniel Stender ·

Guten Morgen! Im Studio sind Moderator Thilo Jahn, Reporterin Nilofar Elhami, Liveblogger Daniel Stender. Und: Charlie Hebdo. Denn in dieser Sendung wird es um die großen Demonstrationen gehen, mit denen fast vier Millionen Franzosen gestern an die 17 Opfer des Terroranschlags auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" gedacht haben. Und natürlich geht es um die Frage: Was passiert jetzt?

Der Dialog im Comic-Tweet unten klingt auf Deutsch in etwa so: "Die Mörder wollten die Pressefreiheit zum Schweigen bringen..." "... Sie sollen keine Minute der Stille haben."

Daniel Stender ·

Schade. Wenn ich die Golden Globes verleihen würde, dann wäre True Detective die beste Serie und Christoph Waltz der beste Schauspieler geworden. Tja. Aber es kam anders. Hier die wichtigsten Auszeichnungen:

  • Beste Schauspielerin: Julianne Moore in "Still Alice"
  • Bester Schauspieler: Eddie Redmayne in "The Theory of Everything"
  • Bester Film: "Boyhood"
  • Bestes Drehbuch: "Birdman"
  • Beste Miniserie oder Fernsehfilm: "Fargo"
Daniel Stender ·

Tausend Meter senkrecht in die Höhe: so steil ist eine Steilwand am Berg "El Capitan" im US-Nationalpark Yosemite. Und genau diese Wand wollen die beiden Kalifornier Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson hochklettern. Am 27. Dezember sind die beiden gestartet - in zwei bis drei Tagen wollen sie es geschafft haben. Ohne Hilfsmittel, erlaubt sind nur Hände und Füße. Und die sehen mittlerweile etwas mitgenommen aus - gute Fotos (nicht nur von Händen und Füßen) findet Ihr hier: kevinjorgeson.com.

Besondere Schikane: Die Wand sieht aus wie eine glatte Wolkenkratzer-Fassade, in die sich die beiden Kletterer klammern müssen. Außerdem können Caldwell und Jorgeson nicht von der Wand runter. Wenn sie mal Pause machen wollen, ruhen sie sich in einem freischwebendem Minizelt aus. Das muss man mögen!

Toni Lamprecht, Kletterexperte
"Sie sind da immer in der Wand und sind gefordert und stehen unter einem immensen Druck."
Daniel Stender ·

Nice: Unten ohne in der U-Bahn. Bei dieser Flashmob-Aktion haben am Wochenende weltweit Tausende Menschen teilgenommen. Hier ein paar Eindrücke vom "No Pants Subway Ride" in New York:

Daniel Stender ·

Vier Millionen Demonstranten in ganz Frankreich, Politiker aus der ganzen Welt - sie alle haben ein Zeichen gegen den Terror gesetzt. Auch der Bund der deutschen Zeitungsverleger (BdZV) wollte da mitmachen - mit einer Karikatur, die in zahlreichen Printmedien und online veröffentlicht wurde (siehe unten).

Der Journalist Stefan Niggemeier findet die Aktion "infam." Denn die Pegida-Demonstranten hätten nichts mit den Attentaten zu tun. Außerdem: "Die Zeitschrift "Charlie Hebdo" ist aus Sicht der Pegida-Leute genau das Gegenteil dessen, was sie als "Lügenpresse" beschimpfen." Die Reaktionen auf Niggemeiers Anmerkungen: Frank Lübberding vom Blog wiesaussieht stimmt Niggemeier zu. Und Richard Gutjahr vom Blog Gutjahr.biz findet: "Die Zeitungsverleger haben mit diesem Aufruf ihrer Sache einen Bärendienst erwiesen."

"Die Zeitungsverleger instrumentalisieren das Attentat von Paris für ihren Kampf gegen Pegida."
Daniel Stender ·

Papst Franziskus ist wieder unterwegs - auf seiner siebten Auslandsreise geht es diese Woche nach Sri Lanka und auf die Philippinen. Warum macht er das? "Auf den Philippinen sind mehr als 80 Prozent der Menschen katholisch", erklärt Korrespondent Jan-Christoph Kitzler.

Ganz anders in Sri Lanka: Hier sind die meisten Menschen Buddhisten. Und mit seinem Besuch will der Papst die kleinen Gemeinden stärken. "Das ist ein wichtiges Zeichen", so Kitzler. Die Sicherheitsberater im Vatikan sind nicht so begeistert davon, dass der Papst in Sri Lanka eine 25 Kilometer lange Strecke mit dem Papamobil zurücklegen will. "Denn das ist sehr schwer zu sichern. Aber er will den Menschen nahe sein", sagt Jan-Christoph Kitzler.

Papst Franziskus
© dpa
Jan-Christoph Kitzler, Korrespondent
"Der Papst sagt: Wir müssen dahin, wo es brennt. Zum Beispiel nach Sri Lanka. Reiche Länder wie Deutschland interessieren ihn nicht so sehr."
Daniel Stender ·

Lovejoy. Nein, das ist keine neue Kondom-Marke. Sondern ein Komet, der zurzeit sehr gut sichtbar ist. Noch bis Ende Januar. Also, Sterngucker - raus in die Nacht!

Daniel Stender ·

Was wäre wenn es in Deutschland einen Terroranschlag wie vergangene Woche in Paris geben würde? Dann würden die Einsatzstäbe der Polizei von Land und Bund ihre längst vorbereiteten Pläne aus den Schubladen ziehen. "Deutschland ist gerüstet für so einen Fall", sagt Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Zuständig wäre zunächst die Länderpolizei. Anders als in Frankreich würde in Deutschland nicht das Militär eingesetzt werden. Allerdings, so Wendt, die Polizei brauche mehr Personal und weniger Einschnitte beim Budget.

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft
"Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt. Trotzdem: Ich will mir gar nicht vorstellen, wie wir diskutieren würden, wenn es einen Terroranschlag gibt, den man hätte verhindern können."
Daniel Stender ·

Glamour? Den hatte die Verleihung der Golden Globes in LA auch. Immerhin gab es 1600 Flaschen Champagner... Trotzdem waren die Stars erstaunlich ernst, findet Korrespondent Wolfgang Stuflesser. Die Verleihung wurde wegen der Attentate von Paris immer wieder sehr politisch. "Das ist für Hollywood sehr ungewöhnlich", so Stuffelesser. Man merke eben, dass die Golden Globes von Journalisten und nicht von Filmproduzenten vergeben werden.

George Clooney
"Je suis Charlie."
Daniel Stender ·

Sie ist wieder da. Die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung. CSU, Teile der CDU und der Bund deutscher Kriminalbeamter haben die Debatte angestoßen. SPD-Justizminister Maas hat abgewunken - obwohl er als Reaktion auf die Anschläge gesetzliche Verschärfungen plant, etwa gegen Spendenfinanzierungen von Terrororganisationen.

Ein wichtiges Argument der Gegner: In Frankreich gibt es die Vorratsdatenspeicherung schon. Die Attentate konnte so nicht verhindert werden. Ein ganz anderes Argument kommt von Bild.de-Chef Julian Reichelt: Er schreibt, dass die Snowden-Enthüllungen auch den Terroristen verdeutlicht haben, dass sie mit Verschlüsselung und vorsichtiger Kommunikation der staatliche Überwachung zuvorkommen können. So gesehen hätte Edward Snowden den Mördern von Paris die Arbeit erleichtert. Die Kritik an dieser These folgte natürlich sofort: bei Turi2.de sind einige Stellungnahmen versammelt - sie reichen von "Meinungs-Terror" bis zum Wunsch, dass ein Anschlag auf die Bild-Zeitung verübt werde. WTF?!

Michael Gessart, Netzautor
"Die Vorratsdatenspeicherung wird auch in dieser Legislaturperiode nicht kommen."
Daniel Stender ·

Haiti ist ein Friedhof für Hilfsprojekte - so sieht es die Weltbank. Korrespondent Martin Polansky sieht die Lage in dem Land nicht ganz so schwarz: "Ich finde schon, dass es fünf Jahre nach dem Erdbeben Fortschritte gibt." Unmittelbar nach der Katastrophe mussten 1,5 Millionen Menschen in Obdachlosenlagern leben, nun sind es "nur" noch 70.000. Allerdings: "Trotz der Milliardenhilfen aus dem Ausland ist die Armut nicht geringer geworden." Teile der Bevölkerung sind unzufrieden und demonstrieren gegen die Regierung.

Martin Polansky. Korrespondent
"Die Erwartung, dass man ein Land durch Hilfe von außen einfach vom Kopf auf die Füße stellen kann, ist falsch. Das war von Anfang an eine Illusion."
Daniel Stender ·

Und das war Schaum oder Haase an diesem Montagmorgen! Thilo Jahn war Moderator im Studio, Nilofar Elhami war die Reporterin an seiner Seite, dieses Liveblog kam von Daniel Stender. Und der sagt: Bis morgen!

DRadio Wissen
Das Beste aus mehr als drei Stunden Schaum oder Haase in weniger als als drei Minuten.