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Angela Merkel im Bundestag
© dpa
Bundesregierung

Merkel muss neues CDU-Personal benennen

Jünger, weiblicher, konservativer - nicht wenige in der CDU rufen nach personeller Erneuerung. Parteichefin Merkel muss spätestens auf dem CDU-Bundesparteitag am Montag (26.02.2018) Namen liefern.

Die Wahlumfragen sehen aktuell wieder besser aus - vor allem im Vergleich mit der SPD. Dennoch gibt es bei der CDU nach wie vor die Rufe nach der Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und Werte. Mark Kaufmann, Vorsitzender der jungen Gruppe hatte heute noch gefordert, die CDU müsse wieder wirtschaftsliberaler und konservativer werden. Die Politikwissenschaftlerin Svenja Krauss sagt: "Das ist natürlich immer noch eine Reaktion auf die Wahlniederlage."

"Da ist halt immer noch dieser Ruf nach der Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln. Ich denke, das wird auch in den kommenden Monaten nicht schwächer werden."
Svenja Krauss, Politikwissenschaftlerin an der HU Berlin

Ehe für alle, Mindestlohn Aufnahme von Flüchtlingen – das waren in den vergangenen Jahren eher Themen, in denen sich die CDU vom Konservativen entfernt hat, erklärt Krauss.

"Ich glaube, dass die Kabinettsumstellung anhand dieser Wünsche schwierig wird, weil auch nur wenige Posten zu vergeben sind."
Svenja Krauss, Politikwissenschaftlerin an der HU Berlin

Die Politikwissenschaftlerin glaubt, dass sich nicht sofort alle Wünsche in einem möglichen neuen Kabinett realisieren lassen – weil es um nur wenige Posten geht. Mit Blick auf die gesamte Struktur sei es längerfristig allerdings schon möglich, die Partei weiblicher und jünger zu machen. Jens Spahn zum Beispiel gilt als gutes Beispiel für einen jungen CDU-Politiker, der den konservativen Flügel vertritt.

"Die Inhalte sollten wichtiger sein. Zurzeit wird nur über das Personal diskutiert. Das ist ärgerlich und vor allem für die Wähler frustrierend."
Svenja Krauss, Politikwissenschaftlerin an der HU Berlin

Solange es mit dem Mitgliedervotum funktioniert und es zu einer Großen Koalition kommt, ist die CDU ganz gut aufgestellt, sagt Svenja Krauss. Was das Personal anbelangt, sei es durchaus möglich, auch nach der Ära Merkel in einer kommenden Legislaturperiode Spitzenämter zu besetzen.

Wichtig sei auch, dass mehr Repräsentanten aus Ostdeutschland dabei sind - vor allem in Hinblick auf die AfD. Allerdings sei das ein Punkt, der für alle Parteien gelte.

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