Was in der Luft passiert, wenn ein Kampfjet abgedrängt wird +++ Mare Nostrum: Programm zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vor dem Aus +++ Putsch in Burkina Faso +++ Und: Frauen in Männerunterwäsche

Julia Möckl·

Wir starten in die letzte Runde für diese Woche: Einen super Freitag Morgen wünschen euch Till Haase und Nilofar Elhami im Studio - und Julia Möckl an der Tastatur. Geht los.

Julia Möckl·

Nilofar Elhami und Till Haase müssen reden. Über Frauen. In Männerunterwäsche. Dem britischen Kaufhaus Marks und Spencer ist nämlich aufgefallen: Über die Hälfte der Unterwäsche für Männer wird von Frauen gekauft! Is halt einfach bequem, so ne Boxershort. Modehersteller reagieren prompt und bringen Unisex-Unterhosen raus. Calvin Klein macht das ja eh schon länger: Da weiß man nie so genau, ob da jetzt Männer- oder Frauenunterwäsche aus der Hose blitzt...

Constantin Herrmann, GQ-Magazin
"Noch so vor 200, 300 Jahren haben Frauen eigentlich gar keine Unterwäsche getragen."
Julia Möckl·

Jahrzehntelang hieß es in China: Jeder nur ein Kind. Doch auch China hat mittlerweile Nachwuchsprobleme, deshalb wurde die sogenannte Ein-Kind-Politik vor knapp einem Jahr gelockert: Wer möchte, und einen Antrag (!) stellt, darf ein zweites Kind bekommen.

Der erhoffte Babyboom blieb allerdings aus, sagt unsere Korrespondentin Ruth Kirchner. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen: Viele Paare können sich kein zweites Kind leisten.

Propagandaplakat für die chinesische Ein-Kind-Politik
© dpa
War einmal: Propaganda für die Ein-Kind-Familie.
Ruth Kirchner, China-Korrespondentin
"Mit wachsendem Wohlstand ändern sich die Lebensentwürfe: Paare heiraten später, bekommen später Kinder - oder überhaupt keine."
Julia Möckl·

IT-Dino meets Hightech-Schmiede: IBM kooperiert mit Twitter. Auf den ersten Blick passt das nicht so richtig... auf den zweiten schon, sagt Netzautor Andreas Noll: Denn Twitter will mit Hilfe von IBM-Supercomputer Watson seine riesigen Datenmengen auswerten: 500 Millionen Tweets pro Tag, 300 Millionen aktive User, deren Daten sich zu Geld machen lassen können - wenn man sie richtig und schnell analysiert. So wird ein Schuh aus der Zusammenarbeit.

Andreas Noll, Netzautor
"Twitter hat schon lange Vereinbarungen mit Werbeagenturen, die Daten von Twitter für ihre Arbeit nutzen. Und dafür auch zahlen."
Julia Möckl·

10 Millionen Euro im Monat - so viel hat das Flüchtlingsrettungsprogramm im Mittelmeer gekostet, das Italien mit EU-Unterstützung seit etwa einem Jahr finanziert: Mare Nostrum. Damit ist bald Schluss: Ab morgen geht Triton an den Start, das Äquivalent der EU. Flüchtlingsorganisationen kritisieren allerdings, dass es mit dem neuen Programm weniger Rettungsaktionen auf hoher See geben wird - und dass die EU weniger Geld locker macht.

Ein überfülltes Boot mit Flüchtlingen auf dem Meer. Bild: dpa
© dpa
Bootsflüchtlinge riskieren oft ihr Leben, um nach Europa zu kommen.
Gregor Hoppe, Italien-Korrespondent
"Wenn man sich die Geldsummen anschaut, die in Europa sonst verhandelt werden, ist das eigentlich eine Schande, dass diese reiche Region dieses Geld nicht aufbringt."
Julia Möckl·

Daniel Radcliffe kann sehr gut Harry Potter spielen, Harry Potter spielen und - er rappt gerne. Ch-Check it out:

Julia Möckl·

27 Jahre - so lange schon ist der Präsident in Burkina Faso an der Macht. Ein Diktator. Nächstes Jahr wollte er sich eigentlich noch mal alibimäßig im Amt bestätigen lassen - aber da hat er sich offenbar verrechnet:

Die Menschen in Burkina Faso haben genug, gehen schon seit mehreren Tagen zu Hunderttausenden auf die Straße, gestern haben Demonstranten das Parlament angezündet. Dabei gab es auch Tote, berichtet Arne Hell aus unserer Nachrichtenredaktion, das Militär hat die Regierung für abgesetzt erklärt. Die Demonstranten wollen allerdings keine Militärregierung - sondern Wahlen.

Arne Hell, DRadio-Wissen-Nachrichten
"Die Demonstranten wollen erreichen, dass jetzt ein neuer Präsident gewählt wird."
Julia Möckl·

"Nato-Maschinen haben russische Militär-Flugzeuge über Europa abgefangen." Bei dieser Meldung haben wir uns gefragt: Wie zum Teufel geht das - Flugzeuge abfangen? Thomas Wassmann hat's uns erklärt. Er saß bis vor wenigen Jahren selbst in Bundeswehr-Kampfjets:

  • Wird ein unbekanntes Flugzeug geortet, müssen die Piloten innerhalb von 15 Minuten in der Luft sein.
  • Dann nähern sich 2 Jets (1 hinten, 1 vorne) dem unbekannten Flugzeug so weit, bis sie die Piloten erkennen können.
  • Über internationale Handzeichen wird versucht, mit dem fremden Piloten Kontakt aufzunehmen - und ihn zum Abdrehen zu bewegen.
  • Manchmal fliegt man dem anderen Flieger auch ein bisschen in die Flugbahn...
  • Das unbekannte Flugzeug wird identifiziert, fotografiert und an den Einsatzleiter gemeldet.

Was passiert, wenn der fremde Pilot trotzdem nicht abdreht - das entscheiden die Einsatzleiter bzw. im Extremfall die Verteidigungsministerin.

Phantom-Kampfjets bei ihrer offiziellen Verabschiedung aus der Bundeswehr.
© dpa
In so einem Kampfjet saß unser Gesprächspartner.
"In dem Moment, wo ich an dem Flugzeug bin, es identifizieren kann und das nach unten melden kann, ist der eigentliche Abfang-Vorgang erledigt."
Julia Möckl·

Die Proteste haben was gebracht: Die Internetsteuer der ungarischen Regierung ist vom Tisch - jedenfalls vorläufig. Die Diskussion sei entgleist, sagte Regierungschef Victor Orbán im ungarischen Rundfunk - allerdings will er nächstes Jahr einen neuen Anlauf machen für seine geplante Besteuerung des ungarischen Internetkonsums.

Julia Möckl·

Lacht ihr gerne und viel? Dann müsst ihr leider zahlen - jedenfalls in diesem Comedy-Theater in Barcelona: Eintrittspreise sind abgeschafft. Aber jeder, der lacht, zahlt - dank Gesichtserkennungssoftware über Tablets auf den Sitzen. 30 Cent pro Lacher, aber maximal 24 Euro.

Ein Mann lacht und hält einen roten Papp-Mund vor sein Gesicht.
Nicht vergessen: Lachen ist gesund!
Netzautor Andreas Noll
"Die Obergrenze liegt bei 80 Mal lachen - also bei 24 Euro. Wenn die erlacht wurden, ist Schluss."
Julia Möckl·

Mit dieser schönen Meldung wünschen wir euch ein schönes Wochenende: Hoffentlich habt ihr viel zu lachen! Tschüs - sagen Till, Nilofar, Julia und das restliche Schaum-oder-Haase-Team :)