CSU-Politiker wie Horst Seehofer oder Markus Söder framen erfolgreich "Transitzentren" und "Asyltourismus". Kommunikations- und Politikberater Johannes Hillje erklärt, was Framing ist und warum Horst Seehofer sich damit im Asylstreit durchsetzen konnte.

Es soll Transitzentren an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich geben – das ist der Kompromiss zwischen CDU und CSU. "Transit hört sich nach Durchreise an. Aber das passiert nicht", sagt Johannes Hillje. Er ist Kommunikations- und Politikberater und hat unter anderem die Europäischen Grünen 2014 organisiert. "Die so genannten Zentren sind ein Stoppschild für die Menschen, die dort ankommen. Sie sollten deshalb eher Abweisungs-Zentrum oder Rückführungs-Zentrum heißen."

"Die Diskussion über die Ursachen wird unterdrückt, wenn wir Migration als Naturgewalt framen."
Johannes Hillje, Kommunikations- und Politikberater

Die Vokabeln legen eine gewisse Deutung nahe oder fest, das ist Framing. Es ist wie mit dem Wasserglas, das halb voll oder halb leer ist. "Seit Jahren framen wir die Asyl-Debatte als Naturkatastrophe", sagt Johannes Hillje. Häufig unter anderem durch das Wort "Flüchtlingswelle". Damit hört es sich nach nicht beeinflussbar an. Außerdem werden zentrale Aspekte des Themas unterdrückt. Unter anderem die Tatsache, dass Menschen nicht freiwillig ihre Heimat verlassen haben, um Schutz zu suchen. 

"Der Begriff 'Asyltourismus' hört sich nach Reisen und Freiwilligkeit an. Damit wird der Grund, warum Menschen unterwegs sind, ausgeblendet."
Johannes Hillje, Kommunikations- und Politikberater, über Framing

In Eine Stunde Talk erzählt Johannes Hillje, welche Strategien das Weiße Haus benutzt, in welcher Talks-Show er gehen würde und warum Melania Traum komische Jacken trägt.

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