Die Reporterin Frances Schoenberger ist 29 als sie einen ganzen Tag mit John Lennon verbringt. Insa Backe spendet einer Familie nach der Tod der Oma viel Trost - und erfährt erst 20 Jahre später, dass das so war. Matthias Weber hängt 2010 in Japan fest, weil der Vulkan Eyafjallajöküll in Island ausbricht und wegen der riesigen Aschewolke die Flughäfen in Deutschland gesperrt sind.

John Lennon und Frances Schoenberger sitzen auf einem Bett
© Bob Gruen
Frances Schoenberger

Mein Tag mit John Lennon

Kurz vor Ostern 1975 interviewt die 29-jährige Bravoreporterin Frances Schoenberger John Lennon in New York . Das Interview ist für Frances der Höhepunkt ihrer Karriere und ist für sie so besonders, dass sie es nie wieder angehört hat. Es ist noch nie im deutschen Radio gesendet worden - bis jetzt: In der Einhundert erzählt Frances Schoenberger von ihrem Tag mit John Lennon und John Lennon von seiner Liebe zu Yoko Ono.

Frances Schoenberger kommt eigentlich aus Bayern. 1969 ist sie in die USA gezogen und arbeitet dort seitdem als Reporterin. Sie interviewt Schauspieler und Rockstars, mit Clint Eastwood, ABBA und Alfred Hitchcock hat sie damals schon gesprochen. Aber ihr Traum, das ist ein Interview mit John Lennon. "Jane Fonda und John Lennon waren meine Idole, weil sie in der Welt auch was verändert haben und ihren Kopf hingehalten haben für gute Zwecke. Er hat von Liebe und Frieden gesungen." Doch leider hat das bislang nicht geklappt. Bis kurz vor Ostern 1975 der Fotograf Bob Gruen bei ihr anruft. Er plant ein Fotoshooting mit John Lennon und Lennon hat sein OK gegeben, dass Frances ihn auf dem Weg dahin interviewen kann.

"Der Fotograf hat gesagt: ok, er sagt, er macht’s heute. Und es war eine Woche vor Ostern und zu der Zeit war John Lennon sehr glücklich weil er wieder mit Yoko Ono zusammen war, hat sich grad einen neuen Anzug gekauft, er war wieder in New York und gut drauf."
Frances Schoenberger

Frances, John Lennon und Bob Gruen fahren als in einem schrammeligen Auto aus New York raus zu einem Park, wo das Shooting stattfinden soll. Im Auto lässt Frances Schoenberger den Kassettenrekorder laufen und spricht mit John Lennon über sein Leben in New York, wie es ist ein Star zu sein und wie es in seiner Beziehung zu Yoko Ono gerade aussieht. Er hat davor eine Weile getrennt von seiner Frau in Los Angeles gelebt und war dort mit der gemeinsamen Sekretärin May Pang zusammen.

Frances Schoenberger: "You said once on a radio that your separation from Yoko was a failure, what did you mean?"

John Lennon: "Well, it’s a joke. They always say, "Their marriage was a failure" at every divorce. Ours was the other way around. Our separation was a failure."

Das Interview zwischen Frances und John wird schnell zum Gespräch auf Augenhöhe: "Es war so, dass John Lennon mich schnell hat vergessen lassen, dass er John Lennon ist. Es war einfach ein toller, witziger Typ."

John Lennon und Frances Schoenberger
© Bob Gruen
John Lennon und Frances Schoenberger am Tag des Interviews, fotografiert von Bob Gruen.

Die beiden reden über Elton John und David Bowie, über die Urschreitherapie nach Arthur Janov, übers Dickwerden und am Ende fragt Frances Schoenberger John Lennon sogar nach seinem Sexleben aus.

Nach dem Interview hat Frances Schoenberger die Kassetten nie wieder gehört. Sie hat auch in der Bravo damals nur einen winzigen Ausschnitt daraus veröffentlicht. Erst 1988 hat das Magazin SPIN ein Transkript des Interviews veröffentlicht, das man hier nachlesen kann. Im deutschen Radio hört ihr die Ausschnitte aus dem Interview mit John Lennon hier zum ersten Mal in der Einhundert.

Frances Schoenberger lebt und arbeitet bis heute in den USA. Sie ist Mitglied der Hollywood Foreign Press Association. Das ist die Vereinigung von Auslandsjournalisten in Hollywood, die auch die Golden Globes vergeben. Frances Schoenberger hat fast alle großen Hollywoodstars interviewt. Sie spricht mit Brad Pitt über seine Trennung von Angelina Jolie und weiß, wann Nicole Kidman die einsamste Nacht ihres Lebens hatte. Doch das Interview mit John Lennon ist bis heute Frances Schoenbergers absoluter Karrierehöhepunkt.