Syrien Mitte März 2011: Polizeikräften gehen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die gegen das Assad-Regime protestieren - der Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor sieben Jahren. 2014 haben wir hier in der Einhundert über persönliche Schicksale in dem anhaltenden Bürgerkrieg berichtet. Auch wenn die Sendung mittlerweile schon vier Jahre alt ist, ist sie immer noch aktuell - denn: Krieg ist immer persönlich.

Einhundert mit Paulus Müller.

Syrien

Geschichten vom Leben im Bürgerkrieg

Dableiben oder Fliehen? Kämpfen? Und wenn ja: mit Waffen oder mit Worten? Und wem glauben, wenn alle Propaganda verbreiten - der Regierung oder der Opposition? Und was die Opposition angeht: welcher der vielen Gruppen überhaupt?

Wir liefern heute keine Analyse. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und haben auch keine politischen Lösungsvorschläge. Wir schlagen uns auf keine Seite, sondern hören uns Geschichten an.

Natürlich können wir mit vier Geschichten nicht all das erzählen, was es jetzt aus Syrien zu erzählen gibt. Auch weil uns viele Geschichten gar nicht erreichen können, weil es keine Zeugen für sie gibt und sie nicht aus dem Land kommen. Wir erzählen heute Geschichten, die uns berührt und überrascht haben.

Verlust, Zerstörung, Angst

Wir erzählen von einer Journalistin, die ihre große Jugendliebe an den Krieg verliert. Von einem Arzt, der fliehen will und nirgendwo anders eine neue Heimat findet als im Gaza-Streifen. Von einem syrischen Fernsehkorrespondenten, der inzwischen Angst hat, in Damaskus erkannt zu werden. Und von einer jungen Frau, die dem Hungerlager in Yarmuk entkommen ist.

"Was die Menschen in Syrien wirklich verlieren, ist nicht ein Haus oder ein Gebiet, sondern ein Leben, eine Seele."
Najibe, 25 Jahre, aus Damaskus

Syrien - Über Leben im Kriegszustand

Wir haben keine Lösungsvorschläge, liefern keine Analyse und schlagen uns auf keine Seite - wir hören Geschichten und wissen, dass wir längst nicht all das erzählen können, was es aus Syrien zu erzählen gibt.