Warum manche Staaten Hinrichtungen geheim halten +++ Doping im Breitensport +++ Tröglitz und die Flüchtlinge +++ Niklas stürmt über Deutschland +++ Palästina und der Internationale Strafgerichtshof +++ Was heute sonst noch wichtig ist...

Thomas Ruscher·

6:30 Uhr, die Frisur hält... eher nicht. Sturmtief Niklas braust über Deutschland und sorgt dafür, dass keine Strähne dort bleibt, wo sie hingehört. Till Haase und Sebastian Sonntag im windstillen Studio und Thomas Ruscher an der Liveblog-Tastatur wünschen trotzdem einen guten Morgen mit Schaum oder Haase!

Thomas Ruscher·

Um es noch einmal zu betonen: Wir haben die Haare schön.

Thomas Ruscher·

Heute ist der 1. April. Da werden selbst die größten Spießer zu humorvollen Verarschern. Und das seit gut und gerne 500 Jahren. Vor allem Medien springen gerne auf die Witze-Maschine auf.

  • BBC berichtet über Spaghetti-Ernte in Italien
  • Die Tagesschau schafft ihr Live-Orchester fürs Tagesschau-Intro ab
  • Google will den Mars besiedeln
  • Es schneit mitten im April
  • Youtube empfiehlt ausschließlich Rick Astleys "Never Gonna Give You Up"
  • Auf Ebay verkauft ein User das mumifizierte Skelett einer Fee für fast 350 Euro

...uns fällt gerade kein guter Aprilscherz ein. Wir sagen Bescheid, wenn wir noch eine Idee haben.

Thomas Ruscher·

Palästina gehört seit heute zu den Mitgliedern des Internationalen Strafgerichtshof in den Haag. Das heißt: Palästina könnte Israelis als Kriegsverbrecher vor Gericht bringen.

Die Menschen in Israel sehen das entspannt, für sie ist das ein eher symbolischer Akt. Unser Israel-Korrespondent Torsten Teichmann meint: "Ob es überhaupt zu einer Verhandlung kommt, steht Jahre in der Ferne." Der erste Fall, den die Palästinenser möglicherweise verhandeln wollen, ist die Besatzungspolitik der Israelis.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag.
© dpa
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag.
Torsten Teichmann über Palästinas und den Internationalen Strafgerichtshof
"Die Palästinenser sind sehr skeptisch: Sie fürchten, dass ihr Präsident Mahmud Abbas den Schritt vor den Internationalen Strafgerichtshof nicht wagt und gar keinen Fall vors Gericht bringt."
Thomas Ruscher·

Twitter ist für Wissenschaftlier ziemlich spannend. Ein spanisches Forscherteam will nun herausfinden, wie sich die politische Stimmung im Land an den Tweets ablesen lässt. Damit könnten sie dann vorhersagen, ob etwa gewalttätige Auseinandersetzungen oder sogar ein Bürgerkrieg droht.

"Die Studienautoren hoffen, mit ihren Erkenntnissen drohende Gefahren abwenden zu können", sagt DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat. Er warnt aber auch vor einem Missbrauchs- und Überwachungspotential.

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über Twitter als politisches Instrument
"Wenn man auf Twitter die politische Stimmung ablesen kann, könnten am Ende die Regierungen mittwittern, um eben diese Stimmung zu manipulieren."
Thomas Ruscher·

Nach Tröglitz in Sachsen-Anhalt sollen 40 Flüchtlinge kommen. Dagegen gab's massive Proteste, der Bürgermeister trat zurück, nachdem vor seinem Haus Neonazis aufmarschierten. Nun gab's im Ort eine Bürgerversammlung.

Unser Reporter Sebastian Hesse war dabei: "Richtiges Pöbeln gab es nicht, die meisten Fragen waren aber sehr kritisch." Verfallen jetzt unsere Grundstückspreise? Sind wir noch sicher? Was machen wir, wenn die Flüchtlinge kriminell werden? Was machen wir, wenn sie die Scharia einführen wollen?

Einige Bürger zeigten sich aber auch sehr bestürzt über den Ruf als braunes Nest, den sich der Ort nun eingehandelt hat. Sie versuchen es, mit freundlicher Willkommenskultur. Vom Kuchen bis zum Jobangebot für dich Flüchtlinge.

Das für Flüchtlinge vorgesehene Haus in Tröglitz (Sachsen-Anhalt), aufgenommen am 31.03.2015.
© dpa
Im Mai sollen hier in Tröglitz 40 Flüchtlinge unterkommen.
DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Hesse über die Versammlung in Tröglitz
"Die Tröglitzer Bürger sind ebenso besorgt über das, was mit den Flüchtlingen auf sie zukommt, wie über den Ruf, den sich ihre Gemeinde bundesweit erworben hat."
Thomas Ruscher·

Auf Google Maps gibt es nun einen Pacman-Modus.

Pacman spielen auf dem Straßennetz der eigenen Stadt... Wir sind ein klein wenig verzaubert.

DRadio-Wissen-Mitarbeiter Sebastian Sonntag spielt am 01.04.2015 eine Partie Pacman.
© Thomas Ruscher | DRadio Wissen
Pacman vorm Funkhaus - das Nerd-Herz klopft ganz aufgeregt.
Thomas Ruscher·

Voriges Jahr sind 607 Menschen hingerichtet worden. Das sind die offiziellen Zahlen. Aber: Nach Informationen von Amnesty werden viel mehr Menschen hingerichtet, als die Behörden zugeben. Und China taucht gar nicht in der Statistik auf - das Land tötet vermutlich mehr Menschen als alle anderen Staaten zusammen.

"In China soll es mobile Hinrichtungsstationen geben, in denen Menschen mit Giftspritzen getötet werden, zum Teil werden die menschen in Gefängnissen erschossen", sagt Ferdinand Muggenthaler von Amnesty Deutschland. China behauptet, es verhänge die Todesstrafe seltener als noch vor ein paar Jahren - aber Zahlen oder Bestätigungen gibt es nicht.

Das ist übrigens die Top5 der Hinrichtungen weltweit nach Amnesty:

  1. China
  2. Iran
  3. Saudi-Arabien
  4. Irak
  5. USA
Ferdinand Muggenthaler von Amnesty Deutschland über die Todesstrafe
"Es ist leider so, dass die Staaten glauben, sie könnten mit der Todesstrafe Terrorismus oder andere Verbrechen bekämpfen. Aber alle Studien sagen: Die Todesstrafe schreckt nicht mehr ab als andere Strafen."
Thomas Ruscher·

Das Sturmtief Niklas ist über Deutschland hinweg gezogen. Fassen wir zusammen:

  • Vier Menschen sind durch den Sturm ums Leben gekommen
  • Versicherungen rechnen mit Schaden von bis zu 1 Milliarde Euro
  • Tausende Menschen hatten und haben keinen Strom
  • Hunderte Flüge sind ausgefallen
  • Weiterhin massive Einschränkungen im Bahn-Verkehr

Der Sturm zieht weiter nach Osteuropa. In Thüringen und im Norden kann es aber noch heftige Gewitter mit Hagel und Schnee geben, überall kann es glatt werden.

Das Sturmtief Niklas braust am 31.03.2015 über Deutschland.
© dpa
Ganz schön windig hier.
Thomas Ruscher·

Facebook verfolgt uns offenbar noch hartnäckiger durchs Netz, als wir bisher dachten. Das hat ein Gutachten für die belgische Datenschutzbehörde ergeben. "Facebook verfolgt seine Mitglieder und auch Nicht-Mitglieder mit Cookies durchs Netz", stellt DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat fest. Und zwar auch, wenn wir gar nicht mehr bei Facebook eingeloggt sind.

Facebook hat inzwischen gesagt, der Bericht sei "ungenau" und würden ihn gerne mit der Datenschutzbehörde diskutieren. Ziemlich nebulös, meint Michael: "Besser wäre vielleicht, Facebook würde öffentlich machen, was denn da stimmt oder angeblich nicht stimmt."

DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat übers Facebook-Tracking
"Das Tracken ist nur erlaubt, wenn ein vom Nutzer gewollter Zweck erfüllt wird. Ein Facebook-Nichtmitglied will aber überhaupt nichts von Facebook. Ein klarer Verstoß gegen das europäische Recht."
Thomas Ruscher·

Nicht nur Profisportler dopen. Auch im Breitensport pimpen manche Freizeit-Athleten ihre Leistungen. Um noch ein wenig ausdauernder zu sein, um ein wenig schneller zu sein. Dopingtests gibt es an dieser Stelle aber nicht: viel zu teuer.

Aber das könnte sich ändern: Es gibt einen neuen Test, der ebenso simpel wie billig sein soll. "Da reicht ein einziger Bluttropfen für die Analyse", erklärt Sebastian Krause vom ARD-Rechercheteam. Ein Piekser reicht dann also, um einen dopenden Sportler zu überführen. "Eine neue Dimension im Kampf gegen Doping."

Sebastian Krause vom ARD-Rechercheteam übers Doping im Breitensport
"Unsere Recherchen haben ergeben, dass im Breitensport richtige Dopingmittel wie Anabolika, Stimulanzmittel oder das Blutdoping-Mittel Epo weiter verbreitet sind, als bisher angenommen."
DRadio Wissen
Es soll Menschen geben, die die Sendung verpasst haben. Für euch gibt's jetzt: das Best of Schaum oder Haase!
Thomas Ruscher·

Till beendet die Sendung. Offizielle Begründung: Um 10 Uhr übernimmt der Grünstreifen. Inoffizielle Begründung: Wir müssen an unserem Pacman-Highscore arbeiten.

Morgen um 6:30 Uhr geht's weiter. Bis dann!

Googlemaps bietet eine Pacman-Funktion an.
© Googlemaps
Pacman vorm DRadio-Wissen-Funkhaus. Schön.