Neslihan Kapucu hat mit ihren 26 Jahren bereits eine erstaunliche Karriere hingelegt. Sie ist nicht nur diplomierte Designerin für internationale Mode, sondern ist auch Dozentin am Düsseldorfer Fashion Design Institut. Dort unterrichtet sie den Designernachwuchs in den Fächern Modezeichnung und Illustration.

Unter ihrem Label - Nes Kapucu - präsentiert sie Mode, die verbindet: verschiedene Stile, verschiedene Stoffe, verschiedene Kulturen und verschiedene Herkunftsländer. Die Basis ihres Stils ist europäisch, die Details sind orientalisch. Sie liebt Zwiebellook und Materialmix. So kann sich auch mal ein Stück Orientteppich in ihren Kreationen wiederfinden oder eine Spitzentischdecke.

Inspiration und Religion

Besonders inspiriert sie die Heimat ihrer Eltern. Neslihan Kapucu ist Tochter türkischer Einwanderer. Sie liebt orientalische Farben, Muster und Texturen. Dass sie ein Kopftuch trägt ist Ausdruck, ist für sie schlicht Teil ihrer Persönlichkeit, denn die Designerin ist gläubige Muslimin - nicht mehr und nicht weniger. Kein großes Thema eigentlich.

Trotzdem hat sich damit in der Modebranche für Aufsehen gesorgt. Kopftuch und Designermode - das fanden viele dann doch seltsam. Aber Neslihan Kapucu gelingt es schließlich, die Modewelt von sich zu überzeugen. Die Kreationen ihres Labels Nes Kapucu hat sie bereits auf der Berliner Fashionweek präsentiert, sowie auf Schauen in London und München.

Frisch vom Laufsteg

Natürlich trägt Neslihan Kapucu ihre Kreationen auch selber. Schließlich entwirft sie Mode für den Alltag. Casual Wear heißt das im Designerdeutsch. Und für Moderator Sven Preger hat sie eine ganz besondere Botschaft:

"Die Jogginghose ist jetzt Trend, damit kann man auch zur Arbeit."
Bei diesem Satz von Neslihan Kapucu leuchten die Augen von Moderator Sven Preger

"Über Näherin müssen wir noch streiten"

Weil der Redaktion das verbindende Element ihrer Arbeit so gut gefällt, hat sie den Titel "Kultur-Näherin" von uns bekommen. Aber das ist natürlich längst nicht alles, was Neslihan macht.

"Ich nähe nicht nur. Ich entwerfe, ich mache auch den Schnitt selbst, davor zeichne ich natürlich auch selbst. Ich nähe dann, ich vermarkte es auch - ich bin eigentlich die Frau für alles."
Neslihan Kapucu erklärt, was den Job der Designerin ausmacht

Harter Weg zum Traumjob

Um sich den Traum vom Design-Studium erfüllen zu können, hat Neslihan Kapucu auf ziemlich viel verzichten müssen. Ein Jahr lang hat sie nach ihrem Schulabschluss recherchiert, wie sich der Traum verwirklichen lässt. Denn es ist gar nicht so einfach, auf einer Design-Schule angenommen zu werden. Am Düsseldorf Fashion Design Institute hat sie dann einen Platz bekommen. Eine Privat-Schule. Obwohl ihre Eltern sie im Studium finanziell unterstützen, muss Neslihan Kapucu nebenbei jobben. Sie bleibt bei den Eltern wohnen, pendelt jeden Tag 90 Minuten pro Strecke nach Düsseldorf und verzichtet auf das, was Designern eigentlich am wichtigsten ist: Klamotten.

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