Reparieren statt wegwerfen: Damit das wirklich passiert, gibt es in Österreich einen ordentlichen Zuschuss zu Reparaturen. Unser Reporter hat sich angesehen, wie das funktioniert.

Defekte Elektrogeräte verursachen eine Menge Müll – schätzungsweise 57,4 Millionen Tonnen waren es 2021 weltweit. Damit es weniger wird, gibt es in ganz Österreich den Reparaturbonus.

Bis zu einem Betrag von 200,- Euro werden 50 Prozent der Reparaturkosten aus EU-Mitteln erstattet. Das Programm läuft voraussichtlich bis 2026 (Stand 25.10.2022). Ein ähnliches Programm gibt es in Thüringen, ein Pilotprojekt in Leipzig ist bereits abgelaufen.

"Der Reparaturbonus wird quasi als Sofortrabatt von der Rechnung abgezogen. Wöchentlich kommen 30 bis 40 Kund*innen mit einem alten Elektrogerät zu Samantha in den Laden."
Samantha Kemmeter, Mitarbeiterin von LPR Haushaltsgeräte in Wien

Deutschlandfunk-Nova-Reporter David Freches hat sich im Haushaltswarengeschäft LPR in Wien im 18. Bezirk angeguckt, wie das funktioniert. Hier werden vor allem Weißgeräte, also Geschirrspüler, Kühlschränke und Waschmaschinen verkauft und repariert.

Ein Geschäft, wöchentlich 100 Reparaturen

Die Techniker*innen kommen zur Reparatur auch nach Hause. Mit diesem Service sind es wöchentlich rund 100 Reparaturen.

"Der Reparaturbonus ist wie ein kleiner Gutschein, der bis zu einem Betrag von 200 Euro übernommen wird, wenn eine Reparatur stattfindet."
Samantha Kemmeter, Mitarbeiterin von LPR Haushaltsgeräte in Wien

Ein Beispiel: Wenn die Reparatur eines Kühlschranks 410,- Euro kostet, müssen Kund*innen 210,- bezahlen. Für den Rest sorgt der Reparaturbonus – eben mit einem Nachlass von 50 Prozent oder maximal 200,- Euro. Die Differenz kriegen Samantha und ihr Team vom österreichischen Umweltministerium.

"Da gibt es für Geschäfte eine Seite, wo wir die Rechnungen hochladen. Das wird gesammelt bis zu einem gewissen Datum und Betrag. Und dann ausbezahlt."
Samantha Kemmeter, Mitarbeiterin von LPR Haushaltsgeräte in Wien

In der Werkstatt des Ladens arbeitet Walter Moser. Er ist derjenige, der die Elektrogeräte repariert. Gerade tüftelt er an einer alten Siebträgerkaffeemaschine. Heizung und Pumpe sollen wieder funktionieren. Bei ihm stehen reihenweise verschiedene Haushaltsgeräte, die noch repariert werden sollen. Mit der Auftragslage ist er sehr zufrieden.

Gasherde sind ausgenommen

Nicht immer lohnt sich eine Reparatur. "Manchmal ist die Reparatur teurer als ein Neukauf, etwa bei einem gewöhnlichen Wasserkocher", erklärt David Freches. Kategorisch ausgeschlossen sind Geräte, die mit fossilen Energiequellen betrieben werden: Gasherde und Benzinrasenmäher zum Beispiel.

In den ersten knapp sechs Monaten wurden in Österreich über 200.000 Reparaturen durchgeführt. Am häufigsten übrigens mit knapp einem Drittel bei Smartphones. Das Umwelt-Ministerium ist mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Es spricht auf Anfrage von einem großen Erfolg – auch für den Klimaschutz.

  • Moderator:  Christoph Sterz
  • Autor:  David Freches, Deutschlandfunk-Nova-Reporter