Wem gehört nun eigentlich der Nordpol? +++ Rocket Beans starten Livestreaming-Kanal +++ Pegida-Fans bei Facebook entfreunden +++ Warum die doppelte Staatsbürgerschaft wichtig ist +++ Fifa macht irgendwie weiter mit Korruptionsermittlungen +++ Cyber-Attacken in Deutschland +++ Was heute sonst noch wichtig ist...

Thomas Ruscher·

Endspurt in dieser Haase-Woche. Till Haase und Sebastian Sonntag sind im Studio, Thomas Ruscher am Liveblog. Dann wollen wir mal 3,5 Stunden Sendung machen!

Klingt irgendwie motiviert. Ach ja: Freitag, yeah!

Thomas Ruscher·

Hatten wir ja gestern schon: BVB-Fußballer Marco Reus fuhr jahrelang ohne Führerschein.

Thomas Ruscher·

Die Jungs von Rocket Beans starten ab Januar einen Streamingdienst, gestern gab es die erste Kostprobe. Die ehemaligen Giga-Moderatoren wollen dann nächstes Jahr 24 Stunden täglich live senden. Das ist wie Fernsehen, nur halt im Netz. Die Fans haben's möglich gemacht.

Gestern lief die Sendung "Bohn Jour". Die vier Bohnen sitzen rum, unterhalten sich, gucken witzige Youtube-Videos und quatschen über aktuelle Themen, Nerd-Themen und Games. Kann man mal reinschnuppern.

Sebastian Sonntag über die Premiere von Rocket Beans TV
"Bei Rocket Beans TV gibt's, was man auch schon in ähnlicher Form von ihrem Youtube-Channel kennt: Nicht immer ganz ernst gemeint, schnell, spontan und mit einer guten Portion Anarchie."
Thomas Ruscher·

Dänemark will den Nordpol haben und hat dafür einen Antrag gestellt. Da gibt's nämlich vielleicht Öl und Gas und andere wertvolle Sachen. Allerdings sind auf diese erhofften Bodenschätze auch Russland und Kanada scharf.

"Der Nordpol ist eigentlich nur gefrorene hohe See und internationales Gewässer", erklärt Nele Matz-Lück, Professorin für Seerecht, "bei den Ansprüchen geht es aber um den Meeresboden und ein exklusives Recht der Ressourcenausbeutung."

Die Festlandsockelkommission muss dafür feststellen, zu wessen erweiterter Küste der Nordpol-Meeresboden gehören könnte.

Ein Wissenschaftler nimmt am Nordpol eine Bodenprobe.
© dpa
Im Eis rumbohren kann ja jeder, aber wem gehört der Nordpol wirklich?
"Die Nordpol-Ressourcen können noch gar nicht ausgebeutet werden. Es geht hier also auch um Prestige und um Macht."
Thomas Ruscher·

Kein brauchbares Ergebnis im Untersuchungsausschuss zur Edathy-Kinderporno-Affäre. Sebastian Edathy sagt, er sei von Michael Hartmann vor Untersuchungen gegen ihn gewarnt worden. Michael Hartmann sagt: Nö, stimmt nicht, ich wusste von nichts. Aussage gegen Aussage also, eine von beiden lügt.

Brauchbare Beweise gibt es bisher keine. Unsere Nachrichtenfrau Anne Cuber sagt: "Die SPD glaubt eher Hartmann, die CDU glaubt, dass auch Edathy Recht haben könnte oder das die Wahrheit zumindest in der Mitte liegt."

Im Januar geht's weiter.

Der Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann (SPD) sitzt am 18.12.2014 als Zeuge in der Sitzung des Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin.
© dpa
Nix mitbekommen, keine Ahnung, wusste von nichts. Michael Hartmann sagt, er habe Sebastian Edathy nicht vor Ermittlungen gewarnt.
Thomas Ruscher·

Die Pegida-Seite hat etwa 72.000 Likes von Facebook-Usern. Nun macht bei den Gegnern ein Pegida-Check für den eigenen Freundeskreis die Runde: Dein Kumpel findet Pegida gut - dann entfreunde dich mit ihm!

Die Logik geht allerdings nicht auf: Denn Menschen liken nicht nur Dinge auf Facebook, die ihnen gefallen, sondern auch Themen, bei denen sie informiert bleiben möchte. Die Süddeutsche Zeitung zum Beispiel schreibt dazu: Die Aktion ist nett gemeint, basiert aber auf einem grundlegenden Missverständnis.

Auf einer Pegida-Demo hält ein Demonstrant ein Schild: "Alle Macht dem Volk! Grundgesetz Art. 20"
© dpa
Steht da jetzt wortwörtlich nicht drin. "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Und zwar in Wahlen und Abstimmungen. Steht da.
Andreas Noll über den Pegida-Check auf Facebook
"Wenn kein Facebook-Freund ein Like auf die Pegida-Seite gesetzt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass auch keiner mit Pegida sympathisiert."
Thomas Ruscher·

Doppelte Staatsbürgerschaft: Jugendliche aus Nicht-EU-Ländern mit zwei Pässen müssen sich nicht mehr für einen Staat entscheiden. Betroffen waren bisher vor allem Deutsch-Türken.

Musa Cakilli ist einer von ihnen, er hatte gegen die Optionspflicht geklagt, bevor das Gesetz geändert wurde. Er fand es ungerecht, dass seine Freunde aus Italien und Griechenland zwei Staatsbürgerschaften haben durften, er als Türke aber mit spätestens 23 Jahren einen Pass abgeben musste.

Er vergleicht sein Verhältnis zu seinen beiden Staatsbürgerschaften mit der Beziehung zu Mama und Papa: "Da will und kann ich mich gar nicht entscheiden."

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), spricht am 16.12.2014 in Berlin bei einer Pressekonferenz über die Kampagne "Ein Leben, zwei Pässe", während Musa Cakilli seine zwei Pässe zeigt.
© dpa
Musa Cakilli ist Deutscher und Türke und hat die Pässe, um das auch weiterhin beweisen zu können.
Musa Cakilli über die Doppelte Staatsbürgerschaft
"Ich verbinde mit der deutschen und der türkischen Staatsangehörigkeit viele emotionale Sachen, beide sind Teil meiner Identität."
Thomas Ruscher·

Wow, das war mal ein schneller EU-Gipfel! Gestern sind die Politiker schon fertig geworden und haben den zweiten Sitzungstag heute abgesagt. Das wurde beschlossen:

  • Ein Investitionspaket für Kredite über 21 Milliarden Euro für private Unternehmen
  • Mehr Hilfe für die Ukraine - ohne konkrete Ansagen
  • Bedingungen für die Hilfe: Wirtschaftsreformen und Bekämpfung von Korruption
  • Schärfere Sanktionen gegen die Krim
  • Sanktionen gegen Russland bleiben
Thomas Ruscher·

Korruption und Fifa gehören auch irgendwie zusammen. Auch ohne den Chefermittler Michael Garcia, der die Schnauze von der Fifa voll hat, weil er seine Berichte nicht veröffentlichen dufte.

Schade eigentlich. Sauber ist der Laden anscheinend nämlich nicht. Die ehemalige Pressechefin von Katars WM-Bewerbung Phaedra Almajid erzählt: "Ich war im Raum, als katarische Offizielle drei afrikanischen Mitgliedern der Fifa-Exekutive 1,5 Millionen Dollar geboten haben für ihre Stimmen bei der WM-Vergabe."

Die Chancen, dass Garcias Bericht doch noch veröffentlicht wird, schätzt unser Sportredakteur Philipp May ziemlich gering ein. Darin gehe es um viel zu viele Fifa-Menschen, die Dreck am Stecken hätten.

Michael J. Garcia (L), und Hans-Joachim Eckert (R), aus der Ethik-Kommission der Fifa stehen vor dem Fifa-Haus in Zürich
© dpa
Michael J. Garcia und Hans-Joachim Eckert haben ausermittelt. Der eine schmiss hin, der andere sieht keine Korruption. Doch nicht bei der Fifa!
Philipp May, Sportredaktion, über den Fifa-Korruptionsbericht
"Die ziemlich heiklen Korruptionsvorwürfe gegen die Fifa sind nicht überraschend. Das Überraschende für mich war, dass man eine WM-Stimme für nur 1,5 Millionen Euro verscherbeln kann."
Thomas Ruscher·

Hacker könnten eigentlich auch die "Person des Jahres" sein. Zuletzt haben die Sony-Hacker für Furore gesorgt. Könnte uns ziemlich egal sein, Hacker nehmen aber auch uns Normales aufs Korn.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt, dass Hacker zum Beispiel die Computer von Mitarbeitern eines deutschen Stahlwerks angegriffen haben, um so zum Beispiel Zugriff aufs Unternehmen zu bekommen - bis hin zu den Steuerungscomputern der Produktionsanlagen.

Großes Problem: veraltete Software. Vom Bundesamt gibt's einige Tipps, wie ihr eure Rechner sicherer machen könnt: Maßnahmen gegen Internetangriffe.

Und nur so aus Jux gibt's ein doofes Symbolbild zu "Hacker".

Andreas Noll über den Hacker-Bericht vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
"Hacker werden professioneller und richten immer größere Schäden an. Das betrifft die einfachen Computer- und Smartphone-Nutzer, aber auch Unternehmen."
Thomas Ruscher·

Seit 25 Jahren prägen die Simpsons unseren Wortschatz, zum Beispiel mit dem legendären "D'oh" von Homer. Das hat es sogar ins Oxfort English Dictionary geschafft:

"Expressing frustration at the realization that things have turned out badly or not as planned, or that one has just said or done something foolish."

Das klingt dann etwa so:

Schaum oder Haase
Für all die es verpasst haben: Das Beste aus Schaum oder Haase am Freitag
Thomas Ruscher·

Wir loggen uns aus, das war's mit Schaum oder Haase mit Till und Sebastian für diese Woche. Und bei Inga Hinnenkamp lernen wir gleich im Grünstreifen, was Plastik-Weihnachtsbäume mit China zu tun haben. Ein formidables Wochenende euch allen!