Manche Menschen sind nicht sie selbst, kennen ihr wahres Ich nicht. Einige ersticken in Arbeit und nehmen sich selbst kaum noch wahr, andere grübeln sich wund, wer sie sein könnten. Manche gehen zum Therapeuten, um Abhilfe zu schaffen, andere nehmen sich eine Auszeit. Doch so oder so: Das Ich ist schwer zu fassen.

Eine Redaktionskonferenz mit Verena von Keitz über das Ich. Um 18:15 Uhr.

Selbstfindung

Bin ich gut so, wie ich bin?

Lüder ging es schlecht. Das lag an nichts physischem. Er musste lernen, wer er ist und was ihm gut tut.

Die Frage „Wer bin ich?“ ist bei Lüder Mustermann (Name von der Redaktion geändert) nie aufgetaucht. So lange, bis gewisse Dinge bei Lüder aus dem Ruder gerieten. Er hatte fünf Hörstürze, ständig Schmerzen, konnte sich auf der Arbeit nicht mehr konzentrieren, guckte ins Leere.

Die Ärzte sagten ihm: Du bist kerngesund. Zumindest physisch.

"Ich konnte irgendwann keine Entscheidungen mehr treffen, war von allem überfordert."
Lüder Mustermann

Lüder besorgte sich professionelle Hilfe. Und er beantwortete Fragen wie: Wo stehe ich? Wer bin ich? Und ist es gut so, wie ich bin, oder spiele ich vielleicht eine Rolle?

Lüder lernte, auf sich und seine Bedürfnisse zu achten. Er artikuliert heute, wenn ihn etwas massiv stört, nach Möglichkeit so, dass er andere dabei nicht verletzt. Er hat gelernt, was seinem Ich gut tut.