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Eine Air France Maschine in der Luft
© Imago | Rüdiger Wölk
Flugverkehr

Frankreich führt Ökosteuer auf Flugtickets ein

Frankreich führt ab 2020 eine Ökosteuer auf Flugtickets ein: 1,50 bis 18 Euro zusätzlich sollen die Tickets dann kosten. Für Business-Tarife und Langstreckenflüge soll es den höchsten Aufpreis geben.

Bis zu 18 Euro mehr sollen Flugtickets in Frankreich ab dem kommenden Jahr kosten. Die französische Regierung hofft, mit der neuen Steuer jährlich gut 180 Millionen Euro einzunehmen. Geplant ist, dass das Geld hauptsächlich der Bahn zugute kommt.

Laut Verkehrsministerin Elisabeth Borne soll der Höchstbetrag von 18 Euro für Business-Tarife der Langstrecke fällig werden. Ein französischer Inlandsflug der Economy-Klasse soll 1,50 Euro mehr kosten.

Inseln und Überseegebiete sind ausgenommen

Die Umweltsteuer gilt für alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausgenommen sind Anschlussflüge und Flugreisen auf die französische Mittelmeerinsel Korsika. Auch die französischen Überseegebiete sind ausgenommen - und zwar, weil die vom französischen Festland aus sonst kaum zu erreichen sind.

Die Fluggesellschaft Air France sieht durch die Steuer ihre Wettbewerbsfähigkeit bedroht und befürchtet Mehrkosten von 60 Millionen Euro pro Jahr. Nach der Ankündigung haben die Aktien mehrerer Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air-France oder Ryanair zunächst einige Prozentpunkte verloren.

"Das Ganze ist für Frankreich schon ein Risiko, weil französische Flughäfen durch die Steuer weniger attraktiv werden."
Amelie Fröhlich, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Brüsseler Umweltorganisation "Transport und Environment" kritisierte das Vorhaben und nannte den Begriff "Ökosteuer" fragwürdig: Der geringe Steuersatz werde niemanden vom Fliegen abhalten.

Ähnliche Steuern gibt es auch in anderen Ländern

Es gibt noch andere Länder in Europa, die den Flugverkehr aus Umweltschutzgründen teurer machen wollen, sagt Amelie Fröhlich. Die Niederlande etwa planen für 2021 eine nationale Flugsteuer. Im Gespräch sind sieben Euro pro Ticket. Belgien wiederum möchte lieber eine europaweite Lösung statt nationaler Alleingänge.

"Die Belgier haben eine europaweite Lösung vorgeschlagen. Und die finden eigentlich auch die Niederlande und Frankreich gut. Aber wie so oft in der EU ziehen sich die Verhandlungen in die Länge."
Amelie Fröhlich, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Deutschland übrigens hat bereits eine ähnliche Steuer - und zwar seit mehr als acht Jahren: Die "Luftverkehrsabgabe". Für Langstreckentickets werden hierzulande etwas über 40 Euro fällig, eine Kurzstrecke kostet knapp acht Euro mehr. Aber anders als in Frankreich ist die Abgabe bei uns nicht zweckgebunden. Sie fließt also nicht in beispielsweise bessere Zugstrecken.