Kühlschränke sind nach ihnen benannt, Eishockey-Mannschaften, ein Buchverlag. Und Linux hat sich den Pinguin gleich als Maskottchen ausgesucht. Irgendwie mögen wir diese Vögel, die nicht fliegen können und an Land so lustig umherwatscheln. So auch Klemens Pütz. Er hat sich die Erforschung der Pinguine zur Lebensaufgabe gemacht.

Eine Redaktionskonferenz mit Kaline Thyroff.

Sie halten Temperaturen von -40 Grad Celsius locker aus, tauchen bis zu 500 Meter tief und trinken Meerwasser. Das sind drei erstaunliche Fähigkeiten von Pinguinen, die manchmal etwas unbeholfen wirken, aber in widrigsten Bedingungen sehr gut zu Recht kommen.

Der Biologe Klemens Pütz hat sich auf diese flugunfähigen Vögel spezialisiert. Präziser muss man sagen: Er ist der einzige Forscher Deutschlands, der sich dauerhaft mit Pinguinen beschäftigt. Er ist der Pinguin-Experte.

Lieber Eis statt Schreibtisch

Per Zufall fuhr Pütz bei einer Expedition des Alfred-Wegener-Instituts in die Antarktis mit, so kam er zur Pinguinforschung. 1993 hat er über Pinguine promoviert. Sein Thema: "Ernährungsökologie von Kaiser- und Königspinguinen". Er hätte vermutlich auch noch habilitieren können. Doch er wollte weiter forschen und entschied sich gegen Verwaltung und Lehre. Heute ist er drei bis vier Monate im Jahr als Forscher und Expeditionsleiter in der Antarktis unterwegs.

Gäste bringen ihm gerne Stoff-Pinguine mit. Die platziert er auf dem Gäste-Klo. Inzwischen sind es aber so viele, dass ein paar Säcke voll in den Keller wandern mussten.

Pinguinforscher Klemens Pütz markiert zusammen mit einer Kollegin einen Pinguin
© Klemens Pütz
Pinguinforscher Klemens Pütz

Obwohl Biologen und Zoologen sich seit Jahrzehnten für Pinguine interessieren, sind sie immer noch nicht komplett erforscht. Eine Frage zum Beispiel lautet: Wie schaffen es manche Pinguine fast 20 Minuten lang unter Wasser zu bleiben?

Auch sorgen Veränderungen wie der Klimawandel für fortwährenden Forschungsbedarf. Will man die Population bestimmter Pinguinarten erhalten, ist es wichtig zu wissen, wie sie auf veränderte Bedingungen reagieren. Auch daran forscht Klemens Pütz gemeinsam mit seiner Stiftung Antarctic Research Trust, die den Lebensraum von antarktischen und subantarktischen Tieren schützen wollen.

Eltern müssen aufpassen

Wie alt Pinguine werden, ist nicht sicher bekannt. Dafür müsste nachgehalten werden, wann sie geboren werden und wann sie dann nach vielen Jahren auf natürliche Weise sterben. "Das ist im Prinzip nicht möglich", sagt Klemens Pütz. Schätzungen gehen davon aus, dass große Pinguine 30 bis 40 Jahre alt werden können.

Das klappt aber nur, wenn sie die ersten Lebensjahre überlebt haben - hier ist die Bedrohung am größten. Sobald die Eltern mal nicht aufpassen, sind die Kinder von Feinden wie Raubvögeln bedroht. In den ersten Jahren beträgt die Sterblichkeit bis zu 90 Prozent.

Und hier noch ein Video, das zeigt, warum Pinguine so lustig sind: