Die Nato stellt eine Eingreiftruppe gegen Russland auf +++ Jetzt wird alles rausgetwittert +++ Osteuropa schaut nervös in die Ukraine +++ Ein Schweini als Kapitän +++ Die Süddeutsche Zeitung und die Angst vor Kommentaren im Netz +++ IS töten einen weiteren Journalisten +++ Bewerbungsgespräche beim EU-Kommissar +++ Und was heute sonst noch wichtig ist

Thomas Ruscher ·

Das Anstrengende an Morgensendungen wie Schaum oder Haase ist, dass sie immer so furchtbar früh anfangen. Till Haase und Anna Kohn stehen schon quicklebendig im Studio, Thomas Ruscher sitzt nicht ganz so quick an der Liveblog-Tastatur. Solltet ihr hier also Tippfehler entdecken, kennt ihr jetzt die billige Ausrede. Habt einen starken Start in den Mittwoch!

Thomas Ruscher ·

Till hat gestern übrigens den halben Tag damit verbracht, folgendes Thema
zu recherchieren: In Island musste ein Straßenbau versetzt werden, weil das Projekt eine Elfenkirche gefährdet hätte. Wir fanden, das ist eine super Geschichte!

Sie hat sich dann aber leider als Ente herausgestellt: Die Straße wurde aus Naturschutz-Gründen verlegt. Lediglich eine Person hat sich hingestellt und die Elfenkirche ins Spiel gebracht. Damit war die Story ziemlich hinüber. Wir sind sehr enttäuscht.

Eine wichtige Erkenntnis hatte Till aber bei seiner Recherche: Islands Pressesprecherin fühlt sich nicht für Elfen verantwortlich.

Thomas Ruscher ·

In Niedersachsen kommt jetzt der Strecken-Radar auf die Straßen: Die Strecken sind drei bis acht Kilometer lang, am Anfang und am Ende wird der Autofahrer geblitzt - und es wird ermittelt, ob er auf der Strecke eine zu hohe Durchschnittsgeschwindigkeit hatte. Dann wird abkassiert.

Es ist übrigens möglich, die erste Hälfte der Strecke viel zu schnell zu rasen, um dann auf 30 km/h abzubremsen, um den Durchschnitt wieder zu drücken.

"Es geht nicht darum, mehr Autofahrer zu erwischen", sagt Boris Pistorius, Innenminister von Niedersachsen, "sondern es geht darum, die Geschwindigkeit auf gefährlichen Strecken rauszunehmen." Und das funktioniere mit dem neuen System.

Archivfoto vom 15.06.2007 zeigt ein Section Control-Hinweisschild vor dem Kaisermuehlentunnel in Wien
© dpa
In anderen Ländern gibt's den Strecken-Radar schon. In Österreich seit 2003.
DRadio-Wissen-Reporterin Anna Kohn über das Strecken-Radar und Verkehrssicherheit."
"Der neue Radar soll auf Strecken, auf denen besonders viele Unfälle passieren, zum Einsatz kommen.Generell sind Raser aber überall ein Problem - etwa jeder dritte Tote auf der Straße stirbt durch Unfälle mit zu hoher Geschwindigkeit."
Thomas Ruscher ·

Esst! Mehr! Äpfel! Das hat heutzutage nichts mehr mit Gesundheit zu tun, sondern ist ein politisches Statement geworden: als Zeichen gegen das russische Import-Embargo. Deutschland ist also voll mit Äpfeln, irgendjemand muss die nun schließlich verputzen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt fordert: fünf Äpfel pro Tag! Besser Äpfel essen, als sie vernichten.

Wir essen Äpfel. Weil wir sie lecker finden. Nicht wegen der Wirtschaftspolitik.

Anna Kohn präsentiert ihren angebissenen Apfel im DRadio-Wissen-Studio.
© DRadio Wissen | Thomas Ruscher
Viel wichtiger als die vermeintliche Eignung als politisches Statement: Äpfel sind gesund.
Thomas Ruscher ·

Twitter goes Facebook. Eigentlich bekommen Twitter-User nur Nachrichten von Leuten, denen sie auch folgen. Aber das wird sich jetzt ändern, berichtet Techcrunch: Twitter will via Algorithmen auch Beiträge einstreuen, die es als relevant für den jeweiligen Nutzer erachtet. Anders: Twitter entmündigt uns, sagt Blogger Tobias Gillen von Basic Thinking.

Die User sind ziemlich sauer. "Die eigentlichen Tweets der Leute, die ich gern lese, gehen dann im Rauschen unter“, schreibt der Blogger Jörn Schaars. Ändern wird sich an der Entwicklung aber wohl nicht: Das Unternehmen will so die Hürden für den Einstieg bei Twitter senken. Mehr User bedeuten mehr Geld.

DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll über die Entwicklung bei Twitter
"Twitter bewertete bislang nicht, ob ein Tweet gut oder schlecht ist. Ganz im Gegensatz zu Facebook, wo es die meisten Nachrichten unserer Freunde gar nicht in die Timeline schaffen, weil die Facebook-Algorithmen sie herausfiltern."
Thomas Ruscher ·

Die Lage ist der Ost-Ukraine eskaliert. Die Nato will nun eine schnelle Eingreiftruppe aufbauen, um gegen Russland gewappnet zu sein. Das soll eine relativ kleine, aber schlagkräftige Truppe von einigen tausend Soldaten sein, die in kürzester Zeit aktiv werden kann. Von einer "Speerspitze" ist die Rede.

"Das ist zunächst einmal eine Abschreckung gegen weitere russische Aggressionen", sagt Johannes Varwick, Professor für Internationale Politik an der Uni Halle. Für die aktuelle Krise dürfte das zu spät sein, aber für zukünftige Szenarien wäre die Nato vorbereitet - und es ist ein Zeichen an die östlichen Nato-Staaten, dass das Bündnis sie im theoretischen Ernstfall schützen könnte.

"Die Nato will sich gegen mögliche russische Angriffe rückversichern und damit auch den Sicherheitsbedürfnissen der osteuropäischen Mitgliedsstaaten Rechnung tragen. Ich würde das nicht als Eskalation, sondern das soll die Lage stabilisieren."
Thomas Ruscher ·

In den Staaten Ost-Europas gibt es große, russische Minderheiten. Zum Beispiel sind fast 30 Prozent der Bürger in Estland und Lettland russischsprachig. Für Wladimir Putin ist das mit dem Motto "Wir schützen unsere Bürger im Ausland" bereits Grund für die Ukraine-Krise gewesen. Ganz klar: Die Menschen in Osteuropa sind unruhig.

Unser Korrespondent Carsten Schmiester im Baltikum erzählt: "Ich hab gestern mal rumgefragt, das Wort Angst fällt überhaupt nicht. Besorgnis ja, aber man fühlt sich als Nato-Mitglied dann doch relativ sicher." Heute ist Barack Obama in Estland angekommen, auch um den Nato-Staaten Unterstützung zu demonstrieren.

US-Präsident Barack Obama besteigt einen Hubschrauber, um Estland zu reisen.
© dpa
Auf nach Estland! Die Staaten des Baltikums sind auf Obamas Aussagen zum Ukraine-Krieg gespannt.
DRadio-Wissen-Reporterin Ann-Kathrin Büüsker über die Stimmung in den baltischen Staaten
"Die baltischen Staaten sind sehr klein, ihre militärischen Möglichkeiten sind begrenzt. Das heißt: Wenn es hart auf hart kommt, können sie sich selbst gar nicht verteidigen."
Thomas Ruscher ·

Jean-Claude Juncker ist ja der neue EU-Kommissionschef. Er ist sozusagen der Regierungschef der Europäischen Union. Nun fehlt ihm noch sein Regierungsteam. In dieser Woche führt er Bewerbungsgespräche mit den von den Ländern vorgeschlagenen Kandidaten.

Wie das aussieht, wissen wir leider nicht. Unser Kollege in Brüssel Thomas Otto stellt fest: "Die Öffentlichkeit hat leider überhaupt keinen Einblick in diesen Prozess." Schade eigentlich. Tatsache ist allerdings, dass Juncker einen vorgeschlagenen Kandidaten gar nicht ablehnen kann. Aus Bewerbersicht sind das ziemlich gute Voraussetzungen für so ein Bewerbungsgespräch.

Jean-Claude Juncker von der Europäischen Volkspartei EVP am 25.05.2014.
© dpa
Jean-Claude Juncker such gerade die richtigen Leute für sein Team.
Brüssel-Korrespondent Thomas Otto über die EU-Kommission
"Jean-Claude Juncker kann keinen Kandidaten für die EU-Kommission ablehnen, aber er hat indirekten Einfluss: Er entscheidet über die Ressorts und kann so die besonders einflussreichen Posten verteilen."
Thomas Ruscher ·

Falls ihr heute neben dem Chef oder den Prof im Fahrstuhl steht, liefern wir euch Smalltalk-Themen, mit denen es nicht peinlich wird:

  • Das Jugendmagazin Bravo präsentiert heute eine Neuausrichtung. Wichtiges Thema: Geht's weiter mit Dr. Sommer? Wer sollte sonst Probleme lösen wie "Ich hatte eine Erektion am Badesee"?
  • Das Flugzeug-Essen der Lufthansa könnt ihr euch nun auch nach Hause bestellen. Vorerst ist das nur ein Test und heißt Air Food One. Höhö, Wortwitz.
  • Der US-Botschafter in England hat die Schnauze voll vom Nationalgericht Lamm mit Kartoffeln. Seine Grenze sei nach 180 Mahlzeiten endgültig erreicht. Englands Köche sind nicht amused.
  • Die Queen ist übrigens auch nicht amused, weil sie pausenlos in irgendwelche Handy-Kameras winken und doofe Selfies mitmachen muss.
Thomas Ruscher ·

Britta von unseren Wissensnachrichten berichtet gerade, dass Kakadus voneinander lernen: Goffin-Kakadus gucken sich die Werkzeugtechnik ihrer Artgenossen ab und verbessern sie auch. Cool. Das Video dazu gibt's unten, die ganze Nachricht zum Thema lest ihr hier: Soziales Lernen.

Thomas Ruscher ·

Den Onlinern der Süddeutschen Zeitung reicht's: Sie schalten die Kommentarfunktion auf ihrer Seite fast komplett ab. Auf sueddeutsche.de gibt's jetzt pro Tag nur noch zwei, drei Themen, die diskutiert werden dürfen. Die Begründung gibt's hier: Lassen Sie uns diskutieren.

Die SZ will damit das Niveau der Debatten verbessern. Kritiker sagen hingegen: Die Zeitung kapituliert vor den Pöblern und will Moderatoren einsparen. Wer andere Themen bequatschen will, muss bei der SZ nun auf Facebook ausweichen.

Zugegeben: Mit uns von DRadio Wissen könnt ihr auch nicht auf unserer Site diskutieren, aber auf Twitter, Facebook und GooglePlus. Und natürlich via Mail.

DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll über die neue SZ-Debatten-Kultur
"Bei Facebook ist durch den Klarnamenzwang die Pöbel-Gefahr etwas geringer und auch die User untereinander disziplinieren sich. Klar ist aber: Für das Abschalten der Kommentare muss die Süddeutsche Zeitung heftige Kritik einstecken."
Thomas Ruscher ·

Bastian Schweinsteiger ist der neue Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Unser Sport-Kollegen Philipp May erklärt, warum das eine gute Idee ist:

  • Bastian ist schon seit acht Jahren im Team
  • Jogi Löw hat sich immer auf den Bayern-Spieler verlassen können
  • Bastian hat sich gerade zur WM besonders um das Mannschaftsklima verdient gemacht
  • Er ist der richtige Mann, das Team nach außen zu repräsentieren

Philipp vermutet, dass Schweinsteiger bis 2016, vielleicht sogar bis 2018 Kapitän bleiben wird und dann an Torwart Manuel Neuer abgeben.

Bastian Schweinsteiger ist der neue Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft.
© dpa
Bastian Schweinsteiger ist der neue Boss auf dem Feld.
Deutschlandradio-Sportredakteur Philipp May über die Fußball-Nationalmannschaft
"Mit Kapitän Bastian Schweinsteiger und dem neuen Co-Trainer Thomas Schneider wird sich nicht viel am Jogi-Löw-Fußball ändern. Beide Personalien sind eine Entscheidung für mehr Kontinuität."
Thomas Ruscher ·

Die Terrormiliz Islamischer Staat macht ihre Drohungen offenbar wahr. Sie veröffentlichte wieder ein Video, das die Enthauptung eines US-Reporters zeigen soll. Das Opfer ist der US-Journalist Steven Sotloff.

Die Botschaft lautet: US-Präsident Obama soll die Angriffe auf den Irak gegen die IS stoppen. Sollte er das nicht tun, werden weitere Geiseln sterben. In dem neuen Video wird außerdem damit gedroht als nächstes einen Briten zu ermorden.

Der Journalist Steven Sotloff am 26.10.2012. Am 02.09.2014 wird er von den Terroristen des Islamischen Staates ermordet.
© dpa
Der Journalist Steven Sotloff.
Thomas Ruscher ·

Der Grünstreifen klopft an die Studiotür und will das Mikro übernehmen. das Schaum-oder-Haase-Team packt seinen Kram zusammen und macht sich an die Planung für die Sendung morgen. Habt noch einen schönen Mittwoch!