Der Global Slavery Index schätzt, dass weltweit über 35,8 Millionen Menschen in Sklaverei leben. Sie werden ausgebeutet für Sex und billige Arbeit - zu unserem Nutzen. Welches Leid diese modernen Sklaven ertragen müssen, können wir nicht einmal erahnen. Faith erzählt ihre Geschichte, wie sie sich voller Hoffnung auf die Reise nach Europa machte - für ein besseres Leben. Die nordkoreanischen Zwangsarbeiter hingegen werden von ihrem Diktator weltweit verliehen und ausgebeutet. Während beispielsweise Rumänen freiwillig nach Deutschland kommen und dort als Billiglöhner ausgenutzt werden.

Prostituierte
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Sexsklavin aus Nigeria

Gebannt, verkauft, missbraucht

Faith hatte sich als 15-Jährige auf den Weg nach Europa gemacht - in der Hoffnung, ein besseres Leben zu finden. Stattdessen ist sie an Menschenhändler geraten, die sie mit einem Voodoo-Bann jahrelang als Sexsklavin ausgebeutet haben.

Als 15-jähriges Mädchen hatte Faith* in Nigeria kaum eine Chance ihrer Armut zu entkommen. Das Schulgeld reichte bestenfalls für ihre Brüder. Ihre Perspektive: Die Verheiratung mit einem älteren Mann. Für Faith war das keine Option. Voller Hoffnung bittet sie ihren etwas wohlhabenderen Schwager um Hilfe, damit sie weiter zur Schule gehen kann. Er will sie nach Italien, wohin er Verbindungen hat, als Zimmermädchen oder Kellnerin vermitteln, damit sie dort ihr Schulgeld verdienen kann.

System Menschenhandel

Doch aus ihrem hoffnungsvollen Aufbruch nach Europa, vom dem sie ihren Eltern nichts erzählte, ist eine Leidensgeschichte geworden. Mit einem Voodoo-Zauber halten die Menschhändler Faith jahrelang unter Kontrolle. Das System funktioniert perfekt, wie Doris Köhncke vom Fraueninformationszentrum Stuttgart bestätigt.

*Name von der Redaktion geändert