Auf der Party mit Freunden, als Pause auf der Arbeit, zum Entspannen auf dem Balkon: Rauchen ist toll. Gut, es ist natürlich auch tödlich, aber irgendwie schaffen es viele Gelegenheitsraucher trotzdem das Risiko zu ignorieren. Ziemlich bekloppt, oder? Wie können wir also die guten Seiten des Rauchens behalten, aber den Tabak mal weglassen?

Eine Redaktionskonferenz von Verena von Keitz.

Genuss und Risiko

Warum wir eigentlich rauchen

Wie können wir mit dem Widerspruch leben, etwas so ungesundes wie Zigaretten zu uns zu nehmen? Vielleicht gerade deswegen: Weil es irrational ist. Vielleicht auch um ein Antistatement zu setzen, weil ja alles gesund sein muss in diesen Zeiten. Rauchen gegen den Mainstream sozusagen.

Jetzt erst recht! Das wäre auch eine funktionierende Erklärung für Raucher, denen die vielen Gesundheitsapostel schlichtweg auf die Nerven gehen. "Gerade dieses freiwillige Genussrauchen kann als eine Art Einspruch gewertet werden", sagt die Philosophin Rita Molzberger. Das Leben sei voller Regeln, ganze Tage durchgeplant, jeder weiß, was sich gehört. Rauchen widerspricht dem Mainstream.

"Es gibt eine Kultur des Genießens und des Genusses - und das will man sich nicht nehmen lassen."
Rita Molzberger, Philosophin

Die Rede ist von Rauchern, die ab und zu mal zur Zigarette greifen, freiwillig und ohne Suchtverhalten. "Gerade wenn man seine Freiheit mit dem Rauchen geltend macht und es als Antistatement versteht, ist das eine ambivalente Freiheit", sagt Rita: "Uum einen reagiert man auf Unfreiheiten und das Rauchen erzeugt ja auch neue Unfreiheiten, wenn Gelegenheitsraucher süchtig werden."

Genussraucher und Vernunftwesen

In der Philosophie ist der Streit zwischen Genuss und Vernunft ein altes Thema, viele Denker haben sich darüber die Köpfe zerbrochen. Und sie haben einen Widerspruch entdeckt: In ihren Überlegungen geht es häufig um die Vernunft - aber Menschen sind nicht nur Vernunftwesen. Rita stellt fest: "Wir sind eben auch Triebwesen."