Ende vergangenen Jahres waren private (Mail-)Adressen, Kontodaten und Personalausweisnummern von Politikern und Promis ins Netz gestellt worden. Vielleicht passiert das in Zukunft seltener oder gar nicht mehr – in München startet nämlich ein neuer Studiengang, bei dem sich Interessierte zum "Staatshacker" ausbilden lassen können. Allerdings steht das Studium nicht jeder offen.

Die Aufregung um den "Datenklau" war immens. Die Frage, die sich danach viele gestellt haben – und noch immer stellen: Warum haben deutsche Behörden das nicht früher gewusst und den Datenklau rechtzeitig verhindern können? 

Exklusive Veranstaltung

Bei dem Masterstudiengang, der jetzt an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Universität der Bundeswehr München startet, werden IT-Security-Themen – von Big-Data-Mining über Kryptologie bis zur Cyber-Verteidigung oder Cyberattacke – eine sehr zentrale Rolle spielen, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Michael Gessat. 

"Einschreiben kann sich aber nur ein sehr beschränkter Kreis."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Studieren kann nur ein auserwählter Kreis: Angehörige der Bundeswehr und der Nachrichtendienste BND, Verfassungsschutz und MAD. Es handelt sich also im Prinzip eher um eine Behörden-Weiterbildung oder einen Spezialisierungs-Fachstudiengang, wie es vergleichbare an den Verwaltungshochschulen gibt. 

Intelligence and Security Studies (MISS)

Vom wissenschaftlichen Anspruch her soll der neue Studiengang in München allerdings auf einer deutlich höheren Ebene angesiedelt sein. Vorbild sind Studiengänge in London, Paris und Washington. Von dort hat man auch die Bezeichnung "Intelligence and Security Studies" (MISS) übernommen. 

70 Studenten pro Jahrgang bei rund 20 Professoren 

Der neue Studiengang ist attraktiv ausgestattet (nur 70 Studenten pro Jahrgang bei rund 20 Professoren) und die Ausbildung auf Augenhöhe mit den Vorbildern im Ausland. Vielleicht macht das für manche jungen Frauen oder Männer die Idee interessanter, sich bei der Bundeswehr oder den Geheimdiensten in Richtung IT zu bewerben.

Trotzdem: Bei jungen IT-Freaks dürfte der Staatsdienst ein eher negatives Image haben – zumal auch die Bezahlung im Vergleich zur Industrie mauer sein dürfte. Das ist auch der Grund, warum sich die ganzen neuen Cyber-Agenturen sehr schwer tun, überhaupt qualifiziertes Personal zu finden, sagt Michael Gessat. Der neue Studiengang, der vielleicht auch irgendwann Interessenten aus der Wirtschaft offensteht, könnte diese Fronten aber vielleicht ein wenig aufweichen – auf sehr lange Sicht zumindest. 

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