Der Personalausweis ist ein hoheitliches Dokument, er darf nur von der Bundesdruckerei erstellt werden. Wer ihn fälscht, macht sich strafbar. Und wer keinen hat, für den sind das Abschließen von Verträgen und das Reisen in fremde Länder so gut wie unmöglich. Manchmal aber verhindert genau dieses Dokument die Weiterreise.

Eine Redaktionskonferenz mit Verena von Keitz.

Ein alter Reisepass aus dem Deutschen Reich.
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Pass-Geschichte

Brief und Siegel

Ein Name mit einer sehr detaillierten Personenbeschreibung, ein Stempel und eine Unterschrift. Mehr enthielt ein Pass aus dem Jahr 1500 noch nicht. Er reichte aber aus, Soldaten von Deserteuren zu unterscheiden, die eigentlich gar keinen Urlaub verdient hätten.

Pässe hatten früher noch nichts mit der Staatszugehörigkeit zu tun, sie waren eher Reisedokumente. "Auch um den Reisenden Schmiergelder abzuknöpfen", sagt Valentin Groebner, Geschichtsprofessor an der Freien Universität Berlin. "Wenn die Ausweisdokumente nicht zu 100 Prozent stimmten, konnten die Grenzmitarbeiter den Reisenden Geld abnehmen, um die Weiterreise zu erlauben."

Deshalb war es den Menschen im Mittelalter auch möglich, ihren Pass in einem fremden Land ausstellen zu lassen. Lange Zeit war es etwa in Frankreich günstiger als in England, die entsprechenden Dokumente zu erhalten.

"Passfälschungen gibt es, seitdem es Pässe gibt."
Valentin Groebner, Geschichtsprofessor an der Freien Universität Berlin

Das Prinzip des Passes war früher das gleiche wie heute: Er bescheinigt die Identität einer Person. Die persönlichen Daten variieren dabei - die Form des Passes sollte nach Möglichkeit aber immer die gleiche sein. Nur so ist das Dokument nachprüfbar.

Fälscher erkannten das schnell. Nach Aussage von Valentin Groebner wurden Pässe sofort nach Einführung gefälscht. Mit dem Ziel, die Eigenschaften des Ausweisdokuments zu erkennen und möglichst genau nachmachen.