Wer sind eigentlich meine Nachbarn?, fragt sich Pia Volk, als sie in ein neues Viertel in Leipzig zieht und dort überall Nazi-Aufkleber entdeckt. Im Dorf Baarle müssen selbst Einheimische überlegen, ob sie sich noch in Belgien oder schon in den Niederlanden befinden: Denn die Staatsgrenze läuft dort kreuz und quer durch Straßen und Häuser. Und wenn es zwischen Nachbarn richtig kracht, dann schlichtet Heike Korfmacher.

Colalge: Frau geht über Grnezmarkierung, Ortschild Baarle
© Collage Deutschlandfunk Nova | Kerstin Ruskowski | Imago | Belga
Europäische Nachbarschaft:

Baarle: ein Dorf in zwei Ländern

Baarle ist wie ein Siamesischer Zwilling, sagen die Einheimischen. Denn ihr Dorf ist untrennbar verwachsen mit der belgisch-niederländischen Grenze. Alle paar Meter findet sich ein Grenzübergang. Die Staatsgrenze verläuft quer durch Häuser und durch Straßen. Die Einwohner lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen - auch wenn sie manchmal selbst nicht wissen, in welchem Land sie gerade sind.

Als Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski Baarle besucht, findet sie viele Kuriositäten: Ein Dorf das doppelt sieht. Belgische und holländische Schulen und Behörden. Grenzlinien quer durch Wohnungen. Ein Grund, warum jedes Jahr zahlreiche Touristen nach Baarle kommen. Doch für die Menschen, die dort leben, ist das gar nicht ungewöhnlich, merkt Kerstin. Aus der Baarler Perspektive ist all das alltäglich. Ein Haus umbauen, damit eine alte Dame Belgisch bleiben darf: Ganz normal!