Was fällt uns ein zu Afghanistan? Krieg, Drogen, Gewalt. Die meisten jungen Leute wollen raus aus dem Land, das seit Jahrzehnten keinen Frieden erlebt hat. Ronja von Wurmb-Seibel ist hingefahren, sie hat ein Jahr in Kabul gelebt und darüber ein Buch geschrieben: "Ausgerechnet Kabul - 13 Geschichten vom Leben im Krieg" heißt es.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt man. Aber viel Hoffnung, sagt Ronja von Wurmb-Seibel, haben die Afghanen derzeit nicht. Mit dem neuen Präsidenten Aschraf Ghani sollte 2014 alles besser werden. Sollte. Heute haben vor allem die jungen Frauen und Männer den Krieg satt. "Alle, die ich in Kabul kenne, sind gegen den Krieg, schon seit fünfunddreißig Jahren, als er mit dem Einmarsch der Sowjets begann", schreibt von Wurmb-Seibel in ihrem Buch. Und: "In Kabul lernt man den Tod früh kennen. Aber man gewöhnt sich nie an ihn."

Eine Redaktionskonferenz mit Kaline Thyroff

Frauen in Kabul
© Ronja von Wurmb-Seibel
"Für afghanische Männer und Frauen gibt es detaillierte Verhaltenskodizes: Worüber darf man sprechen, mit wem darf man sich treffen, wann sollte man abends zu Hause sein. Für mich als ausländische Frau gibt es keine, jedenfalls keine fest definierten."

Ronja von Wurmb-Seibel ist 27 Jahre alt, als sie im Herbst 2013 nach Kabul zieht, als einzige deutsche Journalistin. Zuvor, 2012, ist sie schon einmal mit der Bundeswehr nach Afghanistan gereist. Sie schreibt Reportagen und Kolumnen für Zeit Online und andere Medien. Und sie dreht zusammen mit ihrem Partner Niklas Schenck Dokumentarfilme, etwa über die "Afghan Peace Volunteers", die den Krieg beenden wollen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Von Wurmb-Seibel lebt ein Jahr lang mitten in Kabul. Die meisten ihrer Freunde sind Männer - Frauen gehen aus Sicherheitsgründen kaum aus dem Haus. Als ausländische Journalistin kann sie sich in der Stadt relativ frei bewegen. Eine Schutzweste trägt sie nicht, obwohl die Stadt voller Waffen ist. Aber sie hört auf ihre Freunde, wenn sie ihr sagen: "Bleib heute zu Hause".

"Ich habe ein Testament gemacht, das war mir ganz wichtig."
Ronja von Wurmb-Seibel, Journalistin

In Kabul ist der Tod Alltag. Bis heute hat von Wurmb-Seibel Angst, wenn sie in Afghanistan lebt. Trotzdem liebt sie das Land mit seinen Bergen und grünen Tälern. Und sie ist "fasziniert von den Menschen, die so stark sind - und stark sein müssen".

Über ihre Erlebnisse in Afghanistan und Kabul hat Ronja von Wurmb-Seibel ein Buch geschrieben. Sie spricht darin über die Rolle der Frauen, die Träume der jungen Afghanen, die Taliban und das Leben mit dem Krieg: "Ich kann den Krieg beobachten, ich kann versuchen, ihn zu beschreiben; aber ich habe keine Ahnung davon, wie es ist, im Krieg zu leben."

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren Datenschutzbestimmungen.

Mehr zu Ronja von Wurmb-Seibel und Kabul: