Digitale Schlösser knacken sie ständig, meist um auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen. Daher entspannen sich gestresste Hacker am liebsten beim Lockpicking.

Um sich mal den einseitigen Nullen und Einsen entspannen zu können, ersann Steffen Wernéry, Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs, Ende der 90er Jahre einen Verein, der der das Hacken mit den Händen pflegt: Die "Sportfreunde der Sperrtechnik" beschäftigen sich mit dem gewaltlosen und zerstörungsfreien Öffnen von Schlössern aller Art - auch Lockpicking genannt.

"Innerer Orgasmus"

Einmal im Monat trifft sich die Vereinsgruppe in Köln. Gemeinsam werden die kompliziertesten Schlossarten geknackt. In gemütlicher Runde sitzen die Mitglieder vor ein paar Trainingsschlössern und dem ausgebreiteten Besteck - dazu ein paar Flaschen Bier.

"Ganz wenig Druck drauf geben. Beim Schlüssel würdest Du ja auch nicht so viel Druck draufgeben. Und dann gehst Du einfach mal rein, raus. Merkst ja, wie Du über die Stifte gehst … und zack hast es offen."
Michael Hünseler, Sperrtechniker

Das Gefühl, wenn sie es schaffen, ein Schloss zu öffnen, nennen die Vereinsmitglieder "inneren Orgasmus" - eine wahre Befriedigung.