Auf der einen Seite: die Massen, die nach dem Putschversuch für Präsident Erdogan demonstrieren. Auf der anderen Seite: viele Türken, die schweigen - aus Angst. Zwei von ihnen haben dennoch mit uns gesprochen. 100 Tage nach dem gescheiterten Putschversuch werfen wir einen Blick auf ein Land, das viele nicht mehr wieder erkennen.

Volkan Agir schaut aus einem Zugfenster
© Markus Dichmann | DRadio Wissen
Volkan Agir

"I'm not okay and I'm not going to be okay"

2013 ist DRadio-Wissen-Reporter Markus Dichmann ein paar Monate in Istanbul, erlebt Aufbruch und Protest rundum den Gezi-Park. Und er trifft den türkischen Journalisten Volkan. Als Markus zurück nach Deutschland geht, bleibt ein "Komm mich mal besuchen". Drei Jahre später kommt Volkan wirklich nach Köln. Und er will bleiben. Denn seine Heimat fühlt sich nicht nach Zukunft an.

"I would like to stay away from Turkey - when Erdogan is leading."
Volkan Agir
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"Volkan ist gerade schon omnipräsent in meinen Leben", erzählt DRadio-Wissen-Reporter Markus Dichmann, "wir telefonieren jeden Tag." Manchmal geht es um Zugtickets, etwas zu organisieren. Manchmal spielen sie auch einfach Poker. Durch das Treffen mit seinem alten Freund, sagt Markus, muss er oft an seine Zeit in Istanbul denken: Etwa an die ganzen Tier-Dokus, die im Fernsehen liefen, nur um nicht die Gezi-Proteste zu zeigen. Daraus entwickelten sich Symbole für die Protestbewegung. Die harsche Reaktion auf die Protestler wirken auf Markus heute wie eine Art Vorbote der aktuellen Situation.